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Familiensonntag

Must have: The Yellow Bus Tour

Geht Buenos Aires eigentlich ohne den Yellow Bus, mit den Kopfhörern, den achtsprachigen Ansagen zu wichtigen Gebäuden, zu Plätzen, zu den kleinen Geschichten und Anekdoten? Nein, das geht nicht. Um in dieser riesigen Stadt zumindest einmal in den verschiedenen touristisch wichtigen Stadtteilen gewesen zu sein, ist der Bus ein quasi Universaltool. Da musste Nathalie heute auch durch. Was Maya davon mitbekommen hat ist mir unklar, Lena ist auf jeden Fall noch recht überfordert und spielt dann den Kasper. Egal. Hier die Capitana selber:

Sonntag ist Sonntag, heute bleiben Pinsel und Farben liegen, stattdessen sitzen wir schon um 9 im Collectivo (Omnibus) in die Innenstadt zum Anfangspunkt des offenen Touristenbusses. Die Straßen sind wie ausgestorben, es ist viel zu kalt für unsere Fleecejacken aber egal. Ticket gekauft, ab in den Doppeldecker, Buenos Aires, wir kommen. Maya lauscht gebannt den Ausführungen über die Kopfhörer und stellt Fragen, die zeigen, dass sie tatsächlich aufmerksam zuhört. Unser erster Stopp ist San Telmo, ein alter Stadtteil im Zentrum von Buenos Aires, bibbernd steigen wir aus und ziehen uns in das erste offene Cafe am Straßenrand zurück. Und während wir unsere Medialunas (Croissants) in den Kaffee tunken, kämpft sich die Sonne hinter den Wolken hervor. Zeitgleich werden in den Straßen um uns herum Trödelstände aufgebaut und aus dem Nichts strömen die Menschenmengen herbei. San Telmo ist erwacht. Alte Sodaflaschen, Musikinstrumente, ausgediente Karusselltiere, Grammophone, Schmuck, Kleidung. Es gibt nichts, was es in San Telmo nicht zu kaufen gibt. Dazwischen ein buntes Gewirr von peruanischer Strick- und Schmuckkunst und Straßenkünstlern. Hier ein Marionettenspieler, dort ein in die Jahre gekommenes Tangopärchen, er mit Hut und vollendeten Manieren, sie mit roten Handschuhen und viel zu viel Farbe im Gesicht. Es ist bunt und laut und wunderschön. Den krönenden Abschluss von San Telmo bildet die Gruppe El Afronte, eine alternatives und doch klassisches Orchester, die eine eigene Milonga mit Life Musik betreiben und sonntags regelmäßig in ihrem Viertel aufspielen.

Nächster Stopp ist Boca, ein Hafenviertel, das ursprünglich von Italienern besiedelt wurde. Wir sollte es anders sein, im Zentrum des Stadtteils thront ein gewaltiges Fußballstadion, Heimat des Fußballclubs Boca, einem der bekanntesten in ganz Argentinien. Wohin man schaut, die Straßen, das Stadion, die Häuser, alles leuchtet in freundlichen IKEA Farben, blau und gelb. Wie es dazu kommt? Bei der Gründung des Clubs entschied man, als Vereinsfarben die Flaggenfarben des ersten einlaufenden Schiffes in den Hafen von Boca zu nehmen, und das fuhr unter schwedischer Flagge. Hinter dem Stadion finden wir ein skurriles Restaurant, halb unter freiem Himmel, zwischen Schuppen und Wohnhaus, vollgestellt mit Fundstücken, viele Einheimische, keine Tango Show, keine schicke Speisekarte. Was vom Grill aufgetischt wird, ist nicht gerade meins, muss ich zugeben, Maya probiert wie immer tapfer alles, aber auch sie kann den knusprigen Schweinohren nichts abgewinnen. Ich bleibe gleich bei Hühnchen, Reis und Salat.

Das Viertel unten am Hafen, wo das IKEA-Schiff einst einlief, muss man gesehen haben, aber nur ganz kurz. Alte Holzhäuser in Bonbonfarben, hübsch, doch leider beherbergt ein jedes ein lautes „typisches“ argentinisches Grillrestaurant. Während die Touristen sich kiloweise Rindfleisch verein leiben, wandern ihre Blicke immer wieder kurz auf die jeweilige Tanzplattform vor dem Restaurant, wo zwei Tangotänzer stundenlang ihre Schleifen ziehen, meistens keine Argentinier, sondern Italiener oder andere Europäer. Konzentrieren müssen sie sich, um im Takt ihrer eigenen Musik zu bleiben, denn schon 10 Meter weiter schwoft ein anderes Paar um einen anderen Grill.

Zu guter Letzt geben wir der Forderung nach einem Spielplatz nach und verbringen den Rest des Nachmittages wie viele andere Einheimische auf den Grünflächen am Puerto Madero. Hier sind sie also, die Städter, denn in den Touristenvierteln haben wir sie natürlich nicht gesichtet. Die Nase meldet sich mit Sonnenbrand, der Körper mit Müdigkeit, das war es für heute, aber bestimmt nicht das letzte Mal.






  • 22:23:00
  • 18.09.2011
  • 34°32.3023'S, 058°27.1175'W
  • 0°/0kn
  • Buenos Aires / Argentinia
  • Rosario / Argentinia
  • 20

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