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Kleiner Fisch fängt großen Fisch

Wenn das mal so alles so einfach wäre

Auf der MARLIN, wie der Name schon sagt, richte es lecker nach Fisch und das wird sich wohl in den kommenden Wochen nicht ändern. Fisch wird zu unserem Haupteiweißlieferant werden. Die kommerzielle Fischindustrie in den Archipielargo de Canarenos ist unterentwickelt, zumal es sich eh um ein Naturschutzreservat handelt. In Indonesien würde es hier nichts mehr Lebendes unter Wasser geben. Nicht in Cuba. Cuba ist eine unentdeckte Perle der Karibik. Anders kann man es nicht sagen. Etwas schwierig zu befahren. „Sag mal, wie weit fahren wir denn noch? Der Tiefenmesser zeigt grade noch 2,4 Meter.“ Wir, mit unserem riesigen Kahn haben 2,1 Meter Tiefgang, nach Angaben des Designers. Müssen wir wohl mal ganz genau ausmessen. „Stop! Umdrehen.“, ranze ich Nathalie an. Der Tiefenmesser zeigt 2,2 Meter. Rückwärtsgang rein und vor uns steigt eine Sandwolke im Wasser auf.

Man kann nicht alles haben. Wir sind eben kein Amphibienfahrzeug und auch kein Katamaran. Mit dem ist man hier klar im Vorteil. Will man zwischen den Mangroveninsel manövrieren ist die Wassertiefe immer kleiner 5 Meter, meist 3 Meter und oft eben auch kleiner 2 Meter. Nervenkitzel. Die Tage sind gezählt bis zur ersten Grundberührung. Wenn dann der Wind oder Strömung einen auf eine langestreckte Sanduntiefe drückt, dass ggf. auch noch bei Neumond, dann war’s das. Dann können wir nur noch ein Tackboot aus Cienfuegos rufen. Und das wird teuer. Dementsprechend wird im Moment viel diskutiert, jeder Schlag ist adrenalingesäuert und fast immer steht einer am Steuerstand mit den Augen am Tiefenmesser klebend. Den Navionix Karten auf dem iOS kann man weitestgehend trauen. Aber Haften tun die auch nicht im Falle eines Falles.

Tagsüber sind wir vom offenen Meer gekommen. An der Riffkante geht es von mehreren tausend Metern auf eben die Flachwassergebiete. Da zuckt es in meinem rechten Arm. Hier muss großer Fisch stehen. Auf den Caymans habe ich mich noch vorbei an Nathalies Finanzkontrolle mit neuen Squidködern, Stahlvorfächern etc. ausgerüstet. Die Spule meiner Hochseeangel habe ich selbst nach 14 Jahren gewartet. Auch ein Kilo gefrorene echte Fischköder, kleine Speerfische, habe ich in den Kühlschrank geschmuggelt. Wie man sieht war ich erfolgreich. Aber der Erfolg ist nicht so wie ich mir das vorstelle. Statt Dorade, Wahoo und Thunfisch, fange ich mit den ganzen künstlichen Ködern auf See gar nichts. Entweder die MARLIN segelt einfach zu schnell oder die Fische mögen ihr Geräusch nicht. Oder es gibt keine Fische. Ich weiß es nicht. Wenn ich an meine Fischerfolge mit der IRON LADY denke, kommen mir die Tränen. Mit Kondomen und aufgeschnittenen Coladosen über rostigen Haken haben wir dicken Fisch gefangen.

Mittelmäßiger Erfolg stellt sich mit dem leicht stinkenden Fischköder ein. Ein Haken an einem Edelstahldrahtvorfach wird an einer langen Nadel durch den Körper und aus dem Auge ausgeführt. Drüber kommt eine Metallspirale und noch ein Plastiksquid in Rosa. So angeln die großen Gamefischer. Es dauert es auch nicht lange und die Angelleine springt aus der Sicherung oder die Rolle fängt an zu singen. Was ist dran? So ein blöder Barrakuda. Heute der Siebte in Reihe. Hmm. Nathalie frittiert den inzwischen echt genial in Mehlteig. Grätenlos. Aber gestern Abend hat ihr Izamel erzählt, dass es im Norden von Cuba Ciguaterra gibt und das dieses Wort auch noch aus dem Cubanischen kommen soll. Irgend so ein Schlangennervengift soll so heißen. Jetzt will sie keinen Barrakuda mehr essen oder nur mit Beigeschmack und guckt immer ganz gequält wenn ich wieder eienen Barakuda aus dem Meer ziehe. So macht Fischen halt auch keinen Spaß. Izmael, angelt selber aber nicht. Na toll. Wenn man keine Probleme hat, macht man sich eben welche oder lädt Freund nach zu Hause ein.






  • 22:14
  • 02.02.2014
  • 21°37.1858'N, 81°57.6926’W
  • -°/-kn
  • Cuba, Cayo del Rosario
  • Cuba, Cayo del Campo
  • 26.8°
  • 110°/9kn
  • 0m

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