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Wieder am Leuchtturm

New friends – Old friends

“Eh Miguel, como estas? Donde estan Nathalie y las ninas?“ Da, wo die rote MARLIN in Cuba auftaucht, kennt man uns und wenn man uns nicht kennt, dann kennt man jemanden der uns kennt. William und Dolfin, die derzeitigen Leuchtturmwärter, besuchen uns, kaum ist der Anker geschmissen, als ich versuche mal wieder meine mails abzurufen und vielleicht sogar zu beantworten. Doch nicht nur die beiden Leuchtturmwärter dominieren in meinen aktuellen Prioritäten, sondern meine Gäste Nico und Katja. Die beiden sind seit Samstag auf der MARLIN, haben schon den aufregenden Verproviantierungseinkauf hinter sich gebracht und einen fantastischen Segeltag ebenso. Am Anfang eines gemeinsamen Törns beschnuppert man sich ja nun erst einmal wie Hunde. „Wird es der Beginn einer großen Freundschaft? Oder geht man nach zwei Wochen definitiv getrennte Wege, die sich nicht mehr kreuzen werden.“ Das ist immer die Frage, trotz Telefonat, trotz Fragebogen und Bild. Katja und Nico schließe ich nach 24 Stunden fest in mein großes Skipperherz. Super. Zwei tolle Wochen bestehen uns vor.

“Wir wollen Urlaub machen“, ist Nicos klare Aussage. „Segeln muss komfortabel sein und Performance ist grade nicht unbedingt angesagt.“ „Das machen wir.“ Die beiden müssen aber auch erst einmal durch die Sicherheitseinweisung. Da sie selber in Berlin ein kleines Segelboot haben, ergibt sich aber auch vieles und schnell haben sie die MARLIN mit meiner Hilfe im Griff. Nico hat mir eine Armfixierung mitgebracht, die Nathalie besorgt hat. Genial. So kann ich meinen Arm beim Segeln und Arbeiten in der richtigen und ungefährlichen Position halten. Nico ist Physiotherapeut – Na, das passt ja. Unter seiner professionellen Anleitung zeigt er mir Übungen, die ich auch jetzt schon machen darf, ohne Fixierung und Schlinge, die dem Arm helfen, schneller zu genesen. Er schaut sich auch die Bänder und Muskeln an. „Alles gut. Das wird schon wieder.“ Nico ist auch begeisterter Kiter seit vielen Jahren. – Na, dass passt ja. „Vergiss das Kiten bis July. Vorher wirst Du den linken Arm noch nicht so sehr belasten können.“ Also wird Nico in Cayo Largo wohl alleine mit seinem 10er oder meinem 14er fliegen auf meinem Bord und ich darf neidvoll zuschauen. In Leuchtturmwärter Rafaels selbstgebauten Mukkibude kann Nico mal was stemmen, während Katja während der Überfahrt sich an ein paar Knoten erinnert ☺

In der letzten Nacht räume ich noch den Motorraum auf, verstaue die ganzen Ersatzteile, die Nico & Katia freundlicherweise mitgebracht haben. Unter dem Motor: Zwei Liter Öl. „Scheiße!“ Mitten in der Nacht um ein Uhr, kann ich natürlich jetzt keinen Motor anmachen. Ich träume schlecht. In Trinidad hat der Inder den Motorblock angehoben um die Welle nach innen zu schieben. Ob er die Ölwanne getroffen hat und die jetzt einen Haarriss hat? Ich träume noch schlechter. Am nächsten Tag finde ich den Übeltäter: Der Öldrucksensor. Es tropft Öl an dem eh defekten Schalter herunter. Ich atme auf. Das bekommen wir hin. Zwei Liter Öl und am nächsten Morgen geht es Richtung Leuchtturm. In Cayo Largo werde ich das Ding ausbauen und dichten. Nico ist zufälliger Weise auch noch Mechaniker – Na, dass passt ja.

Nur zwei Gäste. Lohnt sich das denn? Ja. Eigentlich war noch Katrin mit eingeplant, die aber leider ein dickes Knie bekommen hat und zu Hause bleiben musste. Mit „nur“ zwei Gästen bin ich natürlich viel entspannter – Nico und seine entspannte Frau Katja profitieren davon. Der Tagestrip bis zum Leuchtturm ist super entspannt. Am Abend gibt es Schildkrötengulasch. Ja. Die Fischer holen eine begrenzte Anzahl dieser Tiere aus dem Wasser und das ist auf vielen Inseln der Karibik auch erlaubt und üblich. Im Druckkochtopf dauert es grade mal 20 Minuten und ein köstliches Mahl ist zubereitet. Katja verschmäht den Braten aus diversen Gründen, Nico genießt die mal ganz andere kulinarische Erfahrung. Es frischt auf von Norden und uns MARLIN wackelt ordentlich in der Welle, die um die Ecke der Leuchtturminsel rollt. Schöner Tag. Nette Gäste. Gutes Essen. Es geht uns gut, die Sonne scheint, das Wasser ist blau. Das Ein zigste was mich nachdenklich an Cuba macht, ist, dass ab dem ersten Mai täglich hundert Flieger mit amerikanischen Touristen kommen werden. Die Cubaner freuen sich auf die Devisen. Ob die Amis nur Geld bringen? Was wird in den nächsten Jahren aus diesem wunderbaren sozialistischen Land werden? Werde ich im nächsten Jahr wieder in Cuba Mitsegeln anbieten können? Stirnrunzelnd sitze ich auf der Rettungsinsel, trinke einen letzten Rum, der eigentlich gar nicht mehr sein muss, rauche eine letzte schwarze Fischerzigarette, die eigentlich auch nicht mehr sein muss. Aber wann wird es je wieder so schön wie heute Abend sein. Also: „Enjoy Life Miguel!“, denke ich mir und wanke in meine Kabine.



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  • 23:00:00
  • 18.04.2016
  • 21°39.7042'N, 081°02.5277’W
  • -°/ -kn
  • Leuchtturm Cayo Este / Cuba
  • Cayo Largo / Cuba
  • 26°C
  • 10 kn / E
  • 0,3m

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