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Blubberblasen

Blubberblasen

23:55 Wenn man die paar Stunden nervigen Segelschlagens abzieht, haben wir bisher wirklich einen ganz wunderbaren Segeltrip. Vor allem die zwei Stunden vor Sonnenuntergang werden von der ganzen Familie genossen. Dann gibt es ausgiebiges Duschen und Wasserplanschen im Cockpit mit anschliessender Krabbelstunde im Schatten des Blisters auf dem Vordeck. Und dann schaut man sich um, sieht meilenweit nur blaues Wasser und fragt sich, ob Maya ueberhaupt mitbekommt, dass wir so fernab von allem, isoliert in unserer kleinen Ladywelt sind. Wir dachten, ihr wird vielleicht langweilig, weil der Input von draussen fehlt, Strand, Strassen, Autos, Menschen, Tiere. Aber es macht nicht den Anschein. Hier draussen, wo es nichts gibt, gibt es doch soviel zu entdecken: den Mond, die Sonne, den Sonnenuntergang, die weissen Schaumkaemme auf den Wellen, den geangelten Fisch, das Segel, die Wolken. Grosse Augen, nachts ein tiefer Schlaf und gegen fuenf kann ein neuer Tag mit voller Energie beginnen.

14:13 Hoffnung ist des Seglers Freud. >>Nur noch 1205 Meilen!<< Nathale kommt mit Klein Maya unterm Arm zum Boxenstopp. Es kommt eine Boe, schiebt uns mal eben auf fuenf Knoten und wieder Stillstand. Die Beiden fallen sanft in die Familienecke. Gut ist. Trotz einchecken bei Richard Net, den Vormittag mit duempeln verbracht, Mails schreiben und sich vor der gnadenlosen Sonne verstecken. Maya findet das alles ziemlich bloed ist, wenn Papa vor der Kiste sitzt, schaut augenkollernd und versucht mich jetzt sofort in die Familienecke zu locken.

Jetzt um diese Uhrzeit verziehen wir uns ins Innere. Die Sonne scheint unter den Segeln hervor. Der Schatten schwindet. >>Heiss. Da, fuenf Knoten.<< Wir haben alles Zeug draussen, was sich nicht gegenseitig stoert. Blister und Main, ein paar Handtuecher noch und Mayas Unterhosen haben wir weggerefft. Hausboot IRON LADY. Der Wind war ja fuer heute angesagt, hat sich aber verspaetet auf morgen oder den Tag danach. Warum auch nicht. Wir versuchen es mal ganz weich mit Grover Washington. Na das geht doch schon.. Quasi beruhigend. Der Wind ist jetzt wieder wech. Kommt dann gleich wieder. Hab ich schon erzaehlt wie weite es noch ist. Ach ja.

Am Vormittag war das Wasser bleiern. Wie nennt man das, wenn sich das Wasser kraeuselt, kennt man das Gefuehl, Katzenpfoetchen oder so? Also gut. Das Wasser war bleiern und unser Condoemchen fand seinen Weg in den Himmel. Siehe da, wir bewegen uns. 1 Knoten, 1,5 Knoten und zwei Knoten. Wer das Gefuehl von aufkommendem Wind nach einer Flaute nicht kennt, der kennt die Welt noch nicht. Am Nacken spueren wir ein leichten Zug und weiter geht es. Basisgefuehl fuer Moral und Heiterkeit, fuer die Stimmung, den Tagesablauf. Also denke ich mir, wie fruststrierend dieser Toern ohne den Blister geworden waere? Wahrscheinlich Motor rein und nach Galle in Sri Lanka. Dann vielleicht noch schnell hinter den anderen her ins rote Meer? Nein, nein wir werden jetzt die Leichtwindprofis. Zeit spielt keine Rolle. Wochenlang auf See, so wie unsere Freunde von PETIT PRINCE. Die andern sitzen schon beim Bier und wir noch auf See. Wie egal uns das ist. Solang die Blase uberm Bug rund leuchtet ist alles gut, wir bewegen uns und dazu noch so schoen weich. Und das alles am dreizehnten. Ruhig sitzen bleiben und warten bis der Tag vorbei ist ;-)))

Aber der dreizehnte faengt noch viel schlimmer an. Ich werde davon geweckt, dass Klein Maya ihre Finger in meine Nasenloecher steckt, wache langsam auf, stelle mich an die Reling, wirklich kein Wind mehr... Mache den Rechner an und nix geht mehr. Das USB Board hat sich komplett verabschiedet. Scheisse. Oder gut, dass es nur das USB Board ist? Garantie haben wir ja noch. Nur doof, keine Twinhead Service Station um die Ecke. Na ja, vielleicht auf Chargos ;-))) Witz! Aber im Juni fliegt die Capitana ja nach Deutschland. Gut das wir noch eine PCMCIA Karte mit zwei USB Ports in Thailand gekauft haben. Die funktioniert und damit das GPS, die externen Festplatten, das PACTOR Modem, die Radiosteuerung, die Kamerakartenleser, die externe Audiokarte... So nen Mist. Guter Gefuehlskauf mit der externen USB Hostkarte.

Wir haben herrlich geschlafen. Um drei Uhr hat Natale mich geweckt, weil der Fetzen nur noch am Baum hing, der Fetzen Blister, schlapp wie nen benutztes Kondom, feucht von der Nacht auf See. Igitt.

Jetzt motoren wir, immer noch kein Wind und Batterien laden. Zwei Stunden, dann sind die Batterien voll, ob es dann wieder Wind gibt? Vielleicht sollten wir alles ausmachen und uns bis zum 14ten wieder ins Bett legen.

Hier noch zwei Links fuer Interessierte:
Positionsdarstellung IRON LADY
Google Maps:
http://www.aprs.net/cgi-bin/winlink.cgi?DL1JD
Intermar Track:
http://www.positionsreport.de/php/enterTrack.php?callSign=DL1JD



  • 05:50
  • 13.03.2006
  • 09°05.39'N, 087°20.14E
  • Indik/Golf von Bengalen
  • Chagos/Diego Garcia
  • 28°C
  • 0 NE
  • 1-3(S-Schwell)

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