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Und jetzt noch unter die Dampfwalze

Es scheint kein Ende zu nehmen mit der Pechsträhne

Seit heute Morgen ist die Stimmung sehr gedrückt. Noch ziehen Kumulus Wolken über der LADY aus NE nach SW und blasen uns Richtung Mar de Plata. Aber ein Tief, dass eigentlich NE ziehen sollte, hat sich entschieden aus Nord genau Kurs auf die LADY zu nehmen. Ein Tief mit 2006hpa, einer kräftigen Regenfont und damit noch nicht das Ende. Das Auge des Sturms wird genau über uns hinweggehen. Im Auge kein Wind und Kreuzseen aus allen Richtungen. Ich rechne mit Windstärken um 7-8 BFT in Böen und mehr. Wir hoffen alle, dass die Berechnungen falsch sind, es weniger wird, auf keinen Fall mehr. Aber ändern können wir eh nichts. Der Kurs Mar de Plata ist der logische Weg und gut, dass wir auf offener See sind und nicht in Landnähe mit dieser Dampfwalze konfrontiert werden.

Das Bild zeigt die prognostizierte Lage in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Nicht wundern, wenn es ab morgen keine Logbuchberichte mehr geben wird. Wir sind beschäftigt mit dem Klarmachen der LADY, mit dem Ausruhen vor dem Sturm, Vorkochen und überhaupt. Melden uns dann am voraussichtlich Donnerstag.

Von heute Morgen um 5:00 – Rundumblicke

Komme grade von draußen wieder rein. Nachtwache. Sternklarer Himmel. Der Halbmond geht an der falschen Seite schlafen, das Kreuz des Südens steht auf der falschen Seite um mir den Weg zu zeigen. Die LADY wiegt sich rechts und links unter dem Druck der offenen Passatsegel und in meinem Kopf tausendundein Gedanke. „Ich will über diesen verdammten Ocean segeln!“ An dieser Stelle Danke für die Unmengen von Mails und Gästebucheinträge, die ich nicht im einzelnen beantworten kann, die mir aber allesamt geholfen haben mich selbst wieder zu finden. Was geschehen ist, kann passieren und jetzt segelt die LADY in den nächsten Hafen und wenn die Großwetterlage wieder so ist, das es geht oder vielleicht so, wie es in den Büchern beschrieben ist, so dass dieses Südatlantikhoch da sitzt wo es hingehört, dann strecken wir unseren Bug wieder nach Ost. Das kann in einer Woche oder einem Monat sein, vielleicht erst nächstes Jahr, ich weiß es nicht im Moment. Meine coole Crew und ich, wir haben unsere Nasen in den Südatlantik gesteckt und mal gerochen, 500 Meilen raus, 4 Tage Sturm und die brausenden Wogen, das es uns das Fürchten lehrte und 500 Meilen wieder rein, weil die vorgegebene Zeit der Crew abgelaufen ist. Das Spiel ist aus, die Karten werden neu gemischt. 1.000 Meilen, dass ist einmal durch die Republik. Es war einen Versuch wert und auch mutig von uns allen, „Nein“ zu Schicksal zu sagen. Und wenn da nicht ein Wunder geschieht und in spätestens sieben Tagen, das Wetter zum neuen Anlauf passt, zumindest nicht soooooo wie jetzt dagegen ist, dann werde ich wohl fürs nächste Jahr im Februar neue Crew brauchen, denn ich will mir nicht selber im Cockpit erzählen wie schön das Kreutz des Südens denn heute schon wieder ist. „Is there anybody out there?“ Oder vielleicht doch Brasilien, Argentinien, Horn, Chile und Canada? Das Schicksal wir seinen Lauf nehmen.

Living for Sail

Das größte Lob gehört wohl diesem Schiff, dass uns trotz seiner fehlenden fünf bis zehn Meter immer sicher ans Ziel gebracht hat. Klar geht mir durch den Kopf, ob meine Entscheidung mit einem anderen Boot anders ausgefallen wäre. Wäre sie aber sicherlich nicht. Was verdammt sind schon fünf oder zehn Tage mehr auf See, damit es komfortabel bleibt? Jeder Tag auf See ist wunderschön, auch in der Flaute oder im Sturm, ein bleibendes Erlebnis. Jeder Tag vor Anker ebenso, Marinas sind langweilig und teuer. Ein Segelschiff gehört in den Hafen um zu verproviantieren, zu reparieren und wieder auszulaufen, aber nicht um zu vergammeln. Ein Segelschiff muss segeln, dafür ist es gebaut. Und wenn man sieht wie viele tausende von Segelbooten in Marinas und an Mourings vergammeln, unbewohnt und ungeliebt, da hat die LADY es ja nun wieder besser. Auch wenn sie ähnliches, fast dahinscheiden in Süd Afrika kennengelernt hat. Es sind noch gut 500 Meilen bis Mar de Plata. So. Wir werden langsamer, die Wolke mit dem Wind und dem Regen schein durch zu sein. Ich geh mal wieder ausreffen.






  • 13:22:00
  • 15.11.2010
  • 35°02.4470'S, 048°57.7200'W
  • 233°/4,7kn
  • South Atlantic
  • Mar de Plata, Argentinia
  • 21°/1023hpa 3/8
  • 11°
  • 15kn/NE
  • 1,5m/NE

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