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Der Kreis schließt sich

Großstadtromantik

14 Jahre, nachdem die Lady die Schleusen von Ijmuiden passiert hat, um auf große Fahrt zu gehen, laufen wir sie mit der MARLIN wieder an. Damals hat Micha von der Nordsee ordentlich einen auf den Deckel bekommen, heute ist sie gnädig und beschert uns Sonntagswetter. 3 Beaufort von hinten, Schäfchenwolken, 25 Grad. Großreinemachen ist angesagt. Alle schwingen den Feudel und bringen die MARLIN auf Vordermann. Um uns segeln die Holländer. Wochenendausflug. Familiencrews sitzen im Cockpit und genießen das Sommersegeln. Wir mittendrin. An der Schleuse sehen wir sie aus der Nähe. Eltern, Kinder, Hunde, Freunde, bunt gewürfelte Crews, die den Tag auf dem Wasser verbringen. Lars verkriecht sich lieber auf Lenas Schoß, seine bellenden Kollegen auf den anderen Yachten sind ihm nicht ganz geheuer.

Schleusenmanöver klappt ohne Gezank, nichts verlernt in den Jahren unterwegs und dann sind wir drin im Nordseekanal nach Amsterdam. Niedriges Ufer, holländische Architektur, grüne Bäume und: „Mama, guck mal, das sind Enten! Und Schwäne, guck mal! Enten und die haben Babies!“ Wunder der Natur nach fast 5000 Seemeilen mit Delfinen, Walen und Seevögeln.

Wir sind verabredet. Mit Judith. Vor 14 Jahren hat sie Micha und mich mit unseren letzten Bootsteilen nach Nordspanien auf die LADY gefahren, als wir unseren erste Etappe der großen Reise gemeinsam gesegelt sind. Ein paar Tage war sie mit an Bord, hat uns verabschiedet und als einzige die Leinen gelöst. Heute steht sie wieder am Steg, mit Mann und Kind und nimmt sie entgegen. Die drei machen zufällig keine 10 km entfernt Urlaub an der See. Nach ein paar Rührungstränchen gibt es das obligatorische Anlegebier im Cockpit. An Land steht ein bewohntes Wohnmobil, neben uns hat ein bewohnter Frachtkahn festgemacht. Gardinen im Fenster, die halbwüchsigen Jungs springen im Abendlicht ins Wasser des Kanals. Schräge Menschen. Kurze Zeit später kommt ein Holländer, begutachtet die MARLIN und gibt uns zu verstehen, dass er einen Laden für Tauwerk hat und Spezialist für Spleißarbeiten ist. Ich zeige auf meine Festmacher und grinse, ich auch! Da freut er sich und winkt uns mit Judith und Cemil lange nach, als wir den Weg nach Amsterdam fortsetzen. Die untergehende Sonne im Rücken nähern wir uns der Großstadt. Afrikahaven, Jan van Riebbeck Haven, Petroleumhaven. Hier waren wir überall schon, kennen wir, doch was dann kommt, kennen wir nicht mehr. 14 Jahre, kann wirklich soviel in 14 Jahren gebaut werden? So alt sind wir doch noch gar nicht. Architektonische Kunstwerke säumen den Kanal kurz vor dem Hauptbahnhof. Unsere Kinder sind nicht begeistert und auch tue mich noch sehr schwer, dem Großstadtcharme zu erliegen. Gegenüber des Hauptbahnhofes biegen wir links ab, in einen Nebenkanal neben dem kleinen Sixthaven. Vor 14 Jahren konnte man hier liegen, und heute Abend sind wir zu müde, die Schilder alles richtig zu interpretieren. Der Kreis schließt sich. Die Amsterdamer sind an diesem lauen Sommerabend mit dem Rad unterwegs, wie auch sonst. Die skurrilsten Zweiräder sind unterwegs, mit ebenso skurrilen Fahrern. Der ein oder andere fährt kurz langsamer, grüßt. Das perfekte Hafenkino. Und irgendwann ist auch dieser Tag vorbei und die Mannschaft fällt in die Kojen.






  • 23:43
  • 03.08.2014
  • 52°22.9700'N, 04°54.3100’E
  • -°/-kn
  • Amsterdam
  • Makkermeer
  • 23°/1014pa
  • 16,5°
  • 323°/2kn
  • -m

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