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Elfenland

Regen, Regen, nochmal Regen

Heute Morgen sehen wir den Himmel über uns nicht wie gehofft himmelblau, sondern weiterhin grau. Wolken hängen tief in den Tälern. Nach kurzem Hin und Her, ob wir nun heute weiter fahren oder nicht, entscheidet schließlich die Energiekurve. Zwei Tage hart am Wind motoren, kreuzen, motorsegeln, das langt. Alle müssen dringend an Land und die Beine vertreten. Also wieder rein ins Ölzeug und raus ins Dinghi, Explorerfahrt ist angesagt. Kaum sind wir im Dinghi, fängt es wieder an zu regnen, der elterliche Versuch, den Ausflug auf den Nachmittag zu vertagen stößt auf Wutausbrüche seitens der Kinder, woraufhin unser Außenborder aus Trotz den Dienst aufgibt. Abgesoffen. Natürlich haben wir nur ein Paddel mit, statt zwei, anlanden erweist sich als schwierig, da man 30 cm tief im Schlamm einsinkt, und wir nicht wissen, ob die Tide gerade abläuft und unser Dinghi vielleicht in einer halben Stunde auf dem Trockenen läge. Also doch Paddeln und weiter. Irgendwie und plötzlich wird uns allen die Absurdität unserer schlechten Laune an diesem magischen Ort bewusst, wir paddeln an anderer Stelle an Land, regne es, was es wolle und tauchen ein in die verzauberte Landschaft. Schroffe Granitfelsen, bewachsen mit Moos und Flechten, Wasserfälle, unterirdische Wasserläufe, die unter den riesigen Felsbrocken glucksen und gluckern, windgepeitschte Sträucher und Bäume, die hier nicht senkrecht nach oben, sondern eher in die Horizontale wachsen und sich eng an schützende Felsen schmiegen. Die Felsen tragen regelrechte Kratzer von den Gletschern, die sich vor vielen, vielen Jahren, hier langsam herunter geschoben haben. Die Kinder spielen ausgelassen in Matschtümpeln und haben binnen kürzester Zeit nasse, dreckige Füße, doch was soll‘s, das Wasser kommt eh wieder von oben. An einem Strauch entdecken wir mal wieder unsere Marmeladenbeeren und los geht die Suche. Querfeldein, von Strauch zu Strauch, gewinnen wir schließlich eine Kaffetasse voll Beeren, reicht für ca. 8 Marmeladenbrote. Immerhin.

Nach drei Stunden Expedition haben wir alle endlich wieder genug Sauerstoff aufgetankt, unsere Beine bewegt und die Weite der Natur nach der Enge des Bootes genossen. Und da wir eh schon nass sind, bauen Micha und ich noch die Kuchenbude im strömenden Regen auf, um uns eine Heißwasserdusche im Cockpit zu gönnen. Herrlich.

Es regnet sich ein, seit mittlerweile 9 Stunden regnet es ohne Unterbrechung. Die französische Yacht Cyprea läuft ein, liegt keine Bootslänge entfernt neben uns und lädt uns zum französischen Aperitif ein. Petit Punch und Oliven, ein Fahrtenseglerabend am Ende der Welt, unser erster Kontakt zur Außenwelt seit über zwei Wochen. Morgen geht es weiter, hoffentlich. Irgendwann und irgendwo muss dieser Regen doch mal aufhören. Der Spruch mit dem falschen Wetter und der richtigen Kleidung ist ja nicht verkehrt, aber uns fehlt eben die Trockenkammer, um unsere richtige Kleidung nach dem falschen Wetter wieder zu trocknen, Überall stehen nasse Gummistiefeln, hängt nasses Ölzeug, nasse Socken, nasse Handtücher. In Puerto Natales soll öfter mal die Sonne scheinen, da trifft es sich doch ganz gut, dass wir unsere Gasflasche füllen müssen.






  • 20:43:00
  • 23.03.2012
  • 54°32.6875'S, 071°54.6429'W
  • Anchor
  • Caleta Brecknock / Paso Aguirre / Chile
  • Estrecho Magallanes / Chile
  • 11°/999hpa
  • 15kn, NW
  • -m

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