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Welcher Vollidiot hat das denn verbrochen?

Alleinerziehender Papa

Grade wollten Marion und Rene nach einem „Mensch ärgere Dich nicht! – Abend“ zurück auf ihr Boot, kommt die Gewitterfront auf die MARLIN zu. „Wo ist denn die MIRA?“ meint Marion noch, da höre ich den Ankeralarm. Das hat man nun davon wenn man meint, dass der Ankergrund doch super ist und man nicht einfahren muss. Die MARLIN hat mal eben zwei Bootslängen nach Nord gesetzt. Dann lagt sie eine Miraschifflänge an der Mira längseits. Es bläst mit 22+ Knoten und Rene hängt schon mal Fender raus. Bei dem Wetter verlegen? Alleine mit zwei schlafenden Kindern an Bord? Nathalie hat sich am Nachmittag nach Havanna abgesetzt um ihre Mutter vom Flughafen abzuholen und sich eine Auszeit von Bootleben, den Kindern und mir zu geben. Vernünftig. Absolutes No-Go. Eher würde ich alles an Kette geben was ich habe. Beim Reinholen der Kette bildet sich gerne ein Berg im Ankerkasten, dann rutscht aber schon der Anker und eigentlich muss ich die 18 Meter zu Steuerrad in fünf Sekunden schaffen. Dann hätte ich aber noch 10 Meter Kette und Anker im Wasser. Die MARLIN würde auf der Seite zur Mira abfallen und auf deren Bug landen. Meine Gedanken suchen nach der angebrachten Lösung ohne Bruch. Dazu Regen aus Kübeln. Ich bin dann irgendwann schlafen gegangen, denn irgendwie war ja alles gut, so lange der Wind sich nicht dreht. Um vier Uhr morgens weckt mich Maya. Das Kind hat eindeutig einen siebten Sinn. Der Wind hat abgeflaut und kommt weiter aus Süd. „Papa, wir liegen zu nah an der Mira. Du musst was machen.“ Ich auf’s Vordeck und hole zehn Meter Kette rein. Mit der Windrichtungsänderung passt es.

Heute Vormittag dann ist Rene gekommen und hat mir geholfen die MARLIN neu zu verlegen. Diesmal Anker mit Vollgas eingefahren. Jetzt liegen wir sicher. Das Problem am „Dreggen“ also wenn das Schiff beim Einfallen von plötzlichen Wind den Anker aus dem Boden zieht, ist das der dann nicht mehr zum Halten kommt, weil der Anker dann zu schnell über Grund gezogen wird. Letzte Nacht hatten wir Glück. Der Anker hat sich an einem großen Korallenblock eingeharkt, wo ich ihn heute Morgen kaum wieder rausbekommen habe. Ohne Hilfe wäre das gar nicht gegangen. Gleich zwei Mankos an der MARLIN die es zu beseitigen gibt. Erstens, dass die Ankerkette keinen Berg mehr im Ankerkasten bildet und dann zu einem Kettenknoten an der Winsch führt wenn der Berg hoch genug ist. Dazu gibt es zwei Lösungen: Ankerkette aus Edelstahl. Die bilden keine Berge. Sind halt glatter. Aber so nen Ankerkette für unser Schiff ist dann auch mal schnell bei 3.000 Euro. Plus Versand. Und wenn es nicht die supersuper Qualität ist dann hat die sich nach fünf Jahren von innen selbst durchkorridiert. Lochfrass, grade bei tropischen Wasser-Temperaturen. Mal abgesehen, dass wir grade das Geld nicht haben, ist Edelstahl keine bessere Lösung. Zweite Lösung ist ein Pilz im Ankerkasten. „Häh? Pilze?“ Ja. Genau unter der Öffnung wo die Kette von der Winsch kommt ist ein massiver Pilz aus Alu in den Ankerkasten geschweißt. Durchmesser des Huts etwa 30cm. Habe ich letztens mal auf einem argentinischen Stahlboot gesehen. Beim Einlaufen der Kette fällt die Kette immer an die Seite und kann keinen Berg bilden. Soll super funktionieren. Zu dem Thema Einhand: Ich habe eine Fernbedienung für Garagenrolltore bestellt. Damit sollte ich die Winsch vom Deck und Cockpit aus fernbedienen können. China lässt grüßen.

Doch den Vogel abgeschossen hat irgendein „Facharbeiter“, der den Generator eingebaut hat. Was man da auf dem Photo sieht ist der nasse Auspuff der Anlage. Der Nippel in der Mitte ist wohl für einen Temperatursensor oder so was. Da aber nicht benutzt, hat da jemand einen 3/8 Blindstopfen reingedreht. Und jetzt kommt’s: Aus KUPFER ! Hiiiiilfe! Was ist passiert? Elektrolyse. Weiß doch jeder! Kupfer auf Alu, da kann ich auch direkt nen Loch in mein Boot reinbohren. Ich hab es an der Korrosion unter dem Auspufftopf festgestellt und an weißem Pulver an der Abgasschlauch-Alu-Rohrverbindung in den Motorraum. Leider hat der ganze Topf gelitten. Die unteren Schweißnähte müssen nachgeschweißt werden mit V4A und einem Tick Schweißgerät. Gibt es natürlich hier nicht und auch nicht auf den kommenden 5.000 Meilen. Also repariere ich die Schäden mit Epoxi, entferne die Reste des Kupfernippels und schraube einen mit einer Zinkanode ein, wie er am Yanmar verwand wird. Zugegebenermaßen, ich hatte auch nic anderes. Auch die geringfügigen Schäden am Rumpf repartiere ich mit Epoxi und Filler. Das ganze wird neu mit Bilgenfarbe gestrichen. So. Das sollte halten für ein Jahr oder für immer. Der schlechte Zahn, der Übeltäter ist ja gezogen. Glück gehabt, dass ich Bösewicht noch rechtzeitig gefunden habe, bevor er noch Schlimmeres anrichten kann.

Bevor ich das wieder vergesse: Vielen Dank an Jörg der uns eine Autorenspende geschickt hat.






  • 21:30
  • 06.03.2014
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