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Zehnter Tag auf See

Beinahe Kollision

“Micha, jetzt weiß ich wie man die Rauschefahrt mit der LADY vergleichen kann. Wie mit 180 auf der linken Spur, nachts, im Cabrio, mit offenem Verdeck, bei mondloser Nacht, auf der Autobahn – ohne Licht!“, Thomas lacht mich an und hat Spaß. Doch im nächsten Moment wird aus dem Spaß Todernst. Siehst Du den Schatten voraus? „Ausweichen! Handruder. Autopilot raus“, schreie ich mir die Seele aus dem Leib und mit dem Manöver des letzten Augenblicks rasen wir mit Vollzeug mit Haaresbreite an einem Katamaran vorbei, der unbeleuchtet in den Wellentälern auf und abgehoben wird. „Segel runter. Der hat keinen Mast mehr, den schauen wir uns mal von nahem an“, Wolfgang ist schon dabei den Überlebensanzug anzuziehen und ich mache die Wurfleine fertig. Unter Motor fahren wir eine Wende und langsam gegen Wind und Welle auf die Position zu, die Rainer blitzschnell am GPS via MOB festgehalten hat. „Da ist er.“ Es dauert weitere fünf Minuten bis Rainer bei den rauen Wetterbedingungen nah genug an dem vielleicht 44 Fuß großen Kat herangekommen ist. „Das ist meiner“, murmel ich mir in den Bart, „der ist verlassen worden!“

Wolfgang springt über die Reling der beigedrehten Lady und schwimmt zwei Bootslangen zur Badeplattform des Cats und befestigt die 70 Meter Trosse, die wir vorbereitet haben. „Klar nehme wir den mit, das ist jetzt unser. Alles was man verlassen auf See findet, gehört einem. Eigene Schuld, wer statt Boot, lieber ne Rettungsinsel vorzieht. Können froh sein, dass wir den nicht mitten in der Nacht in zwei Teile zersägt haben.“

Nach kurzer Inspektion in der Nacht liegt wieder Kurs unter Vollzeug Richtung Helena an. Hinter uns der große verlassene Katamaran. „Ohhhh Thomas, ich seh Du machst Dir schon wieder Angst wegen unserem Ankunftstermin und wegen Eva! Ich kann es in Deinen Augen lesen. Den Auftritt, den Du verpassen wirst. Nun, das ist nun endgültig. Dafür darfst Du demnächst mit Deiner holden Eva und Kindern umsonst Urlaub auf dem Ding da machen. Ist doch auch o.k. Komm Lächel mal“, ich knuffe Thomas zärtlich an der Schulter und schon lacht er und macht „Bääääääähhhh“, wie das kleine Stofftier von Maya.

Es wird noch ein langer Morgen. Wir sitzen im Cockpit der LADY und stellen uns vor was passiert ist mit der anderen Crew. Ich schreibe eine PAN PAN Meldung an Sue von Sailmail, mit der Bitte um Weiterleitung. Mehr können wir auch nicht tun. Es wird wohl doppelt so lange dauern, bis wir St. Helena erreichen. Dann sehen wir weiter. „Danke!“, ich bedanke mich bei meiner Crew und lege mich noch eine Stunde aufs Ohr, bis zum Sonnenaufgang.






  • 06:30
  • 01.04.2010
  • 23°50.80'S 002°33.37'E
  • Southern Atlantic Ocean
  • St. Helena
  • 24° 1019hpa 8/8
  • 22°
  • 15kn/SSW
  • 1-2m

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