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Enjoying Life

Herr der Dinge

Mir geht es mal wieder Bestens. Wenn grade nicht, setzte ich mich auf meinen 360° Meerblick Balkon und rauche mir die Zigarette, die ich mir vielleicht grade nicht verdient habe, aber trotzdem genieße. Der Tag beginnt mit dem Öffnen der Bodenbretter. Igitt! Muss aber sein. Sonst kann ich die LADY nicht ruhigen Gewissens in der ALDO Marina liegen lassen. Sauber machen muss ich eh, will doch keinen schlechten Eindruck hinterlassen, wenn ich wieder zurück komme :-))) Eine kleine Pfütze Wasser begrüßt mich und ich bin froh, dass ich es im Urin hatte und eine Ersatzfußpumpe aus dem Schrank zaubern kann. Die leckende Whale Fußpumpe aus dem Bad, immerhin 20 Jahre alt und letzte Mal in New Zealand repariert hat ihren Dienst getan, nep, ich repariere Dich nicht mehr. Zeit, Dinge einfach zu ersetzten die nicht mehr so sind, wie sie sein sollen. Ich bin Herr des Problems. Ansonsten sieht die Bilge so aus, wie ich es erwartet habe, trocken, more or less wegen Kondensation, aber akzeptable, ich sprühe den Rest Baygon in die Mückennester und Bodenbretter wieder rein, saubermachen und das Vorschiff entspricht Skippers Vorstellung. Der Rest des Vormittages vergeht mit Aufräumen und schon mal sortieren, was ich denn so nach Deutschland mitnehmen will. Socken, genau, Socken, alle schreiben, dass sie sich einen abfrieren, dass kann ich nicht behaupten, mir läuft der Schweiß den Bart runter, auf die Brust und nässt mein T-Shirt.

Meatland

In Sachen Steak steht Brasilien, Süd-Afrika in nichts nach. 9 Euro das Kilo Filetto Mignon, hmm, wer kann da schon Nein sagen. Bier ist mit 50 Cent auch nicht zu teuer und so langsam lebe ich mich ein, fange an das Leben in Brasilien Tag für Tag mehr zu genießen. Die geilste Erfindung hat wieder was mit dem Grün der Landesflagge zu tun. Die Limonen, genau die gleiche Farbe, diese wunderschöne Grün. Christiane hat mir ihre Limonenpresse gezeigt. Hmm. Die muss ich auch haben. Limonen einfach in zwei Hälften schneiden und die Halbe Frucht einlegen. Man stelle sich das so ungefähr wie ne Knoblauchpresse vor. In Sekunden ist der Saft im Glas, der Cachaca für drei Euro der Liter dazu, ein bisschen Wasser, ein Löffel Zucker. Hmm. Das schmeckt viel zu gut. Nur darf der Skipper die Presse aus lauter Gier nach dem Limonensaft nicht mit zwei Händen drücken. „Knacks!“, durchgebrochen. Na, die Dinger sind nicht für nordische Hünen konstruiert.

Haus mit Steg

Ich tue mich noch etwas schwer damit die Menschen um mich herum zu fotografieren. Überhaupt bin ich etwas fotofaul. Motive gibt es genug, aber irgendwas stimmt noch nicht. Vielleicht habe ich bei der Überquerung zu viel fotografiert oder stehe zu sehr unter Druck. Vielleicht ist es ein bisschen Rastlosigkeit, weil mich die Reise nach Deutschland beschäftigt. Brigitte, unser Au-Pair Mädchen fragte mich letzte Woche am Telefon: „Und wann kommst Du nach Hause?“ Nach Hause? Ich bin doch zu Hause. Oder wo ist eigentlich mein Zu Hause? Problem. Das ist halt das Problem an dem 360° Meeresblick ohne Häuserschluchten. „In about 10 days“, habe ich ihr geantwortet, warum soll ich versuchen etwas zu erklären, was ich selber nicht immer 100%tig verstehe. Am Nachmittag gehe ich auf die Suche des von Leo empfohlenen Internetcafes. Vorbei an an einem alten Traum: Haus mit Steg irgendwo in den Tropen. Ich muss zugeben, die Bucht von Parati kommt dem schon recht nah. In sieben Jahren und auch danach haben wir nie so richtig den Platz für eine alternative Lebensform gefunden und ich glaube mit jedem Ort auf der Welt, den man mehr besucht wird es irgendwie schwerer, man, wir werden mit jedem neuen paradiesischen Fleck anspruchsvoller, vergleichen, wägen ab und mit den Mengen der Paradiese, wird es immer schwieriger das lebenswerte zu finden. Die Immer-Suchenden. Das wird es wohl sein, vor dem Nathalie bei mir manchmal Angst hat. „Wirst Du Dich eigentlich jemals wieder irgendwo heimisch fühlen?“ oder zieht es mich immer wieder aufs Meer an neue Küsten? Zu entdecken gibt es noch genug und Passagen die interessant und anspruchsvoll sind ohne an Plätze zu segeln, an denen man schon einmal war, die gibt es auch mehr als wir sie jemals erkunden können. So schön ist unsere Welt immer noch. Es lohnt sich immer noch die Leinen zu kappen und loszusegeln. Gar nicht so schwer. Man muss sich nur trauen und vertrauen, wollen und nicht aufgeben. Brabrabra… ich werde grade philosophisch, muss am Cachaca liegen. Ich mach mir noch einen. Is doch schön. 17 Jahre und 343 Tage noch. „Mikel! Enjoy you Life!“, die letzten Worte meiner Freundin Julia aus Knysna. „You too.“ Die Mails aus Knysna drehen sich derzeit eh um die Frage, ob ich überhaupt zurückkomme. Nun ja, nicht schlecht, die kennen mich. Ich denk mal, erst mal Uruguay, Montevideo, Argentinien und dann habe ich das ja nicht schlecht geregelt. Ich habe Crew um nach Kapstadt zurück zu segeln, also mache ich das auch. Der Trip durchs Südmeer, hmm, das reizt eben doch, auch mich, bin gar nicht so cool wie es scheint, is schon was, was mich beschäftigt. Genau, muss noch auf die ToDo Liste. Rosa Sturmsegel!






  • 20:22
  • 17.05.2010
  • 23°12.33'S, 044°39.62'E
  • Parati, Ilha Grande / Brasil
  • Montevideo / Uruguay
  • 24° 1015hpa 0/8
  • 27°
  • 1kn S
  • 0m

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