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Sonnentag

Urlaub

Der Tag endet um drei Uhr morgens und um Neun heißt es schon wieder aufstehen. Man hat schon Stress im Leben und davon nur eins. Die erste Aufmerksamkeit am Morgen gehört den Wetternews. Nichts lieber würde ich machen, als mit Stefan noch nach Colonia zu segeln. Doch da Wetter scheint gegen uns zu sein. Von den zwei Tagen Segeln, die uns verbleiben steht ein Tag Wind mit 25 Knoten auf die Nase. Hmm. Nicht schön, Stefan und ich sitzen am Rechner, legen die GRIB Files über die elektronische Seekarte. Unsere Route haben wir mit Wegpunkten im Dreistundenrythmus bis nach Colonia gezeichnet. Schritt für Schritt gehen wir gemeinsam die Wetterentwicklung durch. Noch ein zweites Mal den Flug umbuchen soll Stefan auf keinen Fall. Also sehen wir uns dass Geschen in aller Ruhe an. Die Briten nennen das „Passage Plan“. Standardaufgabe eines Yachtmasters.

Juan kommt gestern rein. „Hast Du Dir den Seelenverkäufer hinter uns angeschaut?“, frage ich Stefan. „Hmm.“ Is klar. Ein 10 Meter langes Stahlboot mit einer britischen Flagge. Nun, nichts besonderes mag man denken. Doch Moment: „Welcher Brite traut sich denn hier in argentinische Gewässer?“ Es ist Juan, der das 50! Jahre alte Stahlboot aus Spanien mitgebracht hat. Da kommt der Stolz der Argentinier durch. Die haben ja nun die Falkland Inseln verloren an die Briten. Man erinnert sich. Jaja. Das ist ein deftiges Thema hier in Argentinien. Man bekommt z.B. keine Zarpe zu den Falkland Inseln, da ja diese doch zu Argentinien gehören. „Aehmm!“ Also Juan, Argentinier, als altes Yachtclubmitglied, der hier das Segeln als Kind erlernt hat, wird sofort des illegale Import (Schmuggeln) von Segelbooten bezichtigt und bekommt von seinen Landmännern 24 Stunden um das Land, inklusive Boot zu verlassen. „Hallo?“ Juan ist nett und den ganzen Tag laufen Freunde, Vater, Familie, Frau und Kinder über den Steg. Es wird gefilmt, fotografiert , Juan ist zwei Wochen zu spät gekommen aus Brasilien. Auf dem Bug des Schiffes liegt ein genutzter Faltanker, er meint, dass das ganze Boot von innen mit Salzwasser voll war. Juan hat eine deftige Zeit im Südatlantik gehabt. Kennen wir das? Stefan: „Jep, das kennen wir. Zu aller Genüge!“ Also muss Juan morgen los. Und wir? Wir essen Chorizo Bife, trinken leckeren argentinischen Rotwein im Cockpit und staunen über das alte Boot. „Das der Kahn noch schwimmt. Mit dem würde ich noch nicht einmal auf dem Steinhuder Meer segeln gehen“, meint Stefan.

Unsere Sicherheit

Die Innenstadt ist verseucht mit Policia und Prefectura. Mehrmals am heutigen Tag fahren Schlauchboote raus aus der Marina mit einer dicken MG auf dem Bug. „Alle Präsidenten der Welt treffen sich morgen in Mar del Plata. Nur der US-Präsident kommt nicht“, meint der Taxifahrer und flucht über den Umweg, den er fahren muß. Umwelt-Konferenz. Ich schaue mal im Internet nach, aber finden tue ich so ad-hoc nichts. Um das entsprechende Kongresszentrum ist alles abgeriegelt. Mit Nachtsichtgeräten, von Land mit Absperrungen und Hundertschaften, vom Meer her die Prefectura, mit allen Spielzeugen, die sie parat haben. Das kein U-Boot auf der Lauer liegt ist alles. Ich zoome mir die Millitärschlauchboote mit der Nikon ran und winke freundlich. „Hey, da hängt nen Tampen im Wasser.“ Da dreht das Schlauchboot mit der MG um und steuert auf mich zu: „Hast Du etwa Photos von uns gemacht.?“ „Aehm. Nicht wirklich.“ Ich sehe da grade ein dickes Problem auf mich zukommen. Osman steht grade auch auf dem Ponton: „Micha, wir kommen Dich im Gefängnis besuchen und bringen Dir Zigaretten!“ Die Prefectura in schusssicheren Uniformen, alle schauen mehr oder wenig grimmig, entscheiden sich aber, dass sie jetzt doch lieber Feierabend haben wollen, als sich mit mir und meiner Kamera rumzuschlagen. Gute Entscheidung. Auf jeden Fall liegen wir hier sehr sicher. Braucht sich keiner Sorgen machen.

Stefan ließt ein Buch, ein Segelbuch, das erste seit vier Jahren. Zusammen gehen wir einkaufen, besuchen den berühmten türkischen Weltumsegler Osman und seine Partnerin Sibel, www.osmanatasoy.org, der rein zufällig da auch noch ein PACTOR-Problemchen hat. Na so was. Das ist schnell behoben, es wird spät und fängt an zu regnen. „Es könnte regnen!“ Da wären wir wieder beim Thema.






  • 22:45:00
  • 01.12.2010
  • 38°02.4690'S, 057°32.2960'W
  • -°/-kn
  • Mar de Plata, Argentinia
  • VAR
  • 29°/hpa, sunny
  • 09°
  • 15kn/VAR
  • 0m

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