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Kalte Finger. Statt wärmer wird es mit jeder Meile Süd kälter.

Warum sieht es eigentlich auf den Bildern immer so harmlos aus?

Wo ist eigentlich Arved? Nun. Arved sehe ich nicht viel. Entweder ich schlafe oder Arved schläft. Manchmal essen wir zusammen oder wir wecken uns gegenseitig wenn einer aufs Vordeck muss. Arved hat aufgegeben zu fotografieren. So ein Schiff unterwegs ist schnell durchfotografiert. Dazu kommt, dass wir 50 Meilen hinter Spitzbergen, einen grauen Himmel bekommen haben und die Sonne sich seit dem nicht blicken lässt. Na, wenigstens kein Schneetreiben. Draußen ist irgend was um ein Grad! Die Tampen zu bedienen ist grausam. Mit Handschuhen hat mein kein Griff, ohne, was man meist macht, steht man später 10 Minuten an der Heizung um die Klauen wieder funktionstüchtig zu bekommen. Die Kälte schmerzt. Die Tür zum Cockpit ist eigentlich immer zu. Hand gehen tut schon gar keiner. Gustav, der Autopilot macht alles. Seit Spitzbergen haben wir kein anderes Schiff gesehen.

Ich versuche es immer mal wieder. Mit Kamera, GoPro oder Sony, irgendwie die Stimmung festzuhalten. Aber es gelingt mir nicht. Bei dem obrigen Bild haben wir 25 Knoten Wind und 3,5 Meter Welle, rasen mit 8-9 Knoten übers Wasser. Sieht aus als wenn wir an einem windlosen Wochenende von Makkum nach Amsterdam mit Motorhilfe tuckern. Und ich dachte immer ich könnte etwas besser fotografieren als der Durchschnitt. Traurig ist das. Und die Grönlandsee oder Nordmeer vermittelt zumindest bei dem Wetter eher Depression als Endorphine.

Die Stimmung an Bord ist ähnlich. Ruhig. Ausgeglichen. Etwas grau – gelangweilt. Wir sitzen in unseren Wachen im Pilothaus und schauen auf den grauen Vorhang. Ich sitze viel am Rechner. Arved zwingt sich stündlich zum Logbucheintrag. Wir sind motivationslos. Ich drehe mir eine Zigarette und halte die dann ohne weiteres eine halbe Stunde in den Fingern, bis ich mich vielleicht entscheide mich für drei Minuten raus zu setzen und sinnlos zu paffen. Man hat ein gemeinsames Ziel. Sonne. Wärme. Arved will an der Alster sitzen und ich in La Coruna. Doch das Wetter spielt uns einen Streich. Am Dienstag Morgen wir ein neues Tief auf die britische Küste treffen. Ordentlich Tief. Und das war es mit dem Traum von Schottland und der Westküste und Falmouth. Zumindest in einem durch. Wir erreichen weder Island rechtzeitig, noch Schottland, noch die Färöer Inseln. Ich muss heute Nacht eine Entscheidung treffen. Drei Tage Wettervorhersage ist lässt leider keine Hoffnungen mehr zu. Ich muss den besten Kurs abstecken. Der Alternative Plan steht schon. Wir werden Trondheim in Norwegen anlaufen und auf das folgende Hoch warten, dass uns wieder Nordwind und Sonne bringt. Dauert ein paar Tage. Aber vielleicht geschehen ja noch Wunder. Wer weiß das schon. Alles in Buder auf’m Kudder. Die MARLIN schneidet draußen wieder mit 10 Knoten das Nordmeer in zwei Teile. Gut macht sie das.


Nächste Abfahrtmöglichkeit mit der MARLIN: Ich würde an Deiner Stelle erst Mitte July in Falmouth einsteigen und dann mit über die Biskaya segeln. www.sy-marlin.de/mitsegeln






  • 23:59
  • 12.06.2015
  • 73°19.3600'N, 000°50.2400’E
  • 190°/7.5kn
  • Grönlandsee
  • South
  • 2.7°/997 hpa
  • NNW/19kn
  • 3,5m

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