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Die Sache mit dem Krängungstest. Sturm auf der MARLIN

Don Quijote Skipper Michael Wnuk

Ich fühle mich wieder mal wie Don Quijote im Kampf gegen die Windmühlen. Diesmal sind es nicht die Windparks im englischen Kanal vor der belgischen Küste, die mich fast aus dem Sattel heben, sondern die Paragraphen der deutschen Behörden, die mir das Leben schwer machen. „Ja klar hat unsere MARLIN eine CE Zeichen.“ Welche Klasse denn Herr Wnuk“, fragt mich Capitain Becker von der SeeBG. „Ahm. A. Offshore!“ „Sie brauchen aber Aa.“ „O.K.“ Was ist der Unterschied? Im wesentlichen, dass die Werft einen Krängungstest mit der MARLIN gemacht hat. Hmm. Darüber weiß ich nichts. „Am besten sie telefonieren mal mit Herrn Radke.“

Detlef Jens sitz mir gegenüber. „Michael, ich hätte da noch mal ein paar Fragen zum Interview, was ich grade über euch schreibe. „Warum bloggst Du eigentlich?“ „Detlef, ich blogge seit 15 Jahren. 2000, da gab es noch niemanden der überhaupt wusste dass es mal bloggen heißen wird. Bloggen, gehört zu mir wie das Zähneputzen. Manchmal vergesse ich es. Das mache ich so zum Ausgleich. Auf See muss ich täglich mehrmals schreiben, weil es so schön ist, an Land und bei dem Regen wie heute, da hab ich manchmal keine Lust. Andere gehen Joggen, ich hab kaputte Knie. Ich schreib auch gar nicht für andere. Wenn Du daran bei kommerzielles Schreiben denkst, hast Du verloren. An andere denke ich, wenn ich ein Buch schreibe. Mein Blog, der gehört mir. Inklusive Rechtschreibfehlern und mangelhafter Kommasetzung. Es ist mir egal, wie viele Leute meine Blog täglich lesen… „Aber Micha, heute schreibt doch jeder einen Blog. Wer soll das alles lesen?“, Detlef wackelt leicht indisch mit dem Kopf als er mir die Frage stellt. „Ja, dass habe ich mich auch irgendwann gefragt als Facebook rauskam. Haben die Leute nichts besseres zu tun? Nein Detlef, ich hab keine Ahnung wer das alles lesen soll. Aber wie gesagt, es ist mir auch egal, ich schreib mir die Seele vom Leib ohne meinen Blog könnte ich den ganzen Mist um mich herum manchmal nicht ertragen. Ist so nen Art Selbsthilfegruppe für ganz schräge Vögel, wie mich ;-) Leben und Leben lassen!

Nach jedem Telefonat mit dem BSH bin ich im Moment verzweifelter und sehe meine Felle schwimmen. Herr Radke, zuständig beim BSH für die Stabilitätsprüfung verbessert die Gesamtsituation auch nicht: „Herr Wnuk, da werden ein paar 400 kg geeichte Gewichte auf dem Deck verschoben und die Neigung ihres Bootes vermessen.“ „O.K. Aber was habe ich denn davon.?“ „Sie bekommen ein Buch mit den statischen Werten des Krängungsverhaltens ihres Bootes. Jede Serienyacht macht so einen Test. Nur da muss es natürlich nur einmal gemacht werden, dann werden hunderte gebaut und die bekommen alle eine Kopie. Außerdem bekommen Sie eine Tabelle, wann sie, bei wie viel Wind die reffen müssen!“ Hallo, geht mir durch den Kopf „Herr Radke, ich weiß wann ich reffen muss. Dafür brauche ich keine Tabelle. Ich hab doch keinen Katamaran, wo ich erst merke, dass ich reffen muss, wenn mein Rumpf verbiegt. Aber sagen Sie mal was kostet denn dieser Test?“ Herr Radke grummelt und will nicht so richtig antworten. „Also Herr Wnuk. Das machen ja nicht wir, das muss ein Ingenieurbüro machen. Aber rechnen Sie mal so mit 5.000-6.500 Euro.“ Stille! „Herr Wnuk? Sind sie noch da? Hallo Herr Wnuk!“ „Aehm. Ja. Ich war nur grade an der Reling. Mir ist grade irgendwie schrecklich übel geworden.

Hilfe. Die deutsche Bürokratie und die Vorschriften machen mich fertig. Hat irgendjemand eine Ahnung oder besser einen Onkel der mir das kleine „a“ hinter dem großen „A“ besorgen kann ohne dass ich erst im Lotto gewinnen muss? Wenn ich die ganzen Kosten für die deutsche Genehmigungen, den Scheinen die ich alle machen soll, um zur gewerblichen Fahrt zugelassen zu sein, irgendwann wieder reinsegeln will mit Gästen, wie teuer soll den dann ein Tag auf der MARLIN werden? Will dann überhaupt noch einer mit mir segeln? Echt, im Moment weiß ich echt nicht, ob ich noch auf dem richtigen Kurs bin. Ich will doch einfach nur sicher mit meinen Leuten Segeln und Spaß haben. Ich bin doch keine Reederei mit zwanzig Kreuzfahrtschiffen. Werde ich dann irgendwann der alte Sazbuckel sein, der den Youngstars erklärt: „Ihr habt ja alle keine Ahnung vom Segeln. Macht erst mal euren Sicherheitsschein, den SKS, damit ihr überhaupt auf die See gucken dürft, den SSS, um dazuzugehören, des SHS um über den Atlantik zu segeln, den Yachtmaster dafür um auch außerhalb deutscher Hoheitsgewässer segeln zu dürfen, das Kapitänspatent für die Elbe, den Pyroschein um eure abgelaufenen Raketen Sylvester abzuschießen, den Schwarzwasserschein um euren Abwassertank abpumpen zu dürfen, mindestens vier Funkscheine, jedes Jahr einen Roten Kreuz Kurs und und und…“ Der Youngstar zeigt mir den Mittelfinger, ich liege ohne Gäste mit meinem EU, CE BSU, BSH vollzertifizierten Kahn an Hafenkai und er fährt vollbeladen mit Bikinischönheiten zum Sundownertörn raus. 20 Meter über mir steht eine Regenwolke, die sich einfach nicht verziehen will. Albtraum. Deutschland ist eine Spassbremse!






  • 08:00
  • 09.01.2015
  • 54°47.4045'N, 9°26.1998’E
  • -°/-kn
  • Flensburg
  • Expedition
  • 5°/1002hpa
  • SW/20kn
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