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Message over Internet

Was geht Alter?

Internet. Da lade ich Nathalie doch gleich mal drei der letzten Tatorte runter. Einer total langweilig, der nächste macht auf jung und cool und der letzte so abgedreht, dass mein Papa den bestimmt nicht mehr versteht. Ich hab auch Schwierigkeiten zu folgen, mir fallen die Augen zu. Muss daran liegen, dass der Skipper, ich, in nur noch 23 Tagen echt FÜNFZIG Jahre alt wird. „Ne. Oder? Alter – Was geht?“, sagen meine Jungs und rauchen die Zigarette, die sie sich für den Moment gemacht haben. Ich habe keine Angst davor Alt zu werden. Bin ja auch nicht feige. Mit 36 habe ich Deutschland mit der IRON LADY verlassen, dass sind 14 Jahre Freiheit. Zugegebenermaßen eine gewisse Zeit in Deutschland abgezogen. Ich stehe morgens auf, stelle mich an die Reling und schaue ins Wasser. „Das geht – Alter!“ Die Auswahl der Ankerplätze erfolgt ja immer mehr danach, ob es dort Internet gibt. Wegens OS Facebook und allem anderen, was man sich einbildet zu brauchen. Auch ich. Bin kein Stück besser. Sitze zum Beispiel jetzt schon wieder 3 Stunden 35 Minuten am Rechner. Nix Facebook. Ich taske zwischen Mail, Excel und vielleicht noch ein bisschen Skype. Jetzt grade entspanne ich mich mit einem Logbuchbericht. Du staunst? Staune nur. Ich liebe Word, ich liebe es zu schreiben. Da fällt mir unser neues Buch ein. Darf man mit 50 eigentlich noch Bücher schreiben, oder erst wieder mit siebzig, wenn man die Welt mit dem Heck voraus nonstop umrundet hat? Neben mir geht die Schule ab. Maya leidet nach eigenen Worten grade an Konzentrationsstörungen. Ich sehe das eher so, dass sie am liebsten Schule macht, wenn ein Erwachsener neben ihr sitzt, den sie ärgern kann. PreTeenie, sag ich da nur. Wer meint, dass Schule an Bord einfach wäre, der ist da falsch gewickelt. Meine Bewunderung bekommt Nathalie. Könnte ich nicht. Wäre Nathalie nicht da, würde das nicht gehen.

“Kannst Du bitte abspülen? Mama! Mama?“, Klein Lena kommt aus dem Klo. Jahrelang war es das Windelwickeln. Jetzt sind wir beim Abpumpen angekommen. Die Hebel der Lavac Toilettenpumpe gehört wirklich zur Abteilung Frühsport. Tip an unseren kommenden Mitsegler. Prophylaktisch die Pumpe vor Öffnen des Deckels bedienen und die Toilette flushen, es könnte noch eine Wurst von den Kindern drin sein. Die Erwachsenen vergessen schon mal der Aufforderung nachzukommen. Also nix, die Kinder sind schuld. Ich geh mal eben abpumpen.

Vorgestern war Gerad da. Vor fünf Wochen lag er fünfzig Meter neben dem holländischen Boot was vom Blitz getroffen wurde. Auch er hat was abbekommen. Sein schöner IC M-801E ist hinüber. Erst dachte er, es wäre der Antennentuner, den hat er nach England geschickt zur Reparatur. Zurück, wieder eingebaut, stellt sich raus. Niemand kann ihn hören. „Woher weist Du denn, dass ich Dir vielleicht helfen könnte?“ Ich mache keine Zettel mehr am Blackbord, so wie früher. Aber es hat sich trotzdem rumgesprochen. Also fahre ich mit, schaue mir die Installation an. Alles super installiert, auch wenn nicht grade vom Fachmann. Aber statt 125 Watt sendet der Transceiver nur noch mit 5 Watt. Diagnose: Die Endtransistoren sind wahrscheinlich durch. Das geht schneller als man denkt. Ich glaube auch nicht, dass das der Blitz war. Und jetzt mal schnell mitschreiben, wenn Du ein Boot hast! Gerad hat, wie viele andere, die Solarzellen über einen Regler an die Batterien selber angeschlossen. Nun muss man irgendwann die Batterien aber mal abschalten, ausbauen, sogar der Hauptschalter reicht. Plötzlich steht auf dem Bordstromnetz die Leerlaufspannung an, die die Solarzellen erzeugen können. 30-40 Volt sind vollkommen normal. Alle Geräte die grade an sind, bekommen doppelte Spannung. RatzFatz! Das qualmt noch nicht einmal.

Ich erkläre Gerad, dass das wahrscheinlich seine Transceiver Endstufe hat durchknallen lassen und nicht ein Blitzschlag. So ein Enstufentransistor kostet 200 Euro. Davon hat das KW Radio zwei. An die Zuleitung der Solarpanels gehört ein Trennschalter und neben den Batteriehauptschalter ein Aufkleber “Vor Abschalten der Batterien: Solarpanels ausschalten!“ Oder ein automatischer Überspannungsschutz. Gerad fragt zu Recht, ob das denn nicht der Laderegler automatisch macht. Steht doch Victron drauf. „Weiß ich nicht. RTFM. Du kannst in dem Falle, dass der das nicht macht, froh sein, dass er die Überspannung überlebt hat.






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  • 06.11.2013
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