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Geschafft. Leinen los. Ansegeln 2017 kann losgehen.

Ankerbier

Die Anreise mit der deutschen Bahn ist ja nun bekanntlich nicht unbedingt einfach. Deshalb kommen nicht alle Mitsegler des ersten Winterschnupperfördeparadiestörns rechtzeitig oder überhaupt an. Wir schaffen es trotzdem die Leinen zu lösen. Die unverzichtbare Sicherheitseinweisung braucht halt seine Zeit und ein bisschen kribbelig ist mir schon, als wir im Dunkeln die Leinen endlich lösen können. Auch nicht grade T-Shirt Wetter. Keiner fällt ins Wasser. Alle fahren eine Runde unter Motor durch den Hafen, eine Acht, einmal aufstoppen, dann übergebe ich Nike das Kommando der MARLIN. Alles klappt wie am Schnürrchen und die drei Meilen bis zum Ankerplatz schaffen wir auch so, ohne Segel, denn es geht um den richtigen Spot, um das richtige Gefühl – Ankern wollen wir. Nicht, das dass es irgendwie viel anders wäre als in der Marina, als ich die beiden Lachsforellen in Salz und Gewürzen wende, bevor sie in den Räucherofen kommen, aber es ist eben doch anders. Zweihundert Meter vor dem Strand der Solitüde fällt der 70kg ROCNA, sitzt sofort, zuckt nicht einmal mit der Wimper, als wir langsam mit Vollgas rückwärts eindampfen. Es ist schweinekalt draußen, dafür im Inneren der MARLIN mollig warm, das Bier aus der Bilge genau richtig temperiert. Während ich in der Küche stehe überschütten Bruno, Stefan und Marcus, Nike säckeweise mit Fragen. Ich stehe da, aus dem sonst üblichen Mittelpunkt an den Rand der Bühne verwiesen und staune nur. Taffe und allein segelnde Frauen sind eben selten wie Delfine am Bug eines Segelschiffes. Meist bleiben sie auch nicht lang und ziehen weiter, ihre Freiheit im Meer genießend. Nike, nicht wortkarg, ganz im Gegenteil, deutlich extrovertiert, selbstsicher, offen und das Gegenteil von zurückhaltend, hat was zu sagen und bietet uns allen die Basis für viele Themen, Meinungen und viel weniger Seegarn als üblich. Gut macht sie das.

Uns MARLIN glänzt mit Vollfunktion aller Systeme, Ergebnis von wochenlanger Sisyphusarbeit von Tobias und mir. Es ist mollig warm, heißes Wasser kommt aus der Dusche und die Bilgen sind sauber. Hört sich so einfach an, ist es aber gar nicht gewesen. Im Schweiße seines Angesichts hat Bootsjunge Tobias den Kampf gegen die ganzen schwarzen Jan Schuhe Streifen und dem Dreck des Flensburg Kraftwerks an Deck eindeutig gewonnen. Die Aggregate laufen wie geschmiert obwohl noch gar nicht so sehr gehegt und gepflegt, wie eigentlich vorgesehen. Morgen ziehen wir das Großsegel hoch und schauen mal ob wir da Druck rein bekommen. Bis zu zehn Grad, Sonne und T-Shirt Wetter sind angesagt. Flensburg wird die Vorghersage bestimmt wieder mit Nebel kontern.

Es wird spät auf der MARLIN, bis das letzte Kichern aus den Kabinen verstummt. Der Geruch der geräucherten Lachsforelle steht noch im Salon als die Lichter ausgehen. Gelungener Anfang unseres ersten Winterschnupperfördeparadiestörns. Am 17.2. mit Mareike Guhr und mir sind noch Plätze frei. Willst Du mit? Dann aber mal tau.






  • 23:55:00
  • 03.01.2017
  • 54°49.4690'N, 009°29.7490’E
  • -°/ -kn
  • Flensburg
  • Förde Paradies
  • 5°C
  • 4kn/E

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