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Und dann fahr’n wir übers Meer, übers Meer

Von Sirenen, Skippern die sich ärgern und Hafenmanövern

„Delfine!“, klar hauen mich Delfine auch immer wieder aus dem Sessel. Aber nicht so sehr wie meine Mitsegler, weil ich eben doch schon mal welche gesehen habe. Fleckis, Fleckendelfine tummeln sich um die MARLIN, die nur mit Großsegel an der Costa Calma von Fuerte Ventura Richtung Morro el Jable segelt. Nicht besonders schnell, aber auch nicht besonders langsam. Das Meer ist ruhig und zeigt sich lieblich rumwabernd, ich trau dem Braten nicht. Ich kenne die Kanaren, die Düsenwinde und Fallwinde. Es sind nicht ein paar Delfine, es sind dutzende, es sind kleine Schulgruppen, mit Lehrer und Schülern, Papas, Mamas und zig Kindern, es sind hunderte, es hört gar nicht mehr auf. Meine Crew ist voller Glück, Faszination und Begeisterung. Aus einem kurzen Besuch der Tiere werden Stunden. Immer wieder neue Tiere erscheinen am Bug, am Heck, prollen um den besten Platz in unserer kleinen Heckwelle, üben Synchronschwimmen und –springen, ganz nah an der MARLIN. „Boahhhhh!“ , Noah ist ganz aus dem Häuschen. „Vorher habe ich Delfine nur im Aquarium gesehen. Zeigst Du allen die mit Dir segeln die Delfine?“ „Das ist reiner Zufall Noah“, klärt Rossi ihn auf. „Aber wir zahlen doch Geld dafür.“ Ich lache, Rossi lacht. „Nein. Noah, das ist so…“

Wir wollen nach Morro el Jable, dort ankern und gemütlich ein Bier trinken und am nächsten Tag weiter. „What the fuck is doing this South East Wind with 20 Knots here?“ Me, Skipper Micha ist etwas ungehalten, man sieht kaum Sterne obwohl keine Wolke am Himmel ist. „Wassen hier los?“ Vor Morro el Jable, einem sehr ruhigen Hafen, bläst es wie Hechtsuppe aus Ost-Südost. Wir nehmen das Großsegel runter, zum ersten Mal, mitten in der Nacht. Gute Crew. Alles kein Problem. Markus, Martin, Robert und Rossi haben alles im Griff. Kein geschützter Ankerplatz in Aussicht. Logbucheintrag: Wir laufen Kurs West vor Top und Takel mit 5 Knoten. Es ist dunkel. Es ist zwei Uhr morgens. „Wir fahren durch nach Gran Canaria.“ „Das ist aber eine plötzliche Entscheidung. Geht das denn?“ Kaum liegt Fuerte Ventura im Kielwasser schläft der Wind schlagartig ein. Düse. Kanaren. „So ist das eben hier.“

Die erste Nachtwache vergeht mit „…ans Meer gewöhnen…“ Zum Morgengrauen sind alle damit fertig. Unter Stützsegel geht es Richtung Las Palmas. In der Nacht ist eine kleine Wetterstörung über uns durchgezogen, ein kurzer Ausschlag auf dem Barometer bestätigt die Wetterkarten. „Hinterher, weißt Du immer mehr.“ Die MARLIN motort mit Stützsegeln gen Westen. „Weckt mich wenn ihr 10 Knoten Wind habt.“

Aus der ungemütlichen Nacht wird ein wunderschöner Segeltag. Der Wind kommt aus West, dreht langsam auf Nord. „Das macht die MARLIN immer so. Sie liebt Gegenwind um ihre geilen Am Wind Eigenschaften zu demonstrieren.“ Die Hafeneinfahrt von Las Palmas nähert sich. Johann der Diesel glänzt wieder mit Luft im Kühlwassersystem. „Na dann segeln wir eben bis zum Ankerplatz! Ohne Motor.“ Ungläubige Blicke. „Wie. Geht das denn?“ Fünf Wenden im Hafenbecken, mit der letzten nehmen wir die Genua weg, Aufschiesser, der Rocna fällt an freilaufender Kette. Die MARLIN steht. „Geht doch.“ Gute Crew. Ein absolut rumschreiloses Manöver. „Das Bier habt ihr euch verdient.“ Nach dem Bier verschwinde ich „Untertage in den Motorraum“, wechsel die Oringe, die Markus aus Deutschland mitgebracht hat und finde zufälliger Weise endlich die Stelle wo das Kühlwassersystem Luft zieht. Eine Schlauchtülle aus Kunststoff am Hauptabsperrhahn ist lose. Provisorisch ziehe ich die kurz fest und alles ist gut. Ob es das jetzt war? Für immer und ewig? Haha. Alle sind glücklich.



Mitsegeln auf der MARLIN. Bewerbe Dich hier! Vom 20.10-13.11 sind noch zwei Plätze frei um die Kapverden zu erobern. Dann wieder im Februar. www.marlin-expeditions.com






  • 23:00
  • 05.10.2015
  • 28°07.8891'N, 015°25.4165’W
  • 0°/ 0 kn
  • Las Palmas / Islas Canarias
  • Cabo Verde
  • 26°/ 1019 hpa
  • 23°/ 11 kn
  • 0 m

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