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Kojengast in der Fremde

Was macht der Kojengast in der Fremde? Richtig: Er repariert.

Hier ein Schräubchen, da eine Dichtfläche, dort ein Gewindeschnitt, ein paar Backskisten mit zähem Fett zukleben, die Uraltbaustelle „Regenwassereinbruch im Mastfuss“ mit vereinten Kräften gerade so vor den ersten wirklich ernsten Tropfen erledigen (…wie erfolgreich wird sich gleich zeigen…), und dann natürlich: Suppe fassen. Es wird unfassbar gut gekocht und gegessen auf der Lady, ganz nach Skipper Micha‘s Credo: „Eine Top-Mannschaft wird mit dem allerbesten Essen zusammengeschmiedet“. Dafür haben wir als Mannschaft heute auch zum Beginn des Regens die vorerst letzte Position des Tagesplans als abgearbeitet durchgestrichen. Wie viel Platz sogar in so einem kleinen Schifflein sein kann merkt die Crew von Frischlingen bei der Durchsicht aller mitgeführten Teile, Werkzeuge, Vorräte und Ausrüstungsgegenstände: Hier noch ein Keller mit exotisch geformten Devotionalien aus irgend einem von aller Herren Länder, da noch ein Schapp voller Beweise für pazifische Handwerkskunst, für asiatische Technologie oder afrikanischen Erfindungsreichtum. Trotzdem wandern täglich müllsackweise Ballastanteile aus vergangenen Reisen auf die Pier, um nicht weiter den Wasserpass zu erhöhen. Immerhin wird die Überfahrt vielleicht zeitweise ja sportlich. Unsere Stromversorgung ist jedenfalls einerseits mit einigen Quadratdezimetern allerneuerster Solartpanelechnik im traditionell per Seilzug handschwenkbaren Rahmen zusammen mit andererseits einem Schleppgenerator für die sonnenlosen Stunden zu Skippers Zufriedenheit sichergestellt. Proviantkisten sind bereit, Bändsel geschnitten, Schapps ausgesaugt, Fenster geputzt …

Was bleibt?

Erst mal den Pampiero mit Regen abwarten und die Ankunft unseres vierten Crewmitglieds Andreas morgen mit einem weiteren Kilo dieser so sehr guten Steaks feiern, denn wie schon geschrieben geht die Mannschaftsbildung durch den Magen …. Auch nicht zu vergessen: Hier auf de Südhalbkugel geht alles andersrum: Die Tiefs drehen „falsch rum“ , das gleiche gilt für die Hochs, und die Sonne steht an Mittag im Norden … was schon mal die Orientierung auf dem Weg zum Bootsausrüster durcheinanderbringen kann. Der Pampiero ist da, es pfeift in der Takelage, die Lady wiegt sich, und die Vorfreude steigt.

Michael






  • 23:32:00
  • 29.10.2010
  • 34°52.4890'S, 055°16.8590'W
  • 0°/0kn
  • Piriapolis, Uruguay
  • Montevideo, Uruguay
  • 19°/1006hpa 8/8 Rain
  • 15°
  • 20kn/NW
  • 0m/-

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