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der Obstgarten

07:00 Gestern puenktlich um 9 am Morgen landen wir mit dem Dinghi auf der Insel an und werden von Dieter in Empfang genommen. Dieter hat die volle Kontrolle ueber seine Insel, alles ist festgelegt, wo wir uns die Fuesse sauber machen, wie die Pampelmusen aufgeschnitten werden muessen und der Tagesablauf sowieso.

Das klingt sehr nach deutscher Ordnungsliebe und Perfektionismus, doch wer schon mal durch einen tropischen Dschungel gewandert ist, weiss, dass diese Disziplin vonnoeten ist, um den Wald urbar zu machen, zu pflanzen und zu ernten.
90 Prozent aller Pflanzen gehen irgendwann kaputt, die Huehner sind natuerlichen Feinden, wie zum Beispiel Krokodilen ausgesetzt. Jeden Tag geht es ein paar Schritte vor und ein paar wieder zurueck. Alltag im Urwald.

Dieter und Gerda verkaufen einen Teil ihrer Ertraege an die Segler, vor allem Zitrusfruechte. Doch wer nun meint, man kaeme vorbei, trinkt nen Kaffee und sucht sich aus nem Berg Pampelmusen die schoensten raus, ist schiefgewickelt. Selbst ernten ist angesagt. Wir werden von Dieter mit einem Eimer, einem Pflueckhaken und einem Schnellkurs ausgestattet und holen uns die Mandarinen, Pampelmusen und Bitterorangen selbst vom Baum. Der Preis pro Kilo betraegt 60 Cent, die Waage besteht aus zwei Eimern an einem Holzstab, die Gewichte sind Steine, bezeichnet mit Zahlen fuer die Kilos.

Nach der Ernte fuehrt uns Dieter ueber die Insel, erklaert jeden Baum, jede Frucht, erzaehlt ein paar Geschichten ueber die Insel, die Besitzer und all die Leute, die schon erfolglos ihr Geld hier machen wollten. Dieter und Gerda sind immer noch hier, machen nicht das grosse Geld, aber haben ein Dach ueber dem Kopf und sind gluecklich, trotz all der Arbeit und Entbehrungen.

Zurueck auf der Lady treffen wir weitere Vorbereitungen fuer die grosse Fahrt. Die Rettungsbox, das letzte Mal gepackt auf den kanarischen Insel, wird hervorgekramt und geoeffnet. Ein komisches Gefuehl, eine 20l fassende wasserdichte Box fuer den aussersten Notfall, das Verlassen des Schiffes. Medikamente werden ueberprueft, unter Staunen wird vakuumverpacktes Schwarzbrot ausgepackt, das immer noch keinen Ansatz von Schimmel zeigt.
Wir gehen die einzelnen Dinge durch, ein Jahr mehr Erfahrung, und doch findet sich kaum etwas, das fehlt. Die Gespraeche im Cockpit verstummen, die Gedanken schwirren zur Ole Hoop, die vor kaum zwei Monaten kurz vor dem Kap Horn verschwunden ist. Wir beschaeftigen uns mit dem Ernstfall, was machen wir, wenn? Situationen werden durchgespielt, soll das Ersatz-Gps in die Box, oder nicht? Der Respekt vor dem Pazifik waechst. Natuerlich haetten wir diese Box schon in Panama durchschauen koennen. Doch irgendwie gehoert es mittlerweile schon fast zum Ritual, kurz vor Abfahrt noch einmal ueber alles nachdenken, was kommen kann. Kein Sonntagsausflug, sondern viel, viel Wasser.






  • 07:00
  • 11.02.2003
  • 08°13.26'N, 079°06.49'W
  • San Jose/Panama
  • Malpelo/Kolumbien
  • 25°C
  • N 2
  • 0,5

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