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Motorprobleme

Klappe die Zweite

Wir stehen 264 Meilen vor Porto Santo, unser erster Hafen auf Madeira. Es ist ruhig im Boot. Alle schlafen. Es ist meine Wache. Der Wind hat endlich auf Nord gedreht, nachdem wir das erste Drittel am Wind gesegelt sind. Es ist schwachwindig, zum Teil sehr schwachwindig und entsprechend schaukelt das Schiff ohne richtig Druck in den Segeln zu haben. Außerdem ist es heiß geworden. Wir sind in den Subtropen angekommen. Das Wasser ist 22 Grad und am Tage tiefblau. Richtig wunderschön tiefblau. Es ist die zweite Nacht auf See. Die erste war nicht besonders schön. Den größten Teil der Wache habe ich im Motorraum verbracht. Aber das beschreibt Jan.

Es ist Samstag, endlich kann es los gehen Richtung Madeira. Wir haben uns dazu entschieden die Nacht noch vor Albufera vor Anker zu verbringen und eine letzte Nacht mehr als drei Stunden am Stück zu schlafen. Am nächsten Morgen geht es dann ohne den Motor zu starten los, wir setzen das Groß noch unter Anker.

Bei leichten Winden um die 9 Knoten geht es zunächst entlang der Algarve gen Westen. Irgendwann nehmen wir dann die Ausfahrt aufs offene Meer. Es ist gegen 22 Uhr, es ist stockduster, der Mond ist nicht zu sehen und das einzige Licht kommt von den Sternen und dem bisschen Meeresleuchten um die Marlin herum. Wie gewohnt wollen wir den Generator am Abend kurz laufen lassen, um die Batterien für die Nacht vorzubereiten. Das Prozedere ist immer das Gleiche, nur diesmal leuchtet eine Led am Panel rot statt grün. Schnell steht fest, dass der Generator kein Kühlwasser ansaugt. Wir bauen die Kühlwasserpumpe aus, tauschen den Impeller, fummeln das Teil wieder an seine Stelle, drücken den Startknopf – nichts passiert, immer noch kein Wasser im Schlauch. Wir bereiten uns schon mal auf einen Batteriesparmarathon vor und zu dem Licht der Sterne und des Meeresleuchtens gesellt sich ab sofort nur noch das Licht unser Headlamps.

Erfahrungsgemäß löst man solche Probleme besser bei Tageslicht, ausgeschlafen und mit klarem Kopf. Dann fallen einem die trivialen Dinge meist direkt auf und das Problem ist deutlich schneller beseitigt, falls es sich bis dahin nicht eh schon von selbst beseitigt hat. Es ist 2 Uhr Nachts, an Schlaf war bis jetzt nicht zu denken, die Batterien neigen sich dem Ende zu. Na gut denken wir uns, dann starten wir halt mal den Motor, der kann schließlich auch die Servicebatterien laden, zwar nicht so energieeffizient wie der Generator aber was soll’s. Schlüssel umdrehen, vorher noch kräftig die Toilette pumpen und dann noch kurz in den Motorraum um den Kühlwasserfluss zu kontrollieren. Auch hier selbiges Problem. Uns wird klar, dass da wohl etwas mehr Luft im Kühlwassersystem sein muss oder sich etwas im Saugrohr verfangen hat. Mitten in der Nacht haben wir die absurdesten Ideen was das sein könnte. Wir versuchen systematisch Bauteile zu überbrücken um diese auszuschließen. Das Rätsel’s Lösung finden wir aber nicht, zumindest nicht mitten in der Nacht. Um das Segeln kümmern sich glücklicherweise unsere Gäste die diese Nacht die ein oder andere Stunde länger am Ruder stehen. Der Autopilot bleibt aus. Auch das hilft dabei die Batterien zu schonen.

Heute Morgen nach wenigen Stunden Schlaf schließen wir die Motorkühlung direkt an den Saugstutzen. Der Motor läuft wieder, die Ursache ist noch nicht gefunden, aber wir sind ihr auf den Fersen. Wir lassen den Motor ein wenig mit Standgas mitlaufen, um die Batterien aus ihrem Tiefenschlaf wieder zu wecken. So haben wir außerdem die Zeit im Cockpit sämtliche Fehlerursachen zu diskutieren. So wie wir es oft machen, wenn wir mal nicht weiter wissen. Der Plan ist statt Wasser aus dem System zu saugen, einfach Wasser hineinzupumpen. So sollte man einerseits die Luft heraus drücken können und andererseits das Leck feststellen.

Während ich ein kurzes Nickerchen mache, da mit mittlerweile die Augen im Stehen zufallen, klettert Micha wieder in den Motorraum um unseren Plan in die Tat umzusetzen. Knapp eine Stunde später stehe ich verstrahlt im Pilothouse und unser Problemchen liegt vor mir auf dem Tisch. Der Zahn der Zeit hat wohl etwas zu heftig an der Messingmuffe vom (Alu-) Wasserfilter genagt. Korrosion ist mal wieder der Übeltäter. Das Wasser wird jetzt nicht mehr gefiltert bis wir auf Madeira eine neue Kunststoffmuffe kaufen, damit sollte so etwas hoffentlich nicht mehr vorkommen.

Wir jedenfalls beschäftigen uns jetzt erst mal mit den wirklich wichtigen Sachen: Essen und Schlafen, während uns die 6 Knoten Wind von vorn mit 6 Knoten vorwärts bewegen.

Jan



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  • 03:48
  • 14.09.2015
  • 35°21.0993'N, 011°54.3669’W
  • 261°/ 5,4kn
  • Atlantic
  • Madeira / Puerto Santo
  • 21°/1017.6 hpa
  • 19°/7kn
  • 2-3 m

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