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Moto Town

Das Leben in Lacatze

Ab fünf Uhr nach dem Zenit der brennenden Sonne, fängt das Leben in Lacaze an. Zwei Strassen die parallel verlaufen werden als Rennstrecke, als Flaniermeile und Zentrum des Lebens in Lacaze genutzt. Doch das Leben findet nicht auf dem Gehsteig statt, sondern auf dem Moped. Hier hat keiner viel Geld, die meisten arbeiten in der Papier- oder der Textilfabrik und meist ist das Moped das einzige was die Familie besitzt. So sitzen sie zu viert hintereinander: Vater, Sohn und Mutter mit dem kleinen Baby auf dem Arm. Die Teenies meist zu zweit auf ihren Vespas, Nägel rot lackiert, der Hitze entsprechend kurz bekleidet. Sie fahren die eine Straße runter und die andere wieder rauf. Den ganzen Nachmittag. Die Helmpflicht wird ignoriert, aber darum geht es ja auch nicht. Die Polizei läuft zwischendurch. Man grüßt sich. Ich werde auch schon gegrüßt, weil ich jetzt schon den dritten Tag vor dem Kiosk sitze, um fünf Uhr mir ein „Pilsen“ trinke und mir das Leben und die Menschen in Lacaze anschaue. Auf den Mopeds findet das kulturelle Leben der Stadt Lacaze statt. Die Mädchen mit den nackten Beinen fahren eng beieinander zu viert und unterhalten sich, immer schön den Rücken grade, dabei in der einen Hand den Gasgriff, in der anderen Hand das Mobiltelefon. Es wird gelacht, gegrüßt und gewunken. Am Wochende geht es zum Baile (Tanz) und mit spätestens 20 haben sie zwei Kinder und wachsen noch mal ein ordentliches Stück in die Breite. Die Jungs sind eher allein unterwegs und meist auch eher laut und mit hoher Drehzahl und vor allen Dingen nacktem Oberkörper, tätowiert, halten an und tauschen Toilettenwässerchen aus, die sie unter den Sitzen ihrer Mopeds haben. Der Auspuff der Mopeds ist dabei wohl eher Zierde, so ein Krach machen die Dinger. Zwischendurch immer wieder die alten Ford Pickups aus den 60er Jahren, von der Farmern. Hinten ein Hund drauf, vorne die ganze Familie. Supergeile Teile. Und so sitze ich da und schaue mir die immer wieder die gleichen Jungs und Mädchen an. Ich habe kein Moped. Ich habe nicht mehr einen so schönen Oberkörper, keine Tättos und mir ist vor allen Dingen eins: Heiss. Da hält ein Moped direkt vor mir an. Es ist Pedro. „Migel. Todo vien? Vamos a la rambla con mi moto!“ Ich lasse den Rest Bier stehen, setze mich hinten auf die 250er Yamaha und komme in den Genuß auch mal eine Runde über die zwei Strassen zu drehen. Dann geht es an den Strand, an die Rambla (Flaniermeile), die der Präsident am Morgen besichtigt hat. Dort sitzen noch fünf andere Jungs, die allesamt meine Söhne sein könnten. Ein Pott mit Mate geht rum. „Quieres amago?“ (Willst Du bitter?“ => Mate Tee) Erst lehne ich ab, dann trinke ich mit und wie das so ist, man kann sich dran gewöhnen. Mate, Teil der uruguayanischen Kultur. Die Jungs fragen mich ein bisschen aus. Ich muss nen bisschen über Stürme auf See, deutsche Mädchen und deutsches Bier erzählen. Ach, und Fußball und was sie sonst noch mit Deutschland assoziieren. „Morgen kommst Du mit zum Tanzen.“ Nach Heilig Abend gehen alle in den Club Nautico. Die Sonne geht unter. Links am Horizont dröhnt die Fabrik, rechts ist der Schein von Buenos Aires am Himmel, am anderen Ufer vorm Rio de la Plata zu sehen. Ich verabschiede mich bei den Jungs und dackel nach Hause. Morgen muss ich meinen Seesack packen. Die LADY muss ich noch verlegen. Heute Mittag bei Niedrigwasser stand die LADY auf dem Kiel im Hafenbecken. Alle anderes Boote drehten sich um die Bojen. Wohl doch nicht die richtige Boje.






  • 22:40:00
  • 23.12.2010
  • 34°26.3500'S, 057°26.6490'W
  • 0°/kn Berth
  • Juan Lacaze, Uuguay
  • Cape Town, South Africa
  • 29°/1005hpa, bedeckt
  • 22°
  • 5kn/SW
  • 0,0m

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