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Last Pic vom Bootsmädchen

Heissnasse Überfahrt nach Trinidad

Claudia verlässt mich. Tja. So kann es gehen. Chaguramas ist nicht so der Renner würde ich mal sagen und da reizt es doch mehr mit Mark von der USUTU von Grenada nach Antigua zu segeln. Mir soll es recht sein. Ich habe die Beiden nicht ohne Absicht bekannt gemacht. Was soll Claudia auch dabei sein, wenn ich anfange Bootprojekte anzustoßen, Verhandlungen führe etc… Nix gut. Und Mark kümmert sich rührend um Claudia ;-)

Und so segeln wir am Sonntag Morgen in aller Frühe los. Claudia steht etwas sprachlos da, als ich etwas schroff mal alles einfach selber in die Hand nehme, den Anker aufhole, die MARLIN in Position bringe, das Groß mit der E-Winsch in wenigen Sekunden hochziehe und ohne Trara und Kommandos nach 10 Minuten auf der Kurslinie nach Trinidad bin. „Sorry Claudia. Ich musste mal scheuen, ob ich das noch alles alleine kann. Das muss halt sitzen.“ Mit achteinhalb Knoten Speed und der Fock am Start geht es schnell Richtung Trinidad. Ich setze den neuen „Planer“ ein. Ein Stück Edelstahlblech, dass meine Fischköder einige Meter in tiefes Wasser zieht. Beißt ein Fisch an, geht der Planer waagerecht und kommt mit dem Fisch an der Leine an die Oberfläche. Wegen den Algen im Wasser erhoffe ich mir so wieder Fisch zu fangen. Schon nach weniger als einer Stunde habe ich eine kleine Dorade an der Angel. Sollte das klappen? Leider entwischt mir der Fang wieder und es gibt später Spagetti mit Tomatensoße.

Wir segeln fürstlich und megaschnell in die richtige Richtung bis ebenso megaschnell ein dicker Squall aus Osten kommt. Mein siebter Sinn sagt mir: „Segeljacke, Segelschuhe!“ Claudia schläft. Sie ist gestern erst sehr spät von der USUTU zurück gekommen. Tja, Abschiednehmen ist halt nicht einfach. Kurze Zeit später reffe ich die Fock, das Groß ist schon im zweiten Reff und ab geht die Post. 30 Knoten legen uns auf die Seite, Claudia fällt aus der Koje. „Kann ich helfen?“ „Halt Dich fest und bleib im Cockpit!“ Nass ist es. Es regnet in Eimern und irgendwie ist es wie immer kurz vor der Küste von Trinidad.

Für den Yanmar habe ich ein dickes Rückschlagventil in den Kühlwasserzugang eingebaut. Ein großes. In der Hoffnung nun alle Kühlwasserprobleme los zu sein starte ich die Hauptmaschine und wieder bekommt der Yanmar nur Luft statt Wasser. Im Hafen klappt immer alles, nach dem Segeln: Scheiße! Wir stehen 10 Meilen vor dem Eingang nach Trinidad. „Und nu?“ Durch das Ventil kann ich auch nicht wie gewohnt einfach mit der Druckwasserpumpe den Yanmar mir Süßwasser füllen und dann läuft er wieder. Wir müssen zweimal beidrehen und mit viel Liebe und Gut zu Reden, Tätscheln und Fluchen läuft der Yanmar irgendwann wieder mit einem guten Strahl Kühlwasser. Doch ein neues, altes Problem meldet sich. Die Öldrucklampe geht jetzt gar nicht mehr aus. Bisher gab es Probleme im Leerlauf, jetzt plötzlich immer. Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Ich schaue auf das Monometer. Oldruck ist 60psi. Also ist doch alles o.k. und er Sensor ist im Eimer. Wieder geistert es durch meinen Kopf: Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Fünf Meilen vor uns, der Hafen, ein kühles Bier, die Werft und ein Mechaniker, der mir helfen kann. Hmm. Also noch mal Öl checken. Alles ist o.k. Frisches Öl ist drin, Filter gewechselt. Bis in den Boca del Dragon segeln wir, dann ist der Wind weg, dreht auf Süden, der Strom steht uns entgegen. Der Kanal ist eng. Es ist dunkel. Ich starte den Motor, geh in den Wind, Claudia lässt der Große einfach in das Lazybag fallen. „So, wenn wir jetzt in drei drei Minuten einen Kolbenfresser haben, dann haben wir ein Problem: Warnt der Summer und die Öldrucklampe, was macht man da? Sofort Motor aus, sonst Kolbenfresser. Aber alles ist gut. Motortemperatur normal. Wir tuckern mit 1800 Touren Richtung Chaguramas, direkt hinter uns die Küstenwache. „Wo kommen die denn her?“ Keiner hat sie vorher gesehen. Ich schalte das AIS wieder auf Senden und schon drehen sie ab. Vor Peakes Yacht Service fällt der Anker. Kaltes Bier. Emma den Motor streicheln, noch ein Rum und ab in die Falle.

Heute dann Einklarieren und das ganze Procedere. „Da könnt ihr aber nicht liegen bleiben.“ „Wir haben ein Motorproblem.“ „Ok. Dann dürft ihr mitten im Trafficchannel liegen bleiben.“ Die MARLIN freut sich schon auf die Werft. Drei Jahre war sie jetzt ununterbrochen am Start. Ein Jahr Karibik mit mehreren Kollisionen, Lackschäden, Ankerproblemen, Mastschaden, Nord-Atlantiküberquerung, Umflaggen nach Deutschland, Ein Winter in Flensburg, sportliches Testsegeln mit vier Crew’s im Winter auf der Förde, die norwegische Küste gegen Wind und Strom, Lefoten, Spitzbergen und zurück nach Bergen. Im Sturm nach Amsterdam, durch den Kanal und gegen den Wind durch die Biskaya, Portugal und Madeira, die Salvagens und die Kanaren. Zehn weitere Crew’s hat sie hinter sich gebracht ohne große Schäden. Die MARLIN hat sich echt bewährt. Ein tolles Schiff. Sie hat sich ein bisschen Werft verdient. Mehr als 20.000 Meilen seit Kauf der MARLIN in 2013.

 


Mitsegeln auf der MARLINwww.marlin-expeditions.com

 






  • 19:17
  • 21.12.2015
  • 10°40.7835'N, 061°38.2337’W
  • -°/ -kn
  • Chaguramas / Trinidad
  • Germany
  • 28°C
  • 60°/ 2 kn
  • 0,5 m

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