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Dritter Tag auf See

Brot backen

Mein Leben. Also mein Leben beginnt im Moment immer um drei Uhr morgens. Inzwischen komme ich vorher sogar zum schlafen. Weil immer, wenn während der Wache jemand ne Patenthalse macht (noch nicht vorgekommen :-) werde ich zwischendurch mal wach und muss helfen, erklären und zeigen. Das war in den ersten Nächten echt oft, inzwischen immer weniger. Gute Crew, brave Crew. Skipper sein ist nicht immer der beliebteste Job, aber die LADY ist auch erklärungsbedürftig und hat ihre Eigenarten. Also, mein Leben als Nichtraucher endete gestern abend mit extrem schlechter „Ichbinjetztnichtraucherlaune.“ Puhh! Ganz schön schwer diesmal. Moment, ich muss mal nen Rundumblick machen und das Teewasser eingießen. Um diese Zeit ist das Leben noch in Ordnung. Ne, das muss ich anders schreiben. Also um die Zeit habe ich noch die Ruhe. Ich rühre jetzt den Teig direkt in der Backform an. Dann muss ich die Schüssel nicht sauber machen. Na, das ist doch mal was, was man als Evolution bezeichnen kann.

Die doch nicht Verlorengegangenen

Also, wir sind da, die ganze Zeit bei euch. Wir können nur nix mehr sagen. Ab St. Helena wird alles wieder besser, da können wir unsere Iridiumsimkarte aktivieren. Gestern mal geschaut ob in Deutschland da einfach so jemand auf die Idee gekommen ist das zu tun, war aber Fehlanzeige. Simkarte unbekannt. Schade. Ja, schreiben im Logbook, damit tut sich meine Crew recht schwierig. Ich glaube, dass es daran liegt, das Thomas immer noch nicht so gerne unter Deck ist und Wolfgang auch nicht. Na, vielleicht kommt da mal was von Rainer, weil dem ist es egal wo er sitzt und er schreibt immer wieder mal an seinem Mininotebook, was in seinem Kopf vorgeht. Ich werde ihn mal fragen, ob er uns teilnehmen lässt. Ich gewöhne mich grade daran nicht erreichbar zu sein. Eigentlich ist ja genau das es, warum wir segeln gehen, dem Alltag entfliehen? Oder? „Aber für so lange, auf die offene See. Das ist doch total öde“, meinte Julian, einer meiner Söhne letztlich zu mir. Wie recht er hat und wie unrecht zugleich. Es ist eben ein anderes Leben. Die, die segeln gehen, ich meine Langfahrt, die wissen warum. Es ist fast nicht zu erklären. Im englischen sagt man dazu: „Get the your sailing soul!“, und jeder weiß was gemeint ist.

St. Helena

Die Leute hier sprechen das anders aus: „Sant Hileena“, so ungefähr. Ich kann keine Lautschrift. Also, ich schaue mal eben nach, wie viele Brote das noch entfernt ist. Also am Abend des 4. Aprils werden wir St. Helena erreichen, wenn wir so gut wie im Moment vorankommen. Fingerzählen: „11 mal Brot backen. Stimmt das?“ Ganz schön weit, die Reise, die wir da so tun. Dagegen ist ne Atlantiküberquerung Palma – St Lucia nen Kinderspiel. Gut das es St. Helena für ne Pause gibt. Mein Freund Rob, der allerdings kein Charter gemacht hat, ist dort wegen nem Ersatzteil hängengeblieben, was dann nach sechs Wochen Party auf St. Helena doch nicht auf dem Postschiff war. Ganze Party umsonst. Jetzt ist er seit anderthalb Jahren in Knysna festgewachsen, ist mit der schönen Jo leiert und wird wohl niemals wieder dort wegkommen. Is aber auch schön dort. Ich werde Weihnachen auch wieder nach Hause segeln. Knysna ist auch mein Zuhause. „See you at Christmas Eves – with or without mast!“, habe ich mich von meinen Freunden verabschiedet.






  • 03:16
  • 25.03.2010
  • 30°33.35'S, 013°34.26'E
  • Southern Atlantic Ocean
  • St. Helena
  • 21°/1013hpa
  • 19°
  • 15kn/SSW
  • 2-4m

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