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Einklarieren – Auf Cuba ein ganz spezielles Erlebnis!

Amtlich dokumentierte drogenfreie Zone

Erst mal DANKE an Steffi für ihre tolle Spende. Steffi, klar erinnern wir uns an Dich!!! Weißt Du noch, die Doppelkopfnachtschicht mit Axel in Opua, Neuseeland?? Dazu gibt es bestimmt einen Eintrag im Onlinelogbuch. Ich kann nur jetzt nicht suchen, weil wir kein Internet haben. Das waren noch Zeiten. Ohne Kinder! Auch nicht schlecht. Die Tauchersteffi, meldet sich – Damit habe ich echt nicht gerechnet.

Wir sind angekommen. Ankommen in Cuba beginnt mit deutlich angenehmeren Klima und kurz vor Sonnenuntergang, wer denkt da schon noch an die Officials. Nach dem langen Motortörn, bumpy... Was macht der Skipper. Haut sich auf’s Ohr. Aber weit gefehlt. Gegen 19 Uhr haben sich an Land eine Gruppe von 20 Personen eingefunden, die die MARLIN entern wollen. Alle mit schwarzen Schuhen, korrekten Hemden und einem netten Lächeln. Erst mal muss der Arzt kommen. Ich rudere mit dem Dinghy an Land, nehme Luis an Bord und drücke dem 65zig Jährigen ein Stechpaddel in die Hand. Die schicke Uniformierte von der Coast Guard lassen wir zurück, die Dame möchte nicht mit dem Dinghy fahren. Luis ist Amtsarzt und schaut uns allen einmal kurz in die Augen, freundet sich sofort mit Maya und Lena an. Resultat: Wir sind alle gesund. Jetzt darf der Rest an Bord kommen.

Die schicke Uniformierte hat inzwischen eine Lancha organisiert und kommt mit ihrem Chef und zwei Bodyguards an Bord. Das Durchsuchungskommando öffnet zuerst das Badchap von Nathalie: Damenbinden, Tampons, Kosmetika usw. fallen ihm entgegen. Als nächstes öffnet er die Unterwäsche-Schublade von Nathalie. Der arme Kerl hat ganz rote Ohren. Die Herren schauen recht oberflächlich und die schicke Uniformierte mit rosa Fingernägeln mit 3D Blume und weißen Streifen (hat mich doch beeindruckt!) schreibt ein Formular nach dem anderen. Der Chef nickt freundlich.

Als alle endlich fertig sind geht es an Land zum Interview in einen speziellen Raum. Ich, der Kapitän muss mit. Die Aduana, also der Grenzschutz, bekanntermaßen nicht ganz unwichtig in Cuba, nimmt noch mal alle Daten auf, die auch schon die schicke Uniformierte aufgenommen hat und der Schiffsarzt sowieso. Also noch mal. Dann kommt der Chef persönlich und fragt mich aus. Nach dem Woher? Seit wann? Und davor? Wie verdienen wir unser Geld? Was sind wir von Beruf? Auf die typische Frage, was denn unser Boot gekostet hat, habe ich zwischenzeitlich die beste Antwort: „Die MARLIN hat mein Papa mir geschenkt. Der hat mir nie verraten was er dafür bezahlt hat!“ Dazu setze ich mein Honigkuchenpferdlächeln auf. Zu unangenehme Fragen verstehe ich nicht und lasse sie dreimal wiederholen. Aber auch das hat sein Ende. Doch weit gefehlt.

In Cuba darf man nicht frei ankern nur frei sein. Man darf auch nicht mit dem Dinghy die nähere Umgebung erkunden. Man darf auch keine Locals an Bord einladen. Man darf überhaupt vieles nicht. Die Marina kostet für uns 10 Euro am Tag vor Anker und 30 Euro am Steg. Was machen wohl wir? Wir ankern. Ist uns ja eh lieber. Nach drei Ankerversuchen hält der Anker endlich. Auf VHF haben wir dann aber direkt den Manager vom Yachtclub an der Backe. Wir liegen 18 Meter zu weit weg von der Marina. Aber: Wir dürfen am Steg für 10 Euro, also den Ankerplatzpreis festmachen. Allerdings ohne Strom und ohne Wasser. Wir schlagen ein und stellen nun auch fest warum der Anker dann nach drei Versuchen doch gehalten hat. Wir angeln uns einen weiteren Anker.

Doch vorher, nach dem Frühstück gab es noch die Drogenepisode. Der Tierarzt kommt und das Gesundheitsamt. Die suchen nach großen und kleinen Tieren, nach venezulanischen Fleisch oder Gemüse, was sie hier nicht haben wollen. Die Aduana, also der Grenzschutz, kommt auch noch mal vorbei mit einem Drogenlabrador und einem Sprengstoffcockerspaniel. „Hast Du schon mal Besuch von Leuten an Board gehabt, die Marihuana geraucht haben?“ Was soll denn nun diese Suggestivfrage? Was will er denn nun hören? Der Sprengstoffhund läuft schwanzwedelnd in die Dusche. Ich denke: Der macht jetzt bestimmt gleich Pipi. Doch nix dem. Auch als ich ihm die Notraketenbox direkt vor die Nase stelle, wedelt er weiter mit dem Schwanz. Auch der Labrador findet nichts. Ist auch nix zu finden. Ich fahre doch nicht mit Drogen auf Kahn. Bin doch nicht blöd!

Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass das Einreiseverfahren unangenehm war. Normalerweise müssen wir tagelang wandern und die einzelnen Behörden abklappern. Hier kommen sie alle zu uns. Ist ja recht komfortabel und es war auch keiner unfreundlich. Drogenhunde gibt es an jedem Flugplatz. Also. Außerdem durften wir jetzt die gelbe Flagge runter nehmen. Und wir sind drin. In Cuba. Ich geh jetzt mal mit Dani und Micha in die Stadt. Die Capitana ist, glaube ich, recht froh, wenn sie mal einen Moment alleine sein kann.



  • 13:00
  • 27.11.2013
  • 19°50.7271'N, 75°47.8900’W
  • -°/-kn
  • Caribbean
  • Santiago de Cuba / Cuba
  • 28°
  • VAR/2-8kn
  • -m

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