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St. Georges

karibische Aussichten

Unsere Abendessen rutscht fast vom Tisch, die Schubladen fliegen auf und zu, die empfindlichste der Crew beklagt sich schon ├╝ber Seekrankheitsbauchschmerzen, mit anderen Worten, es rollt wie auf einem typischen Atlantikankerplatz. Auf gar nicht so alten Luftaufnahmen sieht man die Yachten in der Lagoon, einer perfekt gesch├╝tzten Bucht am Stadtrand ankern. Doch heute liegen in der Bucht die Stege der Port Louis Marina. Boote liegen keine dort, auch nicht am Steg, die sind verwaist und warten auf bessere Zeiten. Ob es an der beginnenden Nebensaison oder an den Preisen der Marina liegt, wir wissen es nicht. Beworben wird das Projekt zumindest als ÔÇ×maritime village haven and mega yacht marinaÔÇŁ. Bitte sch├Ân, da haben die Fahrtensegler vor Anker nat├╝rlich nichts mehr zu suchen und d├╝rfen draussen rollen.

Aber beschweren wollen wir uns nicht, der Blick auf die Silhouette von St. Georges ist auch von unserer Schiffsschaukel aus wundersch├Ân, Lime, die lokale Telefongesellschaft stellt freies WiFi zur Verf├╝gung und wir sind in 10 Minuten in der Stadt. Maya, Lena und ich begeben uns auf Expeditionstour durch St. Georges. Enge G├Ąsschen, bergauf, bergab. Im 10 Minuten Laufkreis um das Cruise Ship Terminal sind die H├Ąuser liebevoll restauriert, in den Nebenstra├čen verfallen die Balkone, br├Âkelt der Putz von den W├Ąnden. ÔÇ×Back to Cruise ShipÔÇť steht auf den gr├╝nen Schildern, die an strategischen Punkten in der Stadt verteilt sind, damit auch keiner verloren geht. Doch heute kann keiner verloren gehen, denn die lange Mole vor der Stadt ist leer, stattdessen sind die Stra├čen voller Kinder und Jugendlicher. Freitagnachmittag, Schulschluss, das Wochenende beginnt und die Sch├╝ler in den braven Uniformen mit Faltenr├Âcken, wei├čen Kniestr├╝mpfen und Krawatten tun das, was sie ├╝berall auf der Welt tun: ziehen durch die Stadt, teilen sich eine irgendein Spezialmenu bei KFC, eine Cola auf der Hafenmauer oder gehen shoppen. Sie giggeln und tuscheln, spielen sich auf, ein paar trinken heimlich ein Bier.

Wir kaufen Gew├╝rze, duftende Mangos und saftige Melonen auf dem Markt mitten in der Stadt und lassen uns durch die Stra├čen treiben. Wer zu alt f├╝r die Schuluniform ist, tr├Ągt bunt. Knallige Farben sind angesagt. Schmuck aus Plastik, je greller, je besser, Streifen, Ringel, Tierfellmuster, Blumen und Paradiesv├Âgel. Die Ger├Ąusche sind ebenso bunt. Hupen geh├Ârt zum guten Ton, nicht aus s├╝damerikanischer Ungeduld, sondern zum Gru├č, oder weil noch Platz im Taxi ist. St. Georges macht definitiv mehr Lust auf Grenada. Morgen beginnt auch f├╝r uns das Wochenende. Zeit f├╝r eine Inseltour.






  • 20:23
  • 24.05.2013
  • 12┬░02.5290'N, 61┬░45.3860ÔÇÖW
  • -
  • Prickley Bay/Grenada
  • St. Vincent and the Grenadines
  • 30┬░
  • 12 kn/E

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