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Weekendreport: Letztes MARLIN Schnupper-Segeln auf der Förde

Alles Bestens – Oder doch nicht?

“Na? Habt ihr schon mal eure Rettungswesten aufgeblasen?“ „Nö!“ „Is klar. Aber jetzt!“ Die Münder bleiben offen. Nach 30 Minuten aber, ist jeder um eine Erfahrung reicher, nämlich zu wissen, wie seine aufgeblasene Rettungsweste ihn über Waser halten wird. Die Sicherheitseinweisung auf der MARLIN versuche ich jedes Mal etwas anders zu gestalten, damit ich mich selbst dabei nicht so oft widerholen muss.

Und es wurde Frühling am vergangenen Wochenende. Zumindest für uns auf der MARLIN, denn außer uns war wieder KEIN anderes Segelboot zu sehen. „Was ist los? Wir haben ordentlich Wind. Wir haben ordentlich Sonne. Wo sind die anderen Yachten?“, frage ich in die Runde meiner neuen Crew. „Da hinten vor Glücksbur, eine Hand voll Optimisten im Wasser. Ich schaue etwas traurig, weil ich nicht sagen kann: „Da ist Lena. Da ist Maya.“ Leider finden meine Töchter Segeln gar nicht so toll. Heute habe ich andere Menschen um mich herum. Da ist Käthi – Endlich mal wieder eine richtige Frau an Bord, die sich nicht von den jungen Männern beeindrucken lässt und die es mit der MARLIN nach Spitzbergen treiben wird. Da ist Markus – „Hey, Du hast ja ein cooles Boot. Die segelt ja richtig. Ist so gar nicht, wie die Bavarias, die ich normaler weise so im Urlaub segel.“ Markus grinst über beide Seiten seines Gesichtes. „Micha, ich bin diesen Sommer dabei!“ Da ist Jörg – Mit gesunden Respekt in seinen Augen übernimmt er das Steuer der MARLIN bei 35 Grad Krängung und um die 26 Knoten Wind auf die Nase. „Geht das überhaupt?“, sagen seine Augen. Kurze Zeit später grinst auch er über beide Mundwinkel. „Ja, die MARLIN kann das. Klar zur Wende?“ „Is klar!“, kommt von Jan, der als zweiter Bootsjunge neben Arved, die Saison anschnuppert und mit seiner Kamera über das schräge Deck rutscht um den besten Winkel für das nächste Objektiv sucht. Arved lacht einfach nur, schon die ganze Zeit, den Spaß sieht man ihm an. Arved braucht keine Ansage was zu tun ist. Er hat schnell gemerkt, dass es mir am liebsten ist, dass jeder seine Aufgaben nach kurzer Zeit selber erkennt und erledigt. Ich bin umringt von glücklichen, motivierten, positiven und vor allen Dingen kommunikativen Mitseglern. Ich bin auch glücklich.

Sonderburg erreichen wir an diesem Wochenende nicht. Der neue 70kg Rocna verschwindet vor dem Strand von Bockholm auf 5 Meter im Wasser und wird am ersten Tag nicht mehr an Bord gezogen. Wichtigere Sachen als Segeln stehen an. Das MAYALENA Dinghy tender to MARLIN hat nämlich einen neuen Platz auf dem Vordeck der MARLIN gefunden. Es steht jetzt aufrecht auf V-förmigen Trägern und kann mit zwei Händen, dem Vorfall und der Winsch in Sekundenschnelle gewässert werden. Das System gewährt sich. Am Heck winschen wir den 30PS Außenborder über die Relingskante und los geht es. „Nehmt Perlen und Gold mit um mit den Einheimischen zu tauschen“, doch auch hier treffen wir außer einem Vater der mit seinen beiden Kindern einen Staudamm aus Sand baut leider keine anderen Segler. Kein Barbecue, keine gemütliche Hafenkneipe. „Es wird Zeit, dass wir das Fahrtgebiet der MARLIN wieder verlegen“, grunze ich aus dem hochgezogenen Kragen meiner Segeljacke. Die Sonne ist wieder untergegangen und es wird wieder kühl. Mit sechs Erwachsenen kommt das Dinghy aber leider nicht ins Gleiten. „Lasst mich mal an der MARLIN raus und fahrt eine Runde ohne mich!“ Scheint zu helfen. Kurze Zeit später höre ich es kreischen wie auf der Achterbahn. Ich sollte doch noch ein paar Kilos abnehmen, geht es mir durch den Kopf :-)

„Hunger!“ Der bewährte Lachs im Räucherofen auf dem Herd in MARLIN’s Kombüse verstreicht den Geruch von surinamischen Tropenholzspänen. Die Marinade mit viel Chili, etwas Ingwer. Olivenöl und Senf durchdringt das zarte Fleisch. Dillkartoffel, ein ordentlicher Salat, wer braucht da den Hafen von Sonderborg? Es geht uns hervorragend und im Pilothaus können wir endlich zu allen Seiten rausblicken, weil die ekelige Plexiglasscheibe endlich ausgetauscht ist. Natürlich bleibt es nicht bei der einen Flasche Wein und auch auch nicht bei einer Geschichte aus fernen Ländern. Das Konzept Segeln und Leben auf der MARLIN findet auch mit sympathischen Mitseglern seine Fortführung. „Und? Micha. Hast Du schon mal eine so tolle Crew wie uns an Bord gehabt?“ Markus stichelt mich gerne, aber ich lasse mich nicht aus der Reserve locken. „Ne, die Leute mit den dummen Sprüchen, die nehme ich gar nicht erst mit. Ihr seid mit Abstand die besten!“ „Ach Quatsch. Das erzählst Du doch allen. Oder?“ „Na Klar. Wäre doch dumm von mir wenn nicht! Oder?“

Am Sonntag wird aus dem Wetter ein Heldenwetter. Wir sind früh unterwegs. Stellen fest, dass der Kettenkasten auch für die 80 Meter 13mm Edelstahlkette ein ganz klein bisschen zu klein ist. Arved knotet Markierungen an die Kette. Fünf Knoten bei fünf Meter, einen bei zehn, zwei bei zwanzig du drei bei dreißig. Dann segeln wir Performance. Halbwind. Groß im ersten Reff, Fock im Reff, Segel raus. Jörg macht den Rekord. Mit über zehn Knoten gurgelt das Kielwasser unter dem Heck der MARLIN achtern. Beim Anwinschen des Groß’s zur Halse kommen alle aus der Puste. Das ist normal. Das hilft kein Wille und keine Kraft, da hilft nur Training. O.K. „Jörg, wenn Du willst, segelst Du mit mit mir und Jahn im August über die Biskaya.“ So oder ähnlich schauen Kinder unter dem Weihnachtsbaum wenn es große Geschenke gibt. „Klar Skipper. Ich bin dabei.“

Der Rest des Törns verläuft schräg. Die Crew wechselt sich am Steuer ab. „Sollen wir mal Reffen?“ meint Arved. „Geh höher an den Wind in den Böen, das geht schon. Ist ja keine Welle da. Die MARLIN kann das. Meist setzt die Crew vorher aus. Und wenn was kaputt geht, dann besser hier, als in der Einsamkeit.“ Wir ziehen die Relingsstützen durch die Förde und jeder baut Vertrauen zum Schiff auf. Das ist Sinn und Zweck der Übung. Ich freu mich wieder eine Handvoll neue Mitsegler gefunden zu haben, die das Projekt MARLIN erst ermöglichen.



Mitsegeln auf der MARLIN? Du bist dabei: Bergen zu den Lofoten 15.4.2015 Spitzbergen im Mai und Juni ab Longyearbyen. Atlantiküberquerung ab Kapverden 1.12.15. Bonaire nach Kuba. Februar 2016. Und verschiedenes meer… www.sy-marlin.de/mitsegeln






  • 08:27
  • 10.03.2015
  • 54°47.4045'N, 9°26.1998’E
  • 0°/0kn
  • Flensburg
  • Expedition
  • 10°/1023hpa
  • SW/5kn
  • -m

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