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Suedseetag

16:18 Eigentlich wollte ich wenigstens noch die Kombuese der Pantry aufklaren, als Micha schon seinen Kopf samt Taucherbrille durch den Niedergang steckt und quengelt: Gehen wir jetzt schnorcheln. Also, alles stehen- und liegen lassen und losgehts. Im Pass zwischen zwei der huebschen Palmeninseln soll der Fisch stehen, es ist fast Hochwasser, also haben wir eine Chance ueber das Riff zu kommen und unseren Kopf an der Luvseite ins Wasser zu stecken. Vorsichtig manoevrieren wir uns um die Korallenkoepfe, finden den Pass und schmeissen unseren Anker in das klare Wasser. Stroemung scheint nicht aussergewoehnlich stark zu sein, und wie immer ist Micha schneller in schon im Wasser, eh ich nur eine Flosse an den Fuessen habe. Doch genauso schnell ist er auch wieder draussen und zurueck im Boot. Keine 30 Sekunden! Denn unter dem Boot begruessten ihn schon an die 7 neugierige graue Riffhaie. Hmmmm, wir haben ja schon den einen oder anderen gesehen, in den San Blas, auf den Kapverden, aber hier treten sie wirklich in Rudeln auf! Auch ich halte es nicht laenger als 2 Minuten im Wasser aus.

Wir Angsthasen, da unten wartet das reinste Aquarium auf uns, wenn wir das nach unseren Sekundenausfluegen ueberhaupt beurteilen koennen, und wir zwei sitzen mit schlotternden Knien im sicheren Dinghi. Na gut, man muss sich eben an die Viecher gewoehnen, nix wie rein. Das Beiboot in sicherer Naehe wagen wir uns in die Unterwasserwelt vor. Und es ist einfach unglaublich, die Sicht fast unendlich ueber einem 5 Meter tiefgelegenen Korallenriff auf dem sich alles tummelt, was man aus den Buechern kennt. Dank Ciguatera begegnen uns riesige ehrwuerdige Zackenbarsche, Napaoleon- und Papageifische. Unter Umstaenden giftig werden sie von allen Fischern und Seglern in Ruhe gelassen, wer weiss, kommt uns der Gedanke, vielleicht ist diese ominoese Krankheit ja ein eleganter Schachzug von Mutter Natur, um die Riffe wieder mit Leben zu erfuellen, denn fuer den Fisch selbst, ist sie kein bisschen gefaehrlich nur fuer Mensch und Hund und Katz!
Die Riffhaie naehern sich neugierig, drehen aber ab, wenn sie bemerken, dass wir nicht ins Fressschema passen! So langsam wir der Puls ruhiger und wir koennen uns ein bisschen mehr auf die zahlreichen Fischschwaerme konzentrieren, auf die Korallen, auf das bunte Leben hier Unterwasser. Gluecklich hangeln wir uns irgendwann ins Dinghi zurueck, ok, mit den Haien, das ueben wir noch ein bisschen.

Bei ruhiger See brausen wir die Insel entlang, finden an ihrem Ende einen Pass ueber Sandboden, der von weiss ueber gelb, tuerkis und blau in unendlich vielen Schattierungen leuchtet und schimmert. Wir gehen an Land, liegen faul im Sand und beginnen schlieslich jeder unsere kleine private Inseltour. Micha bringt drei Trinknuesse mit und ich finde bei meinem endlosen Strandspaziergang meine ersten pazifischen Kaurimuscheln. Wunderschoene, intakte Exemplare, die man in Deutschland in jedem Geschenkeladen fuer gutes Geld verkaufen koennte!
Auf der Insel wachsen die so typischen Pandanusbaeume mit Fruechten, die aussehen wie Ananas und Wurzeln die zum Teil ueber der Erde liegen und wir Lagerfeuer aussehen. Natuerlich aich ohne Ende Kokospalmen und ganz seltsam und absolut nicht typisch: Pinien! Irgendein Kanadier ist im letzten Jahrhundert auf die Idee gekommen, diese Nadelbaeume in die Suedsee zu verfrachten, sagen die Buecher. Das Klima scheint ihnen zu bekommen, und so wandelt man anstatt ueber Sand ueber weichen nadelbedeckten Waldboden, ein komisches Gefuehl, wenn gleichzeitig die Palwedel ueber einem rauschen.

Suechtig sind wir geworden gestern, nach Palmherzensalat! Und so zog Micha heute Nachmittag mit Horace auf die Insel, um wieder eine junge Palme zu erlegen. Ein schlechtes Gewissen muss man dabei nicht haben, denn die Inseln sind so dicht bewachsen, dass ein bisschen Ausduennung nur gut sein kann. Und fuer den Abend steht gleich die naechste Robinsonade an, mit einer starken Lampe aufs Riff um Langusten zu fangen! Mal sehen, wie wir ehemaligen Landeier uns so anstellen!

08:16 Tja, nach Alexanders Eintrag im Gaestebuch frag ich mich manchmal auch ob sich das alles lohnt. Die Antwort ist einfach: Wer es sich leisten kann, der braucht keine Amateurfunklizens, der greift zum Satellitentelefon… Die meisten Langzeitsegler haben es aber nicht, aber es muss nicht direkt die Amateurfunklinzens sein. Auch ueber www.sailmail.com kann man weltweit seine Mails schicken und empfangen. Mit Amateurfunk kostet es dann gar nichts mehr und man bekommt die besten Wetterinformationen weltweit. Also eigentlich lohnt es sich, sich durch die strengen Anforderungen einmal durchzuwuehlen.

Das heisst aber nicht das alles dann ganz easy ist. Wir haben im Moment ganz schoen Schwierigkeiten unsere Mails durch den Aether zu bekommen. Das klappt dann von einem so entlegenem, paradiesischem Platz wie hier in Mangareva doch nur noch zu gewissen Uhrzeiten. Ist halt nicht mehr so wie mit ISDN Leitung. Wir verschicken dann auch noch kleine Bilder, was einen ganz schoenen Zeitaufwand zusammentraegt. Und immer klappen tut es schon mal gar nicht. Da geht auch mal ein Mail verloren und merken tut so was keiner so schnell, besonders wir nicht, weil wir ja unsere Internetseite gar nicht sehen koennen. Letztmalig vor 6 Wochen auf den Galapagosinseln
;-) Aber im Paradies dann ein liebes Mail von Freunden zu bekommen ist schon ganz schoen hip und Hilfe zu bekommen wenn es mal wieder eine Kaputtwoche ist, um so mehr. Also halt einfach mal durch.






  • 16:18
  • 13.05.2003
  • 23°05.84S, 134°52.62'W
  • Totegegie/Gambier
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