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Hinter den Bergen beim blauen Leuchtfeuerschiff

Kleine Pflaster gegen die Skipper Blasen

Ja. Es war auch alles anstrengend in den letzten Wochen und Skipper Micha bedarf ein paar Tagen Ruhe. Da kommt die Einladung von LUNATRONIC Kunde Konrad doch mal im Hotel/Spa/Marina Komplex „Le Pha Bleu“ vorbeizuschauen grade richtig an. Ich soll mir das Kurzwellenumfeld in Konrads Yacht, einer schicken, eleganten Hanse anschauen, in der er ein M802 mit PACTOR Modem einbauen will, dass er als Selbsteinbausatz von mir (LUNATRONIC) gekauft hat. Die Besichtigung ist schnell erledigt und im Angesicht zu der ToDo Liste auf der MARLIN bin ich auch ganz froh, dass Konrad mich nicht bittet die Kabel für ihn durch seine Bilge zu ziehen, sondern dies selbst machen will. Jaja ;-)

Also sitze ich seit zwei Tagen am Pool und lasse mir von schicken langbeinigen creolischen Schönheiten ebenso lange „Long-Drinks“ in eiskalten Gläser servieren und genieße ab und an dazu einen Gruß aus der bis in die Schweiz bekannten Küche. Einmal am Tag kommt der ansässige Chiropraktiker und kümmert sich um die Schmerzen im Lendenwirbelbereich meines Rückens. Über What’s App berichtet mein Bootsmädchen Claudia von ihren Fortschritten auf der MARLIN im Kampf mit der To Do Liste. Ich genieße die 30 Grad im Schatten und langweilige mich ein bisschen, während ich den Kokosnüssen ausweiche, die von den Bäumen fallen.

Die Realität sieht leider wie so oft im Leben ganz anders aus. Am Samstag kommt Susan mit ihrem Ehegatten Thomas an Bord um einen entspannten Wochenendschnuppertörn zu machen. Chris und Claudia freuen sich auch schon. Ich sowieso. „Sollen wir heute mal die Fock statt der Genua setzen? Ich schaue mein erfahrenes Team fragend an. Das Meer ist weiß. „Ach nö Skipper, dass ist doch wieder so viel Arbeit mit den Running Backstay’s.“ Ich schaue wieder auf’s Meer, auf die weißen Schaumkronen. „Na, wie ihr wollt. Dann zieht mal das zweite Reff ins Großsegel.“ Zwanzig Minuten später sitzt der arme Thomas mit dem gelben Eimer zwischen den Füßen geknickt im Cockpit und die MARLIN reitet die Wellenberge hoch und runter. Da fällt auch noch der Kurt ins Wasser. „MANN ÜBER BORD!“ Der orangefarbige Rettungsring klatscht in die See. Große Aufregung. Böse Blicke. Meine Atlantikcrew hatte es ja immer sehr eilig. Mein schlechtes Gewissen bestätigt sich. Ich hätte dieses Manöver am Anfang des letzten Atlanti-Schlages machen sollen und in Zukunft wird das immer so sein, auch wenn der Generator streikt und zig andere Probleme anscheinend wichtiger sind. Die Kommandos kommen langsam, die MOB Taste wird spät gedrückt und die Rettungsmittel werden nicht ausgeworfen. Außer Claudia hat keiner meiner Mitsegler eine Rettungsweste an. Nach drei Minuten gerät Kurt, der über Bord geworfene Rettungsring außer Sicht und Steuerfrau Susan sagt: „Micha, ich weiß nicht was ich machen soll!“ In der Lost in Space Situation schaut auch Co-Skipper Chris nur noch schnell weg aufs Wasser. Wären Miki und Richard da, würden die jetzt noch wissen was zu tun ist? Ohje. Ich bekomme die mittelschwere Krise und mache mir ernste Selbstvorwürfe. Über den Atlantik habe ich sie alle rüber bekommen. „Mensch Kinders. Ich bin echt froh, dass ich bei euch nicht über Bord gefallen bin.“ Ich übernehme das Steuer. Inzwischen haben alle ihre Westen an. Wir wenden und segeln zum MOB GPS Punkt zurück. Chris erblickt Kurt, Aufschiesser, Genau steht back und Susan nimmt Kurt an der Lee Seite an Bord. Beigedreht machen wir eine Teambesprechung, trinken was und kommen zur Ruhe. „Also, da müsst ihr wohl noch mal wieder kommen auf die MARLIN. Das muss noch mal geübt werden. Und wenn nicht, dann solltet ihr das zumindest auf dem nächsten Boot als allererstes machen. So lange bis das im Schlaf klappt.“ Betretene Gesichter schauen mich an.

Am Abend im Restaurant den Pha Bleu’s ist alles wieder vergessen und hoch die Tassen. Chris reist um vier Uhr morgens am Sonntag Morgen ab. Allerdings nicht für lang. Um acht Uhr ist er schon wieder zurück an Board. Er hat seinen Reisepass vergessen. Ohne Pass, kein Flug. Und so kommt er in den Genuß einen Dinghy Concerts. Alle paar Wochen veranstaltet Dieter, der Schweitzer Initiator des Pha Bleu’s, eine Konzert zu Wasser. Ein alte Bartsch dient als Publikumsplattform mit Getränkeausschank und das Arbeitsschiff als Konzertbühne. Ein paar lokale Musiker spielen Bob Marley Songs und alles was ein Dinghy hat, dockt im trinkenden Pulk an und rockt mit. Auf jeden Fall eins: Einmalig. So ein Konzert haben wir noch nie besucht. Am Abend räume ich den Freezer aus, denn den brauchen wir erst wieder im Februar. Chris bekommt noch mal ohne Abrechnung doppelten Lammrücken a la Michael aus dem Ofen, als Pflaster wegen dem Reisepass. Ich hätte ja auch mal dran denken können. Die Frage: „Hast Du alles?“, reicht eben doch nicht immer.

Jetzt waren es nur noch zwei. Claudia und Micha sitzen auf der MARLIN. Ein Blatt Papier mit allem was gemacht werden muss. Ganz oben: Claudia Frisör. So. Ich leg mich wieder im Gedanken an den Pool zu den lanbeinigen Creolinnen und den dazu passenden Drinks. Morgen wieder Realität. Gute Nacht.



Mitsegeln auf der MARLIN www.marlin-expeditions.com






  • 22:22
  • 14.12.2015
  • 12°35.6340'N, 061°24.7320’W
  • -°/ -kn
  • Grenada / Le Pha Bleu
  • Trinidad
  • 30°C
  • 60°/ 8 kn
  • 0,5 m

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