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Schweinchen

16:56 Puhh. Heiss ist es. Blauer Himmel, wir koennen uns und Maya gar nicht genug verstecken vor der Sonne. Schwein haben wir, der Wind dreht seit ein paar Stunden tatsaechlich. Jetzt mal nicht meckern, dass er dabei schwaecher wird. Wir liegen quasi Chargos an, 4 Knoten durchs Wasser, 2,5 ueber Grund. Diese Pissstroemung. Der Motor ist schon lange aus, die Dieselsorgenfalten im Gesicht des Skippers quasi verschwunden. Weitere Aussichen: Blauer Himmel, westliche Winde norddrehend ueber drei Tage. Sollte doch eigentlich reichen fuer die 200 Meilen, die wir uns noch mit der Pissstroemung rumaergern muessen. Aus Schlau heisst der uebrigens aequatorialer Gegenstrom waehrend der Nichtmonsumzeit mit, jetzt zuhoeren: bis zu 4 Knoten ostsetzend.

Heute morgen auf der Funke, drei andere Boote, alle auf dem Weg nach Chagos, alle etwa 50 Meilen auseinander. Huh, da wurde boese geschimpft. Aber das muss ja auch sein. Alle haben das versucht was meine Capitana auch gepredigt hat, Hoehe unter Segel und Motor zu laufen nach Westen. 2 Knoten, 2,5 Knoten, 2,2 Knoten ueber Grund. Da wurde mir klar. Diese Strecke, um diese Zeit laesst Unterschiede zwischen Millionenschweren Kats und schwimmenden Blechkisten auf unter null sinken. Nur die ARTABAZE, die sitzen bestimmt morgen abend schon bei frisch gekochten Kokusnusskraben. Laurant hat einfach maximale Geschwindigkeit gesegelt, hoch am Wind. Komisch, dabei hat er keine Funke, kein Wetterbericht, haelt einfach den Finger in die Luft und meint: Heute ist guter Wind. Franzosen.

11:48 Ich finde Zickezackesegeln wirklich scheusslich, aber Natale hat sich durchgesetzt. Heute segeln wir auf dem anderen Bug. Wegens der Stroemung statt 100 Grad Wendewinkel, 140 Grad. Jeder Segler weiss wie dass ist. Gut das Addu weit genug weg ist, sonst wuerden wir meinen wieder zurueck zu fahren. Aber da Frauen ja immer Recht haben, frischt der Wind auf, das was die LADY braucht, 15 Meter Mast legen sich auf die Seite und zwei Angelleinen warten auf den Biss des Sailfisches oder des Blue Marlins.

Gut wir fahren zurueck zu unserer gedachten Kurslinie und warten auf den Wind der sich ja irgendwann drehen soll. >>Juchuu! Kommt gerade aus dem Cockpit. Nach vier Stunden haben wir ein Grad zurueckgewonnen. Statt 202 Grad, 201 Grad.<< Ja Capitana, denke ich mir und Kurs ueber Grund letzte Nacht war 170 Grad. Wird wohl noch nen bisschen dauern bis wir in Chagos ankommen.

09:10 Der neue Tag bringt nicht unbedingt besseres Wetter. War ja auch zu erwarten. Aber was koennen wir aendern? Nichts? Wir koennen noch so viele Buecher waelzen in der Hoffnung, dass irgendwo irgendeine kleine westsetzenden Stroemung eingezeichnet ist, die alle anderen vergessen haben zu erwaehnen: Da ist nichts. Punkt. Ok. Muessen wir uns mit abfinden und das beste draus machen. Micha waelzt das Problem von links nach rechts und dreimal im Kreis. Morgens, mittags und abends und ich vergesse es am liebsten und rede nicht mehr darueber. Der Dieseltank wird auch nicht voller, wenn wir hundertmal davon reden, dass er leer wird! ;-)
Ja, so ist das an Bord. Jeder hat seine eigene Art mit den Dingen umzugehen und das ist ja auch gut so.
Maya schlaeft am liebsten, wenn es so wackelt und ist sauer, wenn eine Welle sie weckt. Kann man ja auch verstehen. Upps, Augen auf…

04:30 Der Mond is untergegangen. Fuer zwei Stunden 15 Knoten Wind gehabt und die Lady geritten. Sie kann das schon, mit 5 Knoten, aber 12 Tonnen Stahl wollen erst mal in Schwung gebracht werden. Dann wieder 8-10 Knoten Wind. Der Daimler muss den Schwung bringen. Wir versuchen moeglichst wenig West zu verlieren, irgendwie. Hoffnung, das sich was aendert. Fuer Morgen ist SWS angesagt. Shit, den haben wir doch heute schon. Im Kopf rechne ich wie wir mit unserem Diesel klarkommen sollen. Das geht nicht. Wenn der Trip nach Chagos so weitergeht, kommen wir leer im Juni auf den Seychellen an und wenn der SE Tradewind wegen allgemeiner Klimaveraenderung aussetzt, dann … ach ich weiss nicht. Irgendwann mussten wir ja mal los. Am Dienstag soll es immer noch Westwind geben, nicht stark aber vielleicht koennen wir West gutmachen. Wer weiss. Ich gehe wieder Sternegucken. Sauklarer Himmel. Das Kreuz des Suedens genau ueber unserem Bug. Romantisch.






  • 04:30
  • 10.04.2006
  • 01°30.98S, 073°18.47E
  • Suedindischer Ocean
  • Chagos
  • 29°C
  • 2-3 SWS
  • 2

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