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GEGENWIND

Lars der Seehund

Eigentlich wollten Arved und ich grade in Wismar ankommen, aber wie das so ist. „Hätte. Hätte Fahradkätte“ Eigentlich ist auf dem Weg nach Wismar um diese Jahreszeit IMMER West, Nordwest oder Südwestwind. Aber nicht gestern und heute und nicht morgen. Es bläst ordentlich aus Ost. Arved ist wahrscheinlich mein neuer Bootsjunge, zumindest für Norwegen und für Spitzbergen und ist mit dabei. Mit nur 20 Wenden waren wir gestern kleinen Belt, Fehmarn quasi voraus. Weitere drei Wenden hätten gereicht. Die MARLIN kann eins: Aufkreutzen. Das kann sie richtig gut. Na gut. Es war nicht grade gemütlich. Doch das Problem ist mein schlechtes Gewissen gegenüber Bootshund Lars. Der arme Kerl kommt nach sieben Monaten plötzlich gar nicht mehr mit 10-20 Grad Schräglage und Gegenanbolzen klar und kann einem wirklich richtig die Laune versauen. Er jankt und weint und heult die ganze Zeit, wirklich die ganze Zeit, permanent, durchgehend. Dabei zittert er am ganzen Körper wie Espenlaub vor Angst. Kann ja nicht sprechen der arme Kerl. Und ich dachte, dass er durch sein Trip mit uns von den Azoren nach Flensburg den Seehund im Blut hätte. Nix hat er. Im Boot kann er sich nicht bewegen, auch nicht mit speziellen Hundeschuhen. An Deck macht er nicht mehr sein Geschäft, weil er Angst hat die Reling entlang zu laufen. Alles Scheiße. Mir geht es zum Kotzen. Was soll ich denn jetzt machen? Boot verkaufen, Bauernhof kaufen, damit mein Lars ein glücklicher Hund ist? Die Seglei an den Nagel hängen, damit Lars sein Lebensziel erreichen kann und drei Hundefrauen schwängern kann?

Irgendwann nach Einbruch der Dunkelheit habe ich dann zu Arved gesagt: „Komm lass uns umkehren und nach Sonderborg segeln.“ Gesagt, getan. Raumschots geht es schnell, aber Lars geht es nicht besser. Auf jeden Schritt folgt er mir und führt sich auf, als wenn er in mich hineinkriechen will. Ich stehe in der Kombüse, koche was für uns und Lars liegt heulend unter dem Tisch. Es zerrt an den Nerven. Das Schlimme daran ist, dass man sich so schuldig fühlt, am Zustand seines geliebten Hunde. Ich fühle mich scheiße. Echt. Aber ich kann so ein Nervenbündel an Hund doch nicht mit Mitseglen nach Norwegen mitnehmen. Geht gar nicht.

“Dein Hund macht nicht den Eindruck, als ob er gerne segelt.“ Arved ist 23 und studiert noch in Hamburg. Er mach sich gut an Bord. Versteht alles, ist motiviert und benimmt sich wie jemand der die See im Blut hat. Wir haben eins gemeinsam. Wir segeln gern. Julian hat kapituliert als Bootjunge, weil ich von ihm erwartet habe, dass er zumindest den Sportbootführerschein See macht. Tja. Das war wohl zu viel Erwartung. Passt ja in meine Situation. „Du hast Recht. Ich glaube auch nicht dass Lars sich auf der MARLIN wohl fühlt“, Arved schaut traurig, mitfühlend.“Da nusst Du wohgl was machen“, er sagt es nicht aber ich kann seine Gedanken lesen. Ich habe ja jede Menge Rückenwind in meinem Leben gehabt, im Moment bekomme ich ganz schön was auf die Nase mit dem ich klarkommen muss. Nicht nur den Gegenwind aus Wismar. Das muss an dem letzten Freitag den 13ten liegen. Irgendjemand auf Frequenz, der ein neues Heim für Lars hat, das nicht wackelt? Ich frage wirklich nur sehr, sehr ungern. Aber ich weiß nicht mehr was ich machen soll.


Mitsegeln auf der MARLIN? Du bist dabei: Bergen zu den Lofoten 15.4.2015 Spitzbergen im Mai und Juni ab Longyearbyen. Nächster Schnuppersegeltörn 6.- 8.März 2015 noch zwei Plätze frei. Spontan Interesse? Dann melde Dich einfach per e-mail oder rufe an: 0157 51147894. Weitere Termine: www.sy-marlin.de/mitsegeln






  • 15:10
  • 15.02.2015
  • 54°47.4045'N, 9°26.1998’E
  • 0°/0kn
  • Flensburg
  • Expedition
  • 5,5°/1021,5hpa
  • East/17kn
  • -m

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