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Coconut and poisson cru

19:25 Poisson Cru, ist toter Fisch in Coconut Milch. Ziemlich gut. Nicht Kokosnussmilch aus der Dose, versteht sich von alleine. Die Dose ist die Nuss schon selbst, drum herum die nicht zu verachtende Schale. Doch zuerst muss die Nuss gefunden werden. Wie gewohnt fuhren wir gestern zu einer kleinen Insel, wo die Palmen ueber dem Wasser haengen, darin die erreichbaren Nuesse. Doch ein eingefleischter Segel-Chargosianer klaert uns auf, dass die Nuesse einfach an den Wegen hinterm Strand liegen, wo die grossen Palmen in den Himmel ragen. Ich schaue verdutzt. Hier liegen Millionen von Kokusnuessen. Ich kenne das nur, dass die Ratten und die Kokosnusskrabben sich darueber hermachen, wie auf Henderson Island oder aber Menschen die Nuesse sammlen und verwerten.

Hier auf Chagos fallen zu viele Kokusnuesse, die Ratten werden von herunterfallenden Nuessen erschlagen und die Kokusnusskraben haben eher zweibeinige Plagegeister. Aber in Massen: Als ein Einhandsegler angefangen hat die Tiere in Dosen zu einzukochen hat die Gruppe der vor Anker liegenden Yachten ihn gestoppt.

Gestern bin ich dann zu den besagten Palmen, die in den Himmel ragen, unmoeglich, die zu besteigen. Zwanzig Meter. So was. Ich picke die erste Nuss, die mir am Boden begegnet mit der Machete auf, alt, vertrocknet. Kein Loch von o.g. Tieren. Ich schuettel. Hoere die Milch. Shit, die ist gut. Ich nehme die naechste. (Ich hatte mich ernsthaft auf eine lange Suche eingerichtet.. Mindestens eine Stunde durchs Unterholz, oder so.) Nach der zweiten, hab ich genug um Nathalies heutigen Kuechenbedarf an Kokusnuessen. Aus Spass drehe ich noch weitere zehn Nuesse auf den Ruecken. Also die Kokosnussbeschaffung ist hier: Aufheben.

Part Zwei ist die Aussenschale mit der Machete und einem im Boden eingegrabenen 20 Milimeter dicken Eisennagel aufzuschlagen und dabei sich nicht die Klinge der Machete in die Knochen hauen. Nach etwas Schweiss und Verzweiflung hat man nach ein paar Minuten die Nuss in der Hand. Jetzt wird es einfach. Die Nuss in der Hand halten und beim Einschlagen mit der Rueckseite der Klinge langsam rollen. Einmal rum, ein kraeftiger Schlag und die Nuss teilt sich sauber in der Mitte. Wer schnell ist, macht das geschickt, die Haelften sind fast voll mit Kokosnusswasser, wenig verklekkert. Schmeckt hervorragend. Ja, falsch gedacht, die Kokosnussmilch ist nicht der Inhalt der Nuss, sondern da ist nur Wasser drin, mit Kokosnussgeschmack.

An einer Eisenreibe, die an einem Brett angebracht ist, auf das man sich zwecks besserem Halt draufsetzt, reibt Nathalie das weisse Koskussnussfleisch aus der halben Schale in die darunter stehende Schuessel. Die Flocken werden durch ein Tuch gepresst. Man muss schon ziemlich doll knoten und druecken und pressen, damit tropfenweise die kostbare Kokosnussmilch am Tuchknoten austritt.

Na, fast geschafft. Jetzt nehme man den frisch filetierten Papageifisch, in Stuecke geschnitten, mariniert in Essig und mit blossen Haenden abgepresst und vermische ihn mit der Koskussnussmilch. Zwiebel, Knoblauch, Salz und Pfeffer. Ab in den Kuehlschrank. Nach einer Stunde ist das poisson cru tischfertig.

Meine Suche nach dem frischen Papageifisch endete erfolglos unter den in den Himmel ragenden Palmen. Haette mich auch gewundert. Also, ab ins Dinghy. Nachts vom Boot aus koennen wir Mondforelle, Red Snapper und bestimmt noch mehr mit der Handangel fangen. Eine Stunde, ein Eimer voll. Die anderen Segler ziehen mit aufwendigen Koederkonstruktionen, Bonitos und Makrelen aus der Lagune, am Aussenriff auch Wahoo, Barakuda und bald wohl auch Yellow Fin.. Man trifft sich morgens am Raeucheroffen oder zum Brotbacken am Volleyballfeld.

An den zahllosen Riffen in der Lagune steht der Fisch den wir fuers poisson cru brauchen. Brille auf, Sicht hervorragend. Zwei grosse Papageifische landen nach kurzer Zeit in hohem Bogen im Dinghy. Jetzt aber nix wie aus den Flossen, bevor alle Haie der Lagune mal vorbeischauen ;-)

Das war ein Tag. Ein Tag Essensbeschaffung. Zwischendurch noch mit Maya laufen ueben, schwimmen gehen, Badminton spielen und schon ist die Sonne wieder wech.






  • 19:25
  • 17.04.2006
  • 05°21.39S, 072°1274E
  • Ile Boddam/Solomons/Chagos
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  • 29°C
  • 1 SW
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