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Segeln auf der Marlin – Dann machst du alles richtig!

Oder einfach nur ein geiler Tag

Der Skipper schläft und ich nutze die Gelegenheit seinen Blog zu schreiben :) Es ist Donnerstag, der 7. Mai. Wir haben uns auf Grund eines Besuchs einer Dame von der Hafenverwaltung von Bodö, dazu entschieden früh aufzubrechen. Also Wecker auf 5:30 gestellt und ohne groß Frühstücken die Leinen los und langsam rückwärts raus. Bei einem 30 t Boot mit ordentlich Rad-Effekt gar nicht so einfach. Aber der Skipper macht das schon. Wir motoren aus dem Hafen von Bodö. Entgegen der Prognose haben wir etwas Wind. Naja und Regen. Aber nur leichten und dagegen kann man sich ja warm anziehen. Nach etwa einer Stunde, haben wir genug Platz zwischen den Untiefen um die Segel zu setzen. Das Groß ins 2. Reff und die Genua gesetzt. Es klappt alles ganz gut und selbst Micha sagt „Gut gemacht! Wenn wir an der nächsten Untiefe vorbei sind gibt `s Frühstück.“ Nach Gefühlt einer Ewigkeit, es ist gerade mal 8:10, macht Arved das Frühstück und wir sitzen zusammen im Salon und Frühstücken. Bis vor ein paar Tagen wäre das für mich aus mehren Gründen nicht möglich gewesen…unter anderem wäre mir sehr schlecht gewesen. Aber nach recht kurzer Zeit sind mir doch tatsächlich Seebeine gewachsen ;)

Nach dem Frühstück gehen wir meine Aufzeichnungen von gestern durch – die Überfahrt zu den LOFOTEN. Die bestehen aus ganz vielen kleinen Inseln. Idealerweise fahren wir von Süd-Osten an die Lofoten ran. Es gibt den Ort mit dem kuriosen Namen AA oder °A. Von da aus kommen wir ganz einfach zu den anderen schönen Orten. Zudem ist dieser Ort die Heimat einer bekannten Sängerin (Karin Brenes). Bemerkenswert bei nur ca. 300 Einwohnern. Die Überfahrt scheint gemütlich zu sein, 5 kn fahrt bei 11 kn Halbwind Kurs, berechnet sind knapp 5 Std bis zum entscheidenden Wegpunkt. Insgesamt aber doch 50 Meilen.

Langsam tauchen Bergrücken am Rande des Horizontes auf. Ein schöner Anblick, etwas unscheinbar noch. Eine Nebelbank setzt sich vor die Bergrücken. „Sagt mal Arved, wo ist eigentlich der Skipper?!“ „Im Motorraum. Seinem momentanen Lieblingsplatz…“ Wenig später kommt Micha aus dem Motorraum, stahlt und erklärt er habe den Fehler gefunden. Er möchte den Kühlkreislauf des Generators ändern. Er verschwindet wieder im Motorraum. Wenig später taucht ein Kopf auf und sagt nur: „Probier nochmal den Generator zu starten.“ Nichts passiert…und schon war der Skipper wieder 1 Std. nicht zu sehen. Freude strahlend kommt er wieder ans Tageslicht und sagt: „Ich hab den Fehler gefunden! Es war mal wieder Korrosion. Ein Kabel hat sich blank gescheuert und die Sicherung ist durch gebrannt.“ „Sagt mal habt Ihr die Landschaft eigentlich schon gesehen…?“ Mittlerweile sind beeindruckende Bergrücken am Horizont zu sehen. Schneebedeckt, mit einem Nebelvorhang auf etwa 1/3 der Höhe. Einfach nur schön. Wir beschließen ein Video zu drehen, mit den Lofoten im Hintergrund und machen dazu noch ein exklusives Fotoshooting. Der Wind kommt beinahe zum erliegen, wir sind knapp 15 Meilen von den Lofoten entfernt und unser Navi-Programm sagt uns immer noch 5 Std. bis zum Ziel.

Arved legt sich kurz schlafen oder schreibt Briefe (er war jedenfalls länger nicht zu sehen) und der Skipper hat sich unbemerkt wieder in den Motorraum geschlichen. Ich genieße den Ausblick und beschließe bei angenehmen 16 °C ein Sonnenbad im T-Shirt zu nehmen. Es ist Sommer, nicht nur in Deutschland auch im Nordpolarkreis! (Merke: Sommer ist wenn der Heiko im T-Shirt rum läuft!) Wir dümpeln weiter langsam auf die Lofoten zu. Der Skipper kommt strahlend aus dem Motorraum, setzt sich neben mich und meint: „Weißt du, in Bodö wollten sie Geld dafür haben, das wir im Hafen liegen und Geld in Geschäften ausgeben. Aber schau nur, das ist doch geil. Das sieht heute kein anderer…Das ist Segeln. Es kostet nichts. Dieser Anblick ist besser, als alles was ich bei der Weltumsegelung gesehen habe… Ich möchte dort eigentlich nicht ankommen und stattdessen weiter diesen Anblick genießen.“ Der Anblick ist einfach nur geil. Der Skipper ist wieder verschwunden. Nach einer gewissen Zeit, wir sind etwa 5 Meilen vor °A (der Wind ist quasi nicht mehr vorhanden, fahren wir rückwärts?!) beschließt der Skipper immer noch im Motorraum: „Segel runter und Motor an!“ – Also doch nicht „nicht da ankommen“. Der Anblick ist super. Kalte Fallwinde von den Bergen kommen und es ist nur noch mit Pullover und 2 Jacken auszuhalten. Der Nebel ist verschwunden. Da, ein Haus, und dort ein zweites… Langsam fahren wir auf °A zu, wir finden Platz in an einem Steg in mitten von 20 Häusern und einem ca. 4.5 m tiefen natürlichem Becken. Arved und ich beschließen das Dingi klar zumachen und noch ein wenig Fischen zu gehen, es ist ja erst „Nachmittag“ (eigentlich 20:30, aber die Sonne geht ja hier nicht mehr unter). Mit dem kleinem Dingi und dem Angelkram kurz vor die Bucht, direkt vor die kleine Untiefe. ZACK und der erste Fisch lässt gar nicht lange auf sich warten. Verdammt, es waren doch mehr als 4 Minuten bis zum ersten Fisch…

„Dahinten an der Küste, schau mal Arved, sind das Wale?“ „Nein, viel kleiner, vielleicht Delfine?!“ Die Gruppe Meeressäugetiere kommt näher. Es ist eine Gruppe von mindestens 7 Tieren. Unglaublich nah, vielleicht 300 – 400 m. Live und nicht im Fernseher. Und ja, es sind Orkas. Sie tummeln sich direkt vor der Einfahrt nach °A. Wir beobachten Sie, vergessen zu angeln oder gar sie auf Film zu bannen. Wir genießen den Augenblick. Sowas kann man nur hier erleben! Unglaublich.

Sie ziehen weiter und wir ziehen einen Dorsch nach dem anderem raus. Die kleinen unter 70 cm werden zurück in die Freiheit entlassen, den Rest nehmen wir mit zurück auf die Marlin. Während Arved die Fische filetiert und der Skipper schläft, hab ich die Zeit diese Zeilen zu schreiben. Ich schau auf die Uhr, es ist weit nach Mitternacht, aber es ist immer noch so hell als wäre es früher Abend in Deutschland. Mittagessen gibt`s wohl heute nicht mehr, aber es war trotzdem einfach nur ein geiler Tag. Moment, da steht der Skipper auf und stellt sich in die Küche. Unglaublich. Wir essen um zwei Uhr nachts fangfrisch, frischer geht es nicht, die Filets zucken noch in der Pfanne. Segeln auf der Marlin. Dann machst Du alles Richtig! Da hast Du was zu erzählen.

Heiko


Mitsegeln auf der MARLIN? Ab Bodoe kannst Du mitsegeln in den Lofoten und eventuell weiter nach Spitzbergen. Im Juni-July kannst Du Spitzbergen mit uns erkunden. Plätze sind noch frei… www.sy-marlin.de/mitsegeln AIS Life schaust Du hier. Was und wie viel Tracking über das AIS Netz bringt. Der direkte Link auf die AIS Meldungen der MARLIN MARLIN on AIS Life! Du willst selber einen AIS Transponder um die Position Deines Bootes über das Internet zu sehen? LUNATRONIC hat den besten AIS Transponer als eigenständiges System

 






  • 22:55
  • 07.05.2015
  • 67°53.1273'N, 13°00.0574’E
  • -.°/-kn
  • Lofoten / AA / Norway
  • Crusing Lofoten / Norway
  • 8,8°/1001.9 hpa
  • NE/3kn
  • - m

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