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Auf und Ab

Ziele

Vorhin ist ein Mail über die Kontaktseite reingekommen von Edgar. Doch wer ist Edgar? Edgar ist Segellehrer und hat auch mal die LOUP de MER gesegelt. Das verbindet uns irgendwie und vor knapp einem Jahr haben wir mal lange telefoniert über unsere Erfahrungen. Das würde aber jetzt zu weit führen. Auf jeden Fall bedankt sich Edgar über unser Blog und fragt nach wie das so alles funktioniert. Ich hab ihm schon geantwortet. Seine Segelschüler fragen, warum auf unserer Seite keine Infos gegeben werden, wie man so etwas selber macht. Da frage ich mich natürlich. „Häh?“ Ist nicht mein Job, denke ich mir. „Oder doch?“ Ich denke mir, wer es wissen will schreibt uns eine Mail. Edgar hat das schon richtig gemacht.

Edgar hat aber etwas anderes geschafft, was er gar nicht wusste. Er hat mich nämlich grade von einer leichten Depression. „Wieso Depression? Du hast es doch viel besser als wir. Du Dauerurlauber“, mag sich so mancher denken. Aber so ist es eben nicht. Mir fehlt es manchmal, wie schon in meiner beruflichen Zeit in Deutschland an Eigenmotivation. Auf und Ab eben. Sah man immer an meinem Arbeitsplatz, jetzt am Kartentisch. Da türmen sich Zettel, Belege mit Notizen, ToDo Listen, leere Gläser, ein Buch, viele Schrauben von irgendwelchen Baustellen und so weiter. Das kann Wochen so gehen und das Chaos wird immer größer. Da kann ich auch nix dran ändern. Die Haare im Gesicht und auf dem Kopf werden immer wilder und ich verliere so nen bisschen das Ziel. Kennt das jemand auch von sich? Wenn man alleine auf dem Boot ist, kann das ganz schön ausufern. Und dann kommt der Tag X, die Sonne geht auf. Ich bekomme eine Nachricht, ein Mail, einen Anruf oder irgendetwas passiert und ich räume meinen Tisch auf, gehe zum Frisör, habe plötzlich ein neues Ziel in meinem Hirn und das Leben beginnt wieder ein Ziel zu haben. Wenn das nicht immer wieder passieren würde, würde ich jetzt nicht hier sitzen und würde es nicht immer wieder schaffen, auf Boot zu kommen und weiterzusegeln. Also Edgar. Danke. War wahrscheinlich nicht Deine Absicht.

Klar, wir haben noch nie so richtig über die Seemanschaft, die Trickkiste und Astronavigation an Bord geschrieben. Wollten wir auch nie. Werden wir wohl auch nie. Leben unter Segeln hat damit auch gar nicht so viel zu tun. Die ganzen Probleme, kleinerer und größerer Art bekommt man mit der Zeit eh irgendwann in den Griff und ich muss zugeben, dass ich das Flaggen-Alphabet bis heute noch nicht kann. Ich hab es noch nicht einmal versucht. Dafür kenne ich aber viele Landesflaggen die an unserer Steuerbordsaling hingen. Außer Palstek, Kreuzknoten und Webleinstek, kenn ich vor allen Dingen Angelknoten aus aller Welt und meine eigenen Kreationen, mit den ich prima klarkomme. Was ist eigentlich das größte Problem am Segeln. In meinem Falle, ich selber. Manchmal verliere ich das Ziel vor Augen. Siehe oben. Gott sei Dank passiert das nicht so oft. Im Leben wiederholt sich eben viel und die Bedeutung von Gesundheit wird immer größer.

Nach dieser kleinen Sitzung beim virtuellen Psychotherapeuten nun wieder aus dem Alltag. Ein neuer Monat hat begonnen. Neues Spiel, neues Glück. Die MUKTUK hat heute den Anker gelichtet und ist nach Paraty gezogen. Hmm. Ob ich die so bald wieder sehen werde? Wahrscheinlich nicht. Karl war noch da um Tschüss zu sagen und da Karl ja nun eh nicht so der gesprächige ist, hat er sich verlegen auf die Hosentasche geklopft, dann aber wohl gemerkt, dass er seinen Taback vergessen hat. Hmm, ich hab ihm ein Bier in die Hand gedrückt. „So früh am Tag?“ „Klar Karl, warum nicht!“ Dann haben wir uns, beide etwas verlegen, über dies und jenes unterhalten. Karl, falls Du das irgendwann mal liest: „War ne tolle Zeit mit Dir, Deiner Familie und der MUKTUK. Würde mich echt freuen, wenn wir uns alle irgendwann einmal wiedersehen.“ Na, ganz so dramatisch ist es eigentlich nicht. Vielleicht treten wir uns beim Ausklarieren in zwei Wochen in Angra ja auf die Füße. So und jetzt B&B. Häh? Bread & Breakfast? Nep, auf der LADY heißt das jetzt: Bed & Book.






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  • 01.09.2010
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