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Ich liebe Buenos Aires

Plattfußindianer

“Is doch mal ne klare Aussage. Oder?“ Hab ja schon nen paar Städte gesehen und mich hat auch schon vieles begeistert oder abgeschreckt. Aber wenn Großstadt, würde Buenos Aires ganz oben stehen. Ganz ehrlich, auch wenn ich manchmal genervt bin. Meist bin ich mehr genervt von mir selbst. War heute zufällig im Stadtteil Palermo mit seinen alten Häusern, dem Zoo, dem Plaza Italia, dem botanischen Garten und das bei supergeilen 25 Grad. Es ist fast immer blauer Himmel in dieser Stadt und seltsamer Weise irgendwie gute Luft, wie der Name schon sagt.

Freiheit

Diese Stadt ist eben riesig, deshalb auch das Paris von Süd Amerika genannt. Grundlegendes Problem ist da die Navigation und der Transport. Taxi kostet zwar nur ein viertel vom deutschen Standard, Bahn und U-bahn ein Zehntel und weniger, dafür fahren die 24 Stunden mindestens im 20min Takt. Mal angenommen, ich brauche Flügelschrauben 8mm aus V4A und frage in der am nächst gelegenen Ferreteria (Eisenwarenhandel) kommt dann: „Bekommst Du auf der Avenida Istgarnichtsoweitweg.“ Tippe die Adresse in Google Maps ein. Ergebnis 12 km. „Upps!“ Das verwirrende System von Bus und Bahn wird von Google nicht unterstützt. Aber es gibt ein kleines Büchlein, das hat jeder in der Tasche, auch jeder, der hier lebt. In dem Büchlein ist die Stadt in kleine Quadrate unterteilt und zu jedem Sektor gibt es die Infos welcher Bus da fährt. Einen Sektor kann man immer laufen. Da denke ich direkt daran, dass wenn man das chaotische Nahtransportsystem in ein APP für Iphone und Android machen würde, könnte man hier direkt ne Firma eröffnen. Gibt es anscheinend noch nicht. Aber ich will ja gar keine Firma aufmachen, ich will ja segeln gehen.

Aber weshalb erzähle ich das eigentlich. Nun, die Argentinier haben ein großes Problem. Das ist das Kleingeld. Es gibt zuwenig Münzen. Münzen sind Mangelware. Das geht so. Du stehst an der Haltestelle mit drei Freunden und brauchst für die Fahrt einmal quer durch die Stadt. 3 Peso 75 für alle. Das ist 60 Eurocent. Im Buss (Collectivo heißt das hier) kannst Du nur mit Münzen zahlen. „Shit, wir haben keine Münzen!“ Du stehst direkt vor einem Kiosk. „Können sie mir Geld wechseln?“ „Nein!“ Diese Antwort bekommt man garantiert. „Ok, dann geben sie mir eine Cola.“ Plötzlich bekommst Du Münzen. Aber ohne was zu kaufen? Nep. Das ganze ohne Spanisch, dauert 45 Minuten. Aber egal.

Es gibt aber jetzt neuerdings ein Plastikkarte, so wie in Singapore schon seit zwanzig Jahren. Berührungslos lädt man die einmal am Kiosk auf. 50 Peso drauf. Damit kannst Du 40 Mal quer durch die Stadt. Münzenproblem ade. Die Karte heißt SUBE. Ist kostenlos. Ich also schon vor Wochen in die Ubahn. „Ich möchte ne SUBE Karte haben.“ Und dann beginnt das Spielchen. Eigentlich weiß keiner wo es die Karte denn gibt. Loteria, Kioske, Schreibwarenläden. Keiner kann mir sagen wo es die Karten gibt. Komisch nur, viele haben eine, die verraten aber auch nicht wo sie die her haben. Die Busfahrer murmeln auch immer nur unverständliches. Eine U-bahnstation im Süden der Stadt, da soll es die geben. Ich frage mal in Retiro, dem HBF, negativ. Scheint geheim zu sein. In der Bank der Nation soll es die geben und im Postamt. Ich hab einmal in ein Postamt reingeschaut. Da war eine Schlange von 50 Leuten an jedem Schalter. In der Regel stellt man sich da an, wartet 45 Minuten um dann zu erfahren, dass die Karten grade aus sind. Kenne ich schon. Ich hab dann irgendwann aufgegeben und Münzen gesammelt. Heute stehe ich auf der Avenida Santa Fe, suche ich grade nach Straßennamen um die Soundso zu finden, ist neben mir eine Schlange von Menschen. Direkt neben mir steht ein junger Typ, mit dem SUBE Logo auf seinem Polo Shirt, schlägt sein mobiles Büro auf. Direkt vor mir. „Du verteilst doch nicht etwas SUBE Chipkarten?“ „Doch!“ Ich schubse schnell die anderen weg, nutze mein Gewicht um mich als erster in der endlosen Schlange zu positionieren, wie im Supermarkt, wenn eine neue Kasse aufmacht. Da kommt ja immer das ehrliche ICH raus. Pass, habe ich, Telefonnummer habe ich. „Eine Adresse brauche ich auch!“ Die Adresse vom Yachtclub habe ich natürlich nicht im iPhone. Shit. Er grinzt: „Ok, dann wohnst Du hier. Santa Fee 2065! Unterschreiben. Esta tulla! (Doppel „ll“ wird hier als „sch“ ausgesprochen, nicht wie im spanischen mit „jj“) Er grinst mich freundlich an.“ Schnell weg bevor er sie mir wieder wegnimmt. Ich fühle mich, als wenn ich grade ne Green Card in den Staaten bekommen hätte.

Tango, die letzte

Warum die letzte? Ganz einfach, mir reicht es. Ich bin gestern Im Tacuari gewesen. Da gibt es immer die Gruppenstunden mit Nani und Rebecca. Hab ich immer gerne gemacht, weil Nani ist männlich und kann den männlichen Part besser vermitteln. Doch es kommen immer weniger Schüler, mir fehlt eine Partnerin in angemessener Höhe, so löst sich die Gruppe auf. Ich mag Nani. Ehrlich. Später in der Nacht, so ab 00:00 bin ich mit Paula, meiner eigentlichen Lehrerin verabredet. Es finden in Palermo die jährlichen Vergleichstänze statt. Die Creme de la Creme des argentinischen Tangos tanzt um Geldpreise, irgendwas um die 18.000 Peso. Das ganze ist vom Buenos Aires Kulturamt oder so organisiert. Wahrscheinlich zum Erhalt des Argentinischen Tangos „Salon“ Es stellt sich raus, das Rebecca und Nani auch dahin wollen. Wir fahren also zusammen mit dem Collectivo (Bus) und ich sitze mit ihnen an einem der begehrten reservierten Tische. Da kommt Paula, begrüßt mich mit Küsschen, wie es hier so die Art ist und erklärt mir so schön arrogant, wie sie es 1a beherrscht, dass sie mit ihren Freunden auf der anderen Seite der Piste sitzt. Aehm, ich merke grade, dass ich da irgendwie zwischen die Stühle gekommen bin. Ich habe Paula versprochen ein Video von ihrem Auftritt mit Andre, ihrem Partner, zu drehen. Also, stehe ich auf, verabschiede mich von Rebecca und Nani und dackel rüber auf die andere Seite. Echt, so was kann ich eigentlich gar nicht ab. Klar, dass ich bei Nani und Rebecca unten durch bin. Am liebsten hätte ich meine Sachen gepackt und wäre nach Hause gefahren. An 50% der gut 50 Tische um die Piste (Tanzfläche) sitzen Tangoprofis, die in die nächsten Ausscheidungsveranstaltungen wollen. Die sind wirklich alle super freundlich zu mir. Ich unterhalte mich. Alles Profitänzer, die durch die Welt reisen und Tango Workshops in Amsterdam, Paris, New York und Berlin geben. Ich filme mein Material, was ich brauche um Paula eine Freude zu machen. Um 4:00 sitze ich im Collectivo nach Hause. Danke. Das war’s, dass brauche ich nicht noch mal. Ich will schön mit Nathalie Tango soweit lernen, dass wir mal nen bisschen ausgehen und tanzen können. Mit Spass an der Freud und vielen Fehlern ist ok. Aber diese semiprofessionelle extrem Gehabe, konnte ich schon beim Taiko nicht ab. Und das man aufpassen muss, wem man die Hand gibt und wem nen angedeuteten Kuss auf die Backe (Hier auch zwischen Männern üblich), ist auch nicht so mein Ding. Wenn aus dem Filmmaterial was geworden ist ersetze ich die Tage den Screenshot durch ein kleines aber langes Video.

Eigentlich ist noch viel mehr passiert in den letzten zwei Tagen. Viel mehr. Aber ich hab keinen Bock mehr zu schreiben. Für heute reichts…






  • 17:12:00
  • 11.05.2011
  • 34°32.2992'S, 058°27.1256'W
  • 0°/0kn, Berth
  • Yachtclub C.U.B.A., Buenos Aires, Argentinien
  • VAR
  • 23°/1016hpa/50%
  • 12°
  • 0kn/VAR
  • 0,0m

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