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Kontraste

11:13 Endlich wieder ausgeschlafen blinzeln wir heute morgen in einen strahlend blauen Himmel. Um uns herum kleine Inseln mit Kokospalmen, Mangroven, Huetten aus Naturmaterialien und das ruhige Wasser der Lagune. Schoener kann ein Ausblick am Morgen kaum sein.

Der Wind blaest mit Windstaerke vier, so dass die SY Allay endlich unter Segeln nach Colon aufbrechen kann, um ihre Welle zu reparieren, damit sie den Motor wieder benutzen koennen. Leider nur ein kurzes Wiedersehen, aber Mitte August sind sie wieder hier.

So langsam stellen sich auch die ersten einheimischen Besucher ein. Ein Kanu mit Mann, Frau und zwei Kindern kommt laengseits und versucht Molas zu verkaufen. Molas sind die kunsthandwerkliche Haupteinnahmequelle der Kuna. Eine Applikationsarbeit aus vielen verschiedenen Stoffschichten, die entweder geometrische Figuren oder aber Tiere, Pflanzen oder Menschen darstellen. Die Kunafrauen tragen die Molas als eine Art Schaerpe ueber bunten Wickelroecken und Blusen.
Wunderschoen sind sie, aber heute, am zweiten Tag sind wir noch nicht auf Souvenirjagd aus. Ein bisschen grimmig schaut sie schon, als sie merkt, dass wir nichts kaufen werden. Fast regt sich mein schlechtes Gewissen…aber schlisslich koennen wir nicht jedem etwas abkaufen. Ihr Kind haette ausserdem Hunger, ob wir nicht Milchpulver haetten, als Geschenk.

Es ist immer wieder schwierig in solchen Situationen zu handeln. Auf der einen Seite, tut es ja nicht weh, ein bisschen Milchpulver abzugeben, aber man kommt natuerlich sofort bei jedem Boot in Zugzwang. Gut, dass wir uns gestern schon mit den San Blas Kennern Paulo und Mayte unterhalten haben, die sagten, dass die Kuna nicht arm sind, alles zum Leben haben, was sie brauchen und nicht auf eine Spende von Lebensmitteln angewiesen sind. Doch es gibt viele Boote, die grosszuegig ihre Vorraete verschenken, weil die Kinder so suess sind, die Frauen so pittoresk und damit zeigen, dass die Bootsleute alles im Ueberfluss haben. Natuerlich werden die Menschen dadurch animiert, zu fragen.

Doch wie ueberall kann man auch hier wirkliche Freunde gewinnen. Wie anders war dann auch der naechste Besuch, Viktor, mit seinem Einbaum. Ein Freund von Paulo und Mayte, und damit auch von uns, wie er sagt. Reicht uns eine Tuete mit fremdartigen Fruechten an Deck und laedt uns fuer den Nachmittag in sein Haus ein. An Bord bei den drei Kuna grosses Gelaechter, als ich frage, wie man diese Fruechte isst. Aber ob sie wissen, wie man Rhabarber zubereitet???
In solchen Faellen ist ein Geschenk an den Gastgeber heute Nachmittag ja selbstverstaendlich.






  • 11:13
  • 23.07.2002
  • 09°35.34'N, 078°40.43'W
  • Tiadup/San Blas
  • -
  • 30°C
  • NE 3
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