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African Queen

African Queen

22:00 Die Fahrt wurde noch recht ungemuetlich. Der Wind drehte, bescherte uns zwei Stunden schoenstes Segeln, dann aber die letzten 8 Meilen Motoren gegenan bei 2-3 Meter Welle. Die Einfahrt in den Rio Chagres ist etwas tricky, ein Riff liegt direkt im Norden, Sandbaenke im Sueden. Stroemender Regen, keine Sicht, kein Riff zu sehen, trotzdem haben wir uns vorsichtig, Meter fuer Meter in die Muendung geschoben und Gott sei Dank jegliche Untiefen verfehlt! ;-)

Aber, es hat sich gelohnt, wie Bogart und Hepburn in African Queen sitzen wir auf unserem Kahn mit dem Fernglas in der Hand und lassen den Urwald auf uns wirken. Micha bemerkt fast wehmuetig, dass er in schwarzweiss und mit Bogartdreitagebart die Schrotflinte neben sich liegen haben duerfte um seiner Angebeteten ein Krokodil als Zeichen seiner Liebe zu schiessen. Doch die Zeiten sind anders, und ein geschossenes Krokodil wuerde eher eine mittelschwere Beziehungskrise hervorrufen!

Die Sache erledigt sich, denn wir sehen keine Krokodile, dafuer Affen in den Baeumen, Tukane mit verschwenderisch bunten Schnaebeln, Reiher und allerlei andere Voegel, die wir noch nicht benennen koennen. Die Geraeuschkulisse ist umwerfend. Es zirpt und tschirpt und heult und bruellt, den ganzen Tag. Die Bruellaffen geben wahre Konzerte und kein Mensch ist zu sehen. Kein Dorf, kein Haus, kein Steg, nur Dschungel rechts und links.

Am Ende des Flusses, kurz vor dem Damm zum Gatunsee liegen schon ein paar Boote vor Anker, Gabrielle, Dutches, Zia Lucia, die wir alle schon aus der Linton Bay kennen. Begruessungsrotwein, Quatschen bis spaet in die Nacht und nach zwei Naechten Schwell in Portobelo endlich wieder geruhsame Nachtruhe.


10:23 Der Tag beginnt, wie nicht anders zu erwarten mit Problemen. Der Bordcomputer verweigert seine Dienst. Beim Hochfahren schon fehlt im die Tastatur und uns fast der Verstand. Das Herz unserer Kommunikation, Arbeit, Lust und Freude, Gram und Verzweiflung will nicht mehr mit uns sprechen.

Die ganze Nacht war der reinste Horror. Gewitter mit soviel Blitzen, das es minutenlang tagehell in Portobello war. Dazu gab es Regen aus Eimern und das die ganze Nacht. Im Boot wird es zum Klima einer Pilzaufzuchtsstation und die Boeen lassen die Lady die ganze Nacht tanzen. Ja. Genau so hatten wir uns das immer vorgestellt ;-)

Unsere Freunde von der ALLAY, wegen denen wir extra nach Porto Bello gelaufen sind verbreiten auch nicht gerade gute Stimmung. Ihnen sind ein paar Chartergaeste abgesprungen und das Loch in der Bordkasse zeichnet kein glueckliches Fahrtenseglerlaecheln in ihre Gesichter. Sie sprechen von Rueckkehr nach Europa, von festen Jobs, vom Verkauf ihrer Yacht. Das eigentlich tolle Abendessen rutsch trocken den Rachen herunter. Auch das gehoert dazu.

Tja. Und dann haben wir uns eben entschieden moeglichst schnell den Platz zu wechseln in der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen. Das geht dann immer ganz einfach: Anker hoch und nix wie weg! Das mach uns ma einer mit nem Eigentumsreihenhaus in Deutschland nach, wenn ihm die Gesichter der Nachbarn grad nicht mehr gefallen.

O.K. Der Computer funktioniert wieder, nachdem die Feuchtigkeit aus der Tastatur verdampft ist und das Glueck ist mit uns. Reisen ist gesund.



  • 10:23
  • 04.10.2002
  • 09°31.86'N, 079°42.78'W
  • Portobelo/Panama
  • Rio Chagres/Panama
  • 27°C
  • VAR 2
  • 1,5

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