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Zufallsbegegnungen

Der Morgen begruesst uns, wie sollte es anders sein, mit Regen. Seit Tagen haengt schon wieder die ITC fest, zwischendurch ziehen schwache Troege und kleine Fronten durch. Kaum Wind, wechselnde Richtungen, dafuer viele dicke Wolken und Nass von oben.
Aber, wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen, werden wir eben nass, was solls.

Naechstes Ziel ist Suedpentecoast, vor allem bekannt durch das Land Diving. Jedes Jahr im April und Mai bauen die Einheimischen Tuerme, an die 30 Meter hoch, aus Baumstaemmen und Lianen, von denen mutige junge Maenner. Mit Lianen gesichert, herunterspringen. Der Vorlaeufer des Bungeejumpings, wie es immer heisst, alte Tradition mit vielen Urspruengen. Die Zeit des Springens ist vorbei, die Lianen zu trocken, federn den Sprung nicht mehr ab, doch die Tuerme stehen vielleicht noch. Wir sind neugierig, zudem liegt die Homo Bay auf dem Weg nach Norden.

12 Seemeilen motoren im dichten Grau, ein Schauer jagt den naechsten, ab und an zeigt sich die Silhouette der Berge von Pentecoast. Wolkenfetzen verfangen sich im dichten Urwald, dann wieder grau, die Kueste, keine 3 Seemeilen entfernt, verschwindet im grossen Nichts.

Wir naehern uns langsam der Bucht und stutzen, ein Anleger, ordentlich gebaut aus Zement mit dicken weisslackierten Klampen, mitten an einem sonst verlassenen Sandstrand. Es klingelt, natuerlich, das kann nur ein Anleger fuer die Shuttle Boote der Pacific Sky sein, dem Kreuzfahrtschiff aus Australien. Wir haben recht, ueber 1500 Menschen haben dieses Jahr das Land Diving, Nanghol, erlebt. Ein Riesenereignis fuer die Doerfer, eine gute Einnahmequelle.

Manchmal hoeren wir ja auf unsere teuren Ratgeber, die Cruisingguides, und so statten wir Chief Willy einen Besuch ab, der direkt am Strand mehrere Bungalows fuer Gaeste gebaut hat und zudem ein Organisator der Springshow fuer Touristen ist. Und hier, mitten am Ende der Welt treffen wir auf Thorolf, Ethnologe und Filmemacher aus Deutschland, vor ein paar Jahren selbst mit einem Segelboot fuer zwei Jahre im Pazifik unterwegs gewesen. Sein Ziel ist Bunlap, ein Dorf in den Bergen, eines der letzten wirklichen Customdoerfer Vanuatus. Er schreibt eine Dissertation ueber den Ursprung des Nanghol, des Turmspringen, das noch so gut wie gar nicht erforscht ist.

Im Laufe des Abends, beim Inselessen in einer der Huetten von Chief Willy, erfahren wir mehr ueber Vanuatu und seine Kultur, und vor allem ueber Pentecoast, als wir in allen Reisefuehrern lesen koennten. Vier junge Maenner aus Bunlap, die Thorolf am naechsten Morgen mit in ihr Dorf nehmen werden, hoeren staunend und mit grossen Augen unserem deutschen Palaver zu. Zwischendurch wird unser Seemannsgarn auf Bislama uebersetzt, viel gelacht und weiter gesponnen.

Das Angebot, fuer ein paar Tage mit nach Bunlap zu kommen, muessen wir leider ausschlagen, so reizvoll es klingt. 3-4 Tage oben in den Bergen, in einer fast vergessenen Welt verbringen. Zu schoen, um wahr zu sein. Doch wir sind, wie schon so oft in solchen Situationen, Sklave des Bootes. Die Bucht ist zu ungeschuetzt, das Wetter zur Zeit kaum vorhersagbar. Die Lady 4 Tage sich selbst ueberlassen, das geht hier nicht.

Doch auch unerfuellte Traeume sind wichtig, das Wissen, dass es ueberall auf der Welt noch Ecken gibt, die sich uns verschliessen, die nicht mal eben mit einer Fahrtenyacht angelaufen, fotografiert und abgehakt werden koennen. Bunlap steckt in unseren Koepfen, wer weiss, irgendwann einmal…






  • 21:30
  • 20.08.2004
  • 15°57.40S, 168°11.10E
  • Homo Bay/Pentecoast/Vanuatu
  • -
  • 24°C
  • SE 2
  • -

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