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Shooting

Sommerwetter

Die nahe Ankunft vor Augen, lege ich mir beim Frühstück im Hinterkopf schon die ersten Sätze für den Blog auf der YACHT Seite zurecht, wobei mir auffällt, dass ich zwar viel zu erzählen habe, wir aber allesamt äußerst fotofaul gewesen sind. Auf mein Gemotze, wie man denn so arbeiten soll, kommen allgemeine Ausflüchte: Wetter, Wolken, haben wir schon fotografiert, ist doch eh immer nur Himmel und Wasser, die Delfine waren schon wieder weg oder der Akku war leer.

Ja, ja, stimmt ja. Micha, Julian, die Kinder und ich haben jetzt knapp über 4500 Seemeilen in genau 2 Monaten zurückgelegt. Da hat man die Winsch von vorne, hinten, innen, mit offener Blende und Fischauge fotografiert. Die Sonnenuntergänge gibt es mit Boot, mit People, mit Wolken und ohne und überhaupt genießen wir sie am liebsten ohne Objektiv vor der Nase. Unsere neue Crew war in der letzten Woche viel zu sehr damit beschäftigt, ihren Platz inmitten des eingespielten Teams Micha, Nathalie, Julian zu finden, als dass sie viel an Bildmaterial gedacht hätte. Verständlich, zumal der Himmel tatsächlich sehr viel sehr grau war, aber eben nicht grau genug um Actionmaterial in Sturm und Schnee zu produzieren. Doch wer Reisegeschichten erzählen will, braucht schöne Bilder, deshalb gibt es heute keine Ausflüchte mehr, die Sonne scheint, die Brise ist ausreichend, dass das Vollzeug steht. Am Frühstückstisch entsteht eine Liste der Bordsituationen, die unseren Alltag und diesen Fahrtabschnitt insbesondere, ausmachen. Ist ja keiner der Leser dabei, wenn Micha mal wieder mit dem Hund Gassis geht, oder Julian die Pütz vollmacht, um das Deck hinterher zu säubern, Lukas mit dem Handy im Cockpit sitze, um zu checken, ob es schon Netzempfang gibt, Silvia es sich mal wieder mit ihren 1,57 m OHNE Schuhe irgendwo gemütlich machen konnte, ohne sich den Kopf zu stoßen oder ich mal wieder mit eingeschaltetem Lehrermodus den Unterschied zwischen wahrem und scheinbarem Wind erkläre. Doch mit ein paar Fotos wird die Geschichte lebendiger.

Lukas packt also seine Profiausrüstung aus, entstaubt die Objektive und putzt die Linsen. Den Rest des Tages wird gefilmt und fotografiert, was das Zeug hält. Die größte Herausforderung war es, den weißen Welpen auf dem weißen Deck in Aktion abzulichten. Dass Hundebändigerin Maya dabei die ganze Zeit auf seinem Rücken hing, macht die Sache nicht einfacher. 10 Minuten ist Lars mit wedelndem Schwanz, schlappenden Ohren und tapsigen Pfoten zwischen Maya und mir hin und her gerannt. Danach fiel er in einen 4-stündigen komatösen Schlaf. Tja, Fotoshooting ist halt anstrengend!

Noch 464 Seemeilen Luftlinie bis Flensburg!






  • 23:37
  • 01.08.2014
  • 50°11.8000'N, 01°14.2900’E
  • 80°/7,8kn
  • Englischer Kanal
  • Nordsee
  • 21°/1010hpa
  • 16,5°
  • 321°/7kn
  • 1m

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