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Heiva

19:10 Tahiti ist bekannt fuer seine Tanzfestivals um den 14. Juli, die sogenannte Heiva. Normalerweise sind es Wettbewerbe, bei denen beste Taenzer, beste Kostueme, beste Trommler usw. gekuert werden. Doch alle vier Jahre findet ein Festival statt, auf dem jedes Archipel ihre eigenen traditionellen Taenze praesentiert, ohne Wettkampf.

Gestern abend war die Eroeffnung dieser Taenze. Schon ab 5 Uhr sah man Dinghis an Land fahren, die ganze Seglerschaft machte sich auf den Weg. Auf dem Programm stand ausser den Tahitianern die Gruppe von den Gambier Inseln, und eine aus den Marquesas. Jeder Segler, der dieses Jahr in Franzoesisch Polynesien angekommen ist, hat entweder die eine, oder die andere Gruppe bei ihrem abendlichen Training gesehen. Kennt die Taenzer in Badeschlappen und labbrigen T-Shirts. Bekannte Gesichter. Auch wir fuehlen uns natuerlich als Groupis den Magarevanern verpflichtet, sind neugierig auf die Kostueme.

Leider sind wir ein bisschen zu spaet und muessen mit unangenehmen Plaetzen auf dem Boden vorlieb nehmen, aber besser als Stehen bei fast 3 Stunden Spektakel. Die Einleitung dauert ewig. Ein Conferencier quasselt und quasselt, immer zweisprachig, tahitianisch-franzoesisch. Der Praesident der Republik wird begruesst und geehrt, die Buergermeister der teilnehmenden Inseln auch, die Nationalhymne gesungen und Reden gehalten. Der Conferencier leitet die Applauseinlagen. Nach fast einer Stunde geht es endlich los. Die Gruppe aus Tahiti macht den Anfang und praesentiert einen Tanz ueber die Herstellung eines Getraenkes, das Ava heisst. Irgendwelche Blaetter werden dafuer von Jungfrauen gekaut, ausgespuckt, vergoren und zun rituellen Zwecken benutzt.

Der Tanz ist dann alles andere, als jungfraeulich. Ausgesucht huebsche Maedchen in Kokosblaettern und knappen Bustiers, schwingen zu Ukulele und Trommeln ihre Hueften in atemberaubender Geschwindigkeit. Doch man sieht, dass sich aus diesen Amateurgrupen spaeter die professionellen Tanzgruppen fuer die Luxushotels rekrutieren. Die Maedels laecheln ein bisschen zuviel, die Taenze haben wenig wirklichen Charakter und es wird viel Wert auf staendig wechselnde Kostueme gelegt. Eine richtige Show, schon schoen, aber uns haut es nicht vom Hocker.

Ganz anders dann die Gruppe der Gambierinseln. Der Rhythmus nimmt einen direkt gefangen, beim ganzen Publikum merkt man, dass es auf die Musiker und Taenzer reagiert. Kostueme aus Pandanusblaettern, nicht bauchfrei und sexy aber irgendwie alt und von ganz weit her. Die Taenzer erzaehlen die Geschichte ihres Landes und ihrer Vorfahren. In Gesten werden Fischfang, Nahrungszubereitung und das Herstellen von Kleidung gezeigt. Obwohl der Rhythmus der Trommeln sich nie aendert, wird es nicht langweilig, noch heute habe ich den Rhythmus im Ohr. Auch bei den Taenzern merkt man, dass es nicht auf Schoenheit und Show ankommt. Eine ganz gemischte Truppe aus dick und duenn, alt und jung, Leute aus Mangareva eben.

Die letzte Gruppe kommt aus Fatu Hiva, einer Insel der Marquesas. Auch hier spueren wir wieder die alten Wurzeln, die Tradition hinter den Taenzen. Anders als die Mangarevaner, singen sie viel, die Maenner mit tiefen Stimmen, die ganz tief aus dem Bauch herauszukommen scheinen. Wildes Kriegs- und Brunftgeschrei, waehrend sie Kanu fahren, auf die Jagd gehen oder um die Gunst einer Inselschoenen kaempfen.

Nach dem Ende der Veranstaltung muessen wir natuerlich in unserer Stammkneipe noch ein Bier trinken gehen und kommen irgendwann todmuede nach Hause.

In der Stadt haben wir heute die letzten Kleinigkeiten besorgt, letzte Photos geschossen und fuer teuer Geld das Internetcafe besucht. Wobei mir einfaellt, dass wir schon seit zwei Tagen ein paar aufmunternde Worte an Baerbel und Detlev schreiben wollten. Ein Alptraum fuer jeden Menschen, mit grossen Traeumen, den Ihr da gerade erlebt. Aber haltet durch, irgendwie werdet Ihr eine Loesung finden und sobald die Reise losgeht und Ihr all die wunderschoenen Erfahrungen machen werdet, ist die harte Zeit schnell vergessen. Es lohnt sich, auf jeden Fall!






  • 19:10
  • 31.07.2003
  • 17°21.86S, 149°15.62'W
  • Papeete/Tahiti
  • -
  • 26°C
  • VAR 1
  • -

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