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Tendenzieller Blogout

Segel, segeln und wieder segeln

Wir haben heute Morgen Sao Nicolao verlassen mit dem Ziel Ost. Boa Vista liegt etwa 80 Meilen vor uns, der Wind schralt ordentlich aus dem nordöstlichen Sektor. Meine Crew ist etwas dezimiert. Claudia ist wegen Magenverstimmung ausgefallen. Ob es auch mit „Seebeinen bekommen“ zu tun hat ist nicht genau festzustellen, ist auch egal, Claudia ist ausgefallen und liegt in der Koje. Wir segeln Höhe, meint gegenan, meint die MARLIN schlägt durch die Wellen, die aus Norden kommen. Eh nicht so der Anfängerkurs. Meine restlichen Crew gibt sich alle Mühe des Kurs zu halten. Das schwächste Glied ist Rafa unser kapverdianischer Bootsboy, der einfach den Kurs nicht halten kann. Nun, dafür kann er andere Sachen gut. Mark und Norbert wechseln sich ab und halten die MARLIN auf Kurs. Üben, üben und wieder üben. Is ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Natürlich könnte ich den Autopiloten einschalten, die Crew aber will lernen. Gut so.

Ilha Santa Luzia eroberte die Crew mit Rafa allein. Ich durfte nach den anstrengenden Anfangstagen wichtige e-mails beantworten und mit meiner Familie telefonieren. Von Sao Vicente reicht das 3G Netz bis zum Ankerplatz im Süden der unbewohnten Insel. Schöne neue Welt. Ich weiß nicht, ob ich das nun gut oder blöd finden soll. Natürlich nutze ich das Internet, statt die notwendigen Arbeiten im Motorraum der MARLIN auszuführen. Am Nachmittag schaue ich zum Strand. Mannshohe Wellen brechen sich lauthals am Strand. Ich rechne schon mal damit das meine Mannschaft mit dem Dinghy kentern wird, beim Versuch das Beiboot durch die Wellen zu bekommen. Ich brauche kein Fernglas um zu sehen, dass Rafa das einzig Richtige macht und in einer stillen Phase das rote Dinghy alleine durch die Wellen bringt und die Crew auffordert zum Beiboot zu schwimmen. Für ihre Sachen haben sie eine wasserdichte Tasche dabei. 10 Minuten später ist Rafa mit Claudia an der MARLIN. „Norbert schafft es nicht den Weg zum Dinghy zu schwimmen. Mark sitzt mit ihm am Strand und wartet.“ „Ok. Rafa. Ich komme mit Dir. Nimm den Rettungsring mit.“ Mark und Rafa holen Norbert ans Beiboot, der Rettungsring trägt den kräftigen Mann und ich ziehe ihn ins Beiboot. Es stellt sich heraus, dass Norbert nicht mehr geschwommen ist seit dem er sechzehn war und eigentlich gar nicht schwimmen kann. „Norbert. Kannst Du Dich zwanzig Minuten ohne Schwimmhilfe über Wasser halten?“ Die Antwort macht mich nachdenklich „Nein.“ Ich organisiere ein gemeinschaftliches ums Boot schwimmen am nächsten Morgen. Am Abend trage ich die Frage in den MARLIN Fragebogen ein. Mein Fehler. Eindeutig. Das hätte auch in die Hose gehen können. Gemeinsam mit Norbert entscheide ich, dass er für den Rest des Törns immer angeleint ist, sobald die MARLIN sich bewegt. Kühlschrank und Vorratsbilge sind leer. „Lasst uns nach Sao Nicolau segeln!“

Die letzten vier Tage haben wir dann in Sao Nicolao verbracht. Eine Fahrt über die Berge, in den Norden der Insel, nach Cidade da Ribeira Brava, entspannt alle. Vielleicht sind es vor allen Dingen schon mal die deutschen Temperaturen in den Bergen, die ein bisschen Erholung bringen. Unsere Suche nach Gemüse und einem Supermarkt wird auch in Cidade da Ribeira Brava mehr oder weniger enttäuscht. Wir kaufen was es grade gibt und davon viel. So ist das auf den Kapverden. Dafür bringt uns am Nachmittag ein Einheimischer einen Yellowfin Thunfisch vorbei. Nicht mit einem Boot. Er kommt einfach geschwommen. Kapverden halt. Zum vereinbarten Preis nimmt er ihn dann auch direkt auf der Badeplattform aus.

Den gestrigen Tag verbringe ich dann endlich wieder einmal im Motorraum. Mit Blaumann, Stirnband gegen den Schweiß und Knieschutz, wegen meinen Sturz und dem aufgerissenem Knie in Santo Antao. Das Schauglas am Tagestank ist zerbrochen, ein paar Liter Diesel sind in der Bilge gelandet. Der Generator braucht ein Ölwechsel und ich finde endlich das Luftleck im Ansaugschlauch der Hauptmaschine. Fertig bin ich noch nicht, aber am folgenden Tag soll es ja weiter gehen. Das ist der etwas frustrierende Status der Reparaturen. Ich komme diesen so grade hinterher, aber auch nicht mehr.

Das beste vom Tag ist aber etwas ganze anderes: Renes Pfeifen auf 8 Mhz zur verabredeten Zeit. „Eh, dass ist aber jetzt mal richtig cool. Rene, kannst Du mich hören?“ Wir probieren noch ein paar Frequenzen aus. Die 10 Mhz. Die 13er erweist sich als beste. Endlich können wir wieder über Funk miteinander quatschen. Rene sitzt auf der SY MIRA in Saint Maarten. Is ja schon mal ne gute Strecke für zwei Funkanlagen an Bord von Segelbooten! „Bis Morgen mein alter Freund. Fühl Dich gedrückt!“



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  • 13:37
  • 02.11.2015
  • 16°21.4480'N, 024°00.1120’W
  • 106°/ 6 kn
  • Cabo Verde
  • Cabo Verde / Boa Vista
  • 33° {TempWater:26° {Wind:30°/ 12 kn
  • 30°/ 12 kn
  • 2 m

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