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Cola cubana, Lektion 3

Visum verlängert

Wer jetzt an Unterricht in der Zubereitung rumhaltiger Getränke wie Cuba libre und Mojito denkt, ist schiefgewickelt, es geht mal wieder ums Schlange stehen. Seit meinen letzten Versuchen das System auf dem Einwohnermeldeamt zu begreifen, sind 5 Wochen ins Land gezogen und ich hatte jede Menge Gelegenheit, Schlange zu stehen. Vor der Wechselstube, in der Bank, vor dem Internetcafe, selbst vor der Eisdiele. Das erforderliche schnarrende „El Ultimo?“ geht mir mittlerweile so locker und selbstverständlich von der Zunge, dass ich sofort eine Antwort bekomme und nicht mehr viermal nachfragen muss.

Aber ich habe noch mehr gelernt: Wer kubanisch Schlange steht, muss nicht notwendigerweise stehen. Man sichert seinen Platz ab, indem man sich diejenigen merkt, die vor und nach einem kommen. Danach ist man frei zu kommen und zu gehen, wohin man will. Ein bisschen wie beim Arzt, wenn einen die Sprechstundenhilfe nochmal einkaufen schickt, weil im Wartezimmer kein Platz mehr ist. Das System ist praktisch und funktioniert gut, so lange nur Kubaner involviert sind. In der Immigration, wo Kubaner und Ausländer in einer gemischten Schlange für alle „internationalen Angelegenheiten“ stehen, kann es Probleme geben. Nicht jeder Italiener, Deutsche, Kanadier oder Franzose sieht ein, dass vor ihm weitere 10 Leute dran sind, obwohl sie zwischendurch nicht da waren. Frei nach dem Motto: weggegangen, Platz vergangen!

Nachdem ich gestern umsonst dort war, weil ich den Nachweis meiner Krankenversicherung vergessen habe, quäke ich heute morgen um viertel nach acht mein „El Ultimo?“ in die Runde und bekomme den vierten Platz. Ha, nicht schlecht Herr Specht. Nach ein bisschen Fragerei steht fest, auch heute öffnet das Visaamt nicht vor halb 11 seine Pforten. Zwei Stunden rumsitzen, nein danke. Schnell noch meinen Nachfolger merken und ab geht es ins Internet Cafe. Hier kommt mir die Lektion des Kapitels: „Kaufe was es gibt, und davon viel!“ zu Gute. Vor der ETECSA steht nämlich eine lange Schlange von Menschen, die Prepaidkarten fürs Internet kaufen wollen. Ich allerdings habe welche in der Tasche, auf Vorrat gekauft, als mal keine Schlange war. Ohne Probleme ziehe ich an der neuen Cola vorbei und genieße 40 Minuten schnelles Internet am Morgen. Jetzt noch einen Kurzbesuch auf dem Markt und dann zurück zum Amt. Mittlerweile ist es 10 Uhr und der Wartesaal rappellvoll. Um halb 11 haben sich all die wieder eingefunden, die keine Lust hatten herumzusitzen und es gibt ein leichtes Durcheinander die Schlange wieder zu ordnen. Hinter wem war der Junge, der neben Dir saß? Hinter der mit den Streifen. Nee, die ist doch jetzt drin. Was für Streifen, längs oder quer? Längs! Nee, der Junge kommt nach der mit den Querstreifen. Ach so, und dann der Italiener und dann die Blonde. Jeder hat sofort seinen Namen weg. El niño, das Kind, ist schon 24, el Viejo, der Alte, hat immerhin einen Stock, el Chino, der Chinese hat etwas gelblichere Haut und la Alemana, die Deutsche, bin ich.

Um 12 stehe ich vor dem Laden, mit drei neuen Aufklebern und Stempeln auf der Touristenkarte, dem Mittagessen im Einkaufskorb und vielen neuen Bekanntschaften in meinem Leben. Zur Feier des Tages gönne ich mir heute abend einen Cuba Libre mit TuKola, dem kubanischen Pendant zu Coca Cola – der einzig wahre Softdrink für einen echten Cuba Libre!






  • 16:02
  • 28.03.2014
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  • Cienfuegos, Cuba
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