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Hoppeditz Erwachen in Grenada

Helau, Alaaf und Steel Drums

Es ist soweit, heute Nacht beginnt offiziell Grenadas Karnevalssaison. Der Rest der Karibik hat dem christlichen Kalender getreu die letzten Tage vor der österlichen Fastenzeit die Nacht zum Tag gemacht und rauschende Feste gefeiert, jedoch nicht Grenada. Hier ist es Mitte August soweit und heute beginnt die Saison. Schon seit einigen Wochen hört man die Steeldrum Bands proben. Heute waren sämtliche Probenräume belegt, Schule, Polizeiorchester, Wohlfahrt, alle klöppeln auf die klingenden Tonnen ein, denn morgen findet die erste Parade in Carenage, der hufeisenförmigen Fischerbucht von St. Georges statt. Schon heute haben sich die ersten Stände am Straßenrand aufgebaut, wurden weitere Stahlfässer nicht zu Trommeln, sondern zu Grills umfunktioniert. Die Mädchen haben extra viele Perlen in den Haaren, die kleinen Jungs extra coole Turnschuhe und die Damen tragen Lidschatten in Paradiesvogelfarben. Vorfreude liegt in der Luft, die Reklametafeln wurden heute ausgetauscht, die Mobilfunkfirma Lime kündigt in farbenfrohen Plakaten die Saison an.

Unsere Kinder sind schwer aufgeregt, basteln Piratenkostüme und freuen sich auf Kamelle. Düsseldorfer eben. Vorsichtig versuche ich ihnen zu erklären, dass wir morgen weder „Helau“ schreien noch mit Maxitüten voller Süßigkeiten nach Hause gehen werden.“Ach so, ist ja auch noch nicht der richtige Karneval, der kommt ja erst im August, oder?“ Wir werden sehen.

Um die Wartezeit zu verkürzen nutzen wir den trockenen Nachmittag und fahren zu den Annandale Falls. Keine 4 km außerhalb der Stadt ist es wunderbar grün, bunte Holzhäuser leuchten in den tropischen Gärten in denen Bananen, Mangos, Brotfrüchte, Avocados und Kakao im Überfluss reifen. Mangos kann man hier als Fallobst einfach am Wegesrand aufsammeln, so wie in Deutschland die Brombeeren. In den Bergen ist es gut 3 Grad kühler, die Einheimischen sitzen auf ihren Verandas und läuten das Wochenende ein. Uns begleiten Horden von Schulkindern, wie überall, wenn man mal die Nase aus dem Touristenzentrum steckt. Die Busfahrer haben steile Formel-1-Karrieren vor sich, oder hinter sich, wenn ich mir ihr Alter anschaue. Holprige Straßen winden sich über die Insel, besser nicht nach unten schauen. Wo fahren wir nochmal, ach ja, linke Straßenseite. Vielleicht ist es doch besser, dass wir auf den Mietwagen verzichtet haben. Billiger ist es allemal, denn Grenada lässt sich das eigenständige Fahren teuer bezahlen. 13 Euro kostet der lokale Führerschein, der unter allen Umständen zu erwerben ist, wenn man ein Auto leihen will. Ich lasse eh lieber chauffieren und für die 13 Euro, können wir alle zusammen eine ganze Woche Bus fahren.






  • 20:49
  • 01.06.2013
  • 12°02.5290'N, 61°45.3860’W
  • -
  • Prickley Bay/Grenada
  • St. Vincent and the Grenadines
  • 30°
  • 12 kn/E

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