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Waltag

Paso Shag

Am Ende des weit offenen Canal Barbara liegt die Enge Paso Shag, berüchtigt für seine starken Strömungen, die in Springtiden Stärken von 7 Knoten erreichen können. Für uns gibt es also nur die Option, möglichst bei kippender Tide und Stillwasser durch den Pass zu fahren, am besten bei Hochwasser, da dann die Tide, zumindest theoretisch mit uns läuft. Stillwasser, so rechnen wir aus, ist gegen 4 Uhr am Nachmittag, ärgerlich, einen ganzen Tag Schwachwind verschenken zu müssen, aber nicht zu ändern. Wir erkunden die Gegend, Micha ergibt sich dem ungeliebten Job, die Bilge zu säubern und von insgesamt 5 Litern Kondensationswasser zu befreien, bevor wir am Nachmittag den Anker lichten. Schon vor dem Pass plätschern die Wellen, es brodelt, wie in einem Kochtopf, der Pass ist eng, links und rechts steile Felsen, dicht bewaldete Klippen. Hunderte von Kormoranen sitzen in den Bäumen, auf den Felsen und ergreifen bei unserem Kommen die Flucht. Seelöwen spielen und fischen in der Strömung, die immer stärker wird, je enger der Pass wird. Anscheinend sind wir doch etwas zu früh da, auch wenn die Wasserlinie an den Felsen nach Hochwasser aussieht. Immer wieder reißen die Strudel das Ruder der Lady herum und lassen sie in der Einfahrt Walzer tanzen. Johann läuft zuverlässig, die Geschwindigkeit sinkt immer weiter, erst 4 Knoten, dann 3, dann 2. Mit einem Knoten kämpfen wir uns an einem Felsen mit einer Seelöwenkolonie vorbei, die unsere Bemühungen mit lautem Brüllen und Röhren kommentiert. Mühelos lassen sie sich ins Wasser plumpsen, von der Strömung mitreißen, strecken ihre Flossen aus dem Wasser, wie uns zuzuwinken. Rechts und links Strudel wie in einer abfließenden Badewanne. Dann Ruhe, wir machen wieder 5 Knoten, der Pass liegt hinter uns. Vor uns liegen Wale.

10-15 Minke Wale treiben an der Wasseroberfläche außerhalb der Strömung in der Bucht. Ob sie hier ausruhen? Fressen? Langsam nähern wir uns den Tieren, die zunächst abtauchen, dann aber wenige Minuten später neugierig näher kommen. Links und rechts der Lady prustet, es, der Blas steigt in die Höhe, es riecht nach Fisch. Zwischen den riesigen Tieren tauchen nun auch die Seelöwen auf. Immer wieder sehen wir die Rücken der Wale keine Bootslänge entfernt, die Finnen, die Fluke, die beim Abtauchen aus dem Wasser steigt. Die Kinder springen trotz der Kälte in dünnen Pullis aufgeregt im Cockpit von einer Seite auf die andere. „Habt ihr das schon einmal gesehen, Mama?“ Nein, haben wir nicht. Eine Walbegegnung dieser Art steht schon seit Jahren auf der privaten Iron Lady Wunschliste. Noch heute Morgen war unsere Energiekurve nach den letzten anstrengenden 10 Tagen ganz unten, das Motoren und Segeln bei Regen, das ständige schlechte Wetter fordern definitiv ihren Tribut. Doch auf einmal ist all das wie weggeblasen, solche Momente sind wie der Gipfel für einen Bergsteiger, die Belohnung für die sich all die Mühe lohnt.






  • 23:55:00
  • 25.03.2012
  • 53°25.1800'S, 072°51.3700'W
  • 290 / 5,5 kn
  • Estrecho Magallanes / Chile
  • Paso Tamar / Chile
  • 8°/1026hpa
  • 10kn, W
  • 0,5m

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