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Backround

Backround

Mich hat es wieder erwischt. Ein Furunkel in der Achselhoehle erinnert mich an den Vulkankrater der Insel Ambryn. Kaum ist die gelbe Lava rausgeproft und die schmerzhafte Phase vorbei, bekomme ich die naechste an der Huefte. Trostplaster: Wenigstens nicht in der Nase, nicht mitten im Gesicht. Mit Ziehsalbe (Zinkoxid) behandelt Frau Doktor jetzt ohne direkt Antibiotica in die Kampfaerea zu senden. Recht schmerzhafte Sache. Frau Doktor weiterhin gesund wie ihre Oma! Der kann das alles anscheinend nix anhaben. Wir sollten Vila verlassen, hab ich so das Gefuehl. Der Dreck der Stadt ist einfach zuviel fuer den europaeischen Skipper. Irgendwo hab ich mir auch wieder Durchfall geholt. Lese ziemlich viel auf der Toilette alte Conrad Cataloge (Insiderwitz!)

Die Rostkrater im Ankerkasten der LADY sind da eher schon vergleichbar mit meinen Kratern. Von innen ist jetzt wieder alles konserviert, die Pickel aussen kommen morgen dran. Das Schiff nimmt wieder normale Formen an und bald kann es weiter gehen. Montag => Papierkram. Gegen die goldenen Schulterstreifen hat Natale schon was seit Galapagos. Nun ja. So langsam kommen wir in die Backschischzonen unserer Erde. Mal sehen, wie das weiter geht.

Etwas nachdenklich stimmen uns andere Boote. Der Run beginnt. Nennen wir es die Heimreisewelle. Mehrere Boote unserer Generation sind via Neukaledonien oder Vanuatu direkt in die Torres Street gesegelt. Darwin und dann Richtung Suedafrika. Man haben die es eilig. Viele haben die einsamen Inseln mit den weissen Sandstraenden satt. >>Kennst Du eine, kennst Du alle!<<, hoert man aus vielen Plichten beim Sundowner toenen. >>Fuer Asien musst Du schon gebohren sein.<< >>Nach Darwin kommt doch nix mehr bis Cuxhafen.<< Erst dachte ich, dass waeren die Deutschen, die so denken, aber es sind auch viele andere Boote. Nach zwei bis drei Jahren wird vielen, vieles ueberdruessig. Die Heimfahrer wollen nach Hause, ihr Boot verkaufen und resozialisieren, Kinder und Familie sehen, ein Haus am Mittelmeer, eine Zeitlang im Land leben, das ihnen am besten gefiel, nicht mehr von einer Insel zur naechsten segeln. Das stimmt uns etwas traurig. Das faerbt ab, ich meine die Stimmung. Wir sind doch gerade erst auf der anderen Seite und es gibt doch noch so viel zu sehen, zu erleben. Das macht nachdenklich, ein bisschen traurig. Was ist aus den Traeumen auf den Kanaren geworden. Vergessen? O.K. Da vermisse ich solche Kontakte wie mit der NORTHERN LIGHT, die begeistert von ihren Segelerlebnissen erzaehlen, auch noch nach zwanzig Jahren immer wieder die Leinen kappen und mit glaenzenden Augen das naechste Ziel anlegen.



  • 22:00
  • 07.08.2004
  • 17°41.58S, 168°15.93E
  • Port Vila/Vanuatu
  • 25°C
  • SW 3-4
  • -

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