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Sylvestervorbereitungen

Fisch oder Fleisch?

Nach einer rolligen Nacht verlassen die Kinder und ich gegen Mittag unsere rote Achterbahn. Landgang, Strandgang, Insel erkunden. Micha übernimmt die Ankerwache und das Abspachteln des Unterwasserschiffes, alles grün bewachsen. Schon wieder liegen wir direkt vor einem Friedhof, die Caymaner gönnen ihren Verstorbenen definitiv die beste Aussicht. Ein paar Hähne und Hühner picken nervös zwischen den Plastikblumen. Gleich neben dem Friedhof hat Raymond sein Haus gehabt, Raymond der Ship Advisor. Vor 5 Jahren hat ein Hurrikan sein Haus weggeblasen, seit 5 Jahren kämpft er dafür, dass es wieder aufgebaut wird. Die Sache kommt gerade ins Rollen und Raymond ist busy, schleppt Zementsäcke, Ziegelsteine und anderes Baummaterial. Zwischendurch bleibt trotzdem Zeit für einen Schwatz mit uns. Kinder hat er auch, der Raymond, zwei Mädchen, 4 und 7, die Welt ist in Ordnung.

Von Alliston, dem erwachsenen Sohn, werden wir auf die andere Seite der Insel gefahren, wo Susanne sich für ein paar Tage in ein Strandresort eingebucht hat. Hängematten unter schattigen Palmen, die türkisblaue Lagune direkt vor der Tür, hier lässt es sich schon aushalten. Die Kinder testen die Kletterbäume, ich die Skypeverbindung. Der Schwell steht auf den Pass in die Lagune, Wellen brechen sich zwischen den Seezeichen, die Tauchboote sind es gewohnt, volle Kraft voraus durch die Brecher aufs offene Meer. Nee, mit der MARLIN müssen wir hier nicht rein, und wenn wir es schaffen würden, bei Springhochwasser, kämen wir sicher 4 Wochen nicht mehr raus. Bleiben wir lieber auf der Westseite an unserer Achterbahnmouring.

Busse gibt es nicht auf der Insel, das einzige Taxi ist gerade weg und eh zu teuer, was bleibt uns anderes übrig? Zu Fuß und Daumen raus. Gerade mal 2 km Luftlinie sind es vom Resort zur MARLIN, leider liegt der Flughafen dazwischen, die Straße mäandert sicher viermal so lang entlang der Landebahn. Glücklicherweise hat Ernie ein Herz und nimmt uns in seinem schicken, schwarzen Gouvernement SUV mit auf die andere Inselseite. „Ach, ihr seid die von dem roten Boot!“ Auf einer 2000 Seelen Insel bleibt nichts verborgen. 150 Touristen befinden sich derzeit hier, wir zählen, glaube ich, nicht. Ernie erklärt uns auch die Sache mit dem Feuerwerk. Heute um 12 darf das Reef Resort seine Raketen zünden, und damit es keine Konkurrenz gibt, hat die Inselverwaltung beschlossen, dass das Inselfeuerwerk am Neujahrsabend stattfindet, schon seit Jahren. Direkt von unserer Mole aus werden die Raketen starten, wir sitzen morgen also quasi in der ersten Reihe.

ZurĂĽck an der Mole kommt gerade ein Fischer rein, Red Snapper hat er mitgebracht, aus 300 Meter Tiefe. Wir haben noch keine Cayman Dollar, Euros wollen sie hier nicht, aber dafĂĽr hat Maya einen schmachtenden Blick und bekommt vom Fischer einen Fisch fĂĽr den Sylvesterabend geschenkt. Jetzt heiĂźt es Fisch oder Fleisch, denn das Huhn aus Jamaica liegt hier auch noch im KĂĽhlschrank. Es wird wohl beides werden und Monopoly, damit wir das Feuerwerk des Beach Resorts nicht verschlafen. Guten Rutsch allen, die es noch nicht hinter sich haben.






  • 19:43
  • 31.12.2013
  • 19°41.6898'N, 79°52.9071’W
  • -°/-kn
  • Cayman Islands / Brac Island
  • Gran Cayman Island
  • 28°
  • E/6kn
  • 2m

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