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neuer Berufswunsch

Valle de los Ingenios

Und wieder steht ein neuer Berufswunsch zur Wahl. Eltern von Jungs werden wohl recht früh, spätestens aber mit dem Kauf einer Brio-Eisenbahn, damit konfrontiert. Obwohl auch auf unserem Kinderzimmerteppich die Holzloks ihre Runden zogen, tauchte der Beruf Lokomotivführer höchstens beim Vorlesen auf. Bis heute. Trinidad verdankt seinen Reichtum dem fruchtbaren Valle de los Ingenios, das sich im Norden der Stadt über mehrere Kilometer ins Landesinnere erstreckt. Hier lagen Zuckerrohrplantagen, auf denen die Sklaven schufteten, Zuckermühlen zur Weiterverabeitung und die Landsitze der Zuckerpflanzer. Als Transportmittel wurde irgendwann eine Eisenbahnlinie gebaut. Bis vor einigen Jahren, konnte die Strecke noch mit einer Dampflok befahren werden, doch deren Service war wohl zu unzuverlässig, so dass er nun durch eine 45 Jahre alte, russische Diesellok ausgetauscht wurde. Drei alte Holzwaggons mit kleiner Bar in der Kokosnüsse aufgeschlagen und Minzblätter zu Mojito verarbeitet werden, so zieht die Lok jeden Morgen in das ehemalige Zuckerrohrtal, um Touristen zu den Überbleibseln der Kolonialzeit zu bringen. Gemächlich tuckert der Zug durch die Landschaft, durch kleine Dörfer, Felder, über abenteuerliche Stahlbrücke und durch Bambushaine.

Das Beste an der Fahrt sind jedoch Osmany, der Lokführer und seine Kollegen, die uns nach dem ersten Teilstück vorne im Führerhaus mitfahren lassen. Doch nicht nur das. Auf dem Rückweg wird aus der Touristenbimmelbahn ein kubanischer Zug. Im hinteren Waggon steigen auf der Strecke ständig Menschen ein oder aus und im Führerhaus herrscht Partystimmung. Eine junge Kubanerin mit blonden Haaren und goldenen Schuhe ist zugestiegen, die Señores gockeln um die Wette, während einer Maya kurzerhand auf den Fahrersitz hebt und ihr die Lok erklärt. Lenken muss man nicht, nur ab uns an auf Zuruf ein bisschen Gas geben oder bremsen und vor allem: Hupen! Vor jedem Dorf, an jeder Brücke, vor jedem Übergang, jeder Kurve, wenn Tiere auf den Schienen sind, und natürlich auch mal einfach zwischendurch. Maya ist sozusagen Wachgänger und erledigt ihre Aufgabe mit höchster Konzentration. Während in dem engen Führerhäuschen immer lauter gelacht und palavert wird, hat Maya die Schienen fest im Blick und zupft den Kubaner am Ärmel, wenn es Besonderheiten auftreten. Zwischendurch wandert ein 5 Liter Kanister frischer Milch heimlich an Bord, ein paar Kilo Kartoffeln in einen Sack, nur der Kellner des Speisewagens lässt sich nicht erweichen, ein paar Biere aus dem Kühlschrank zu stiften. Kurz vor Trinidad ziehen alle schnell die gebügelten weißen Hemden über die Unterhemden. Schick sollen sie nämlich eigentlich aussehen, aber auf diese Weise hält so ein Hemd ein paar Tage und muss nicht so oft gewaschen werden, grinst Osmany und zieht die Bremse. Ankunft Trinidad. Zeit für eine ordentliche Siesta und einen Ausflug ins Nachtleben der Stadt.






  • 17:22
  • 24.03.2014
  • 21°48.2300'N, 79°59.0300’W
  • -°/-kn
  • Trinidad de Cuba, Cuba
  • Bahamas
  • 28°
  • VAR/5kn
  • -m

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