• Sockenland
  • Der Leserents…
  • Wer segelt hi…
  • Segelleben
  • Into the wild
  • Into the wild
Videos
  • Nur noch sec…
  • Dschungel
 


Geburtstag

23:30 Vorbereitungen fuer Neuseeland. Micha sitzt im Cockpit und malt mit dem Eyeliner, der aus der Zivilisation uebriggeblieben ist, Maorimuster auf mein Gesicht. Ich ueber fleissig Hongi, Zunge rausstrecken, als Geste der Freundschaft und Zuneigung. Zwischendurch greifen wir uns unseren Kurzreisefuehrer und gucken Bilder. Dem Text kann ich leider nicht mehr glauben, nachdem direkt im Untertitel des ersten Artikels steht, dass in Neuseeland, dem Land der Gegensaetze, die Sonne im Osten untergeht. Ernsthaft, nach diesem Satz, der auch noch im Text wiederholt wird, muss man doch ernsthaft bezweifeln, dass der Autor je dort gewesen ist. Oder aber wir liegen verkehrt, fahren weiter in die falsche Richtung ohne es zu merken und sind, dem Sonnenuntergang zu Folge, Richtung Norden unterwegs.

Wie auch immer ich uebe weiter fleissig mein Hongi und die Begruessung per Nasereiben, soll bei den Maori auch ueblich sein, wie bei den Eskimos. Aber vielleicht war der Autor ja auch bei den Eskimos, und nicht bei den Maori, besser, ich wasch mir die kopierte Kriegsbemalung wieder ab, wer weiss, was sie fuer eine Bedeutung hat… ;-)

23:09 Traue mich gerade mal an den Rechner. Ich war so schlimm seekrank wie noch nie, aber wenigstens ohne Fische fuettern. Also raus vom Ankerplatz wech direkt mit der Nase in 35 Knoten hoch am Wind scheint nicht so mein Ding zu sein. Jetzt nur vorsichtig sein und nicht gleich zu viel am Rechner sitzen denke ich mir gerade.

Wir spielen Gerade Research fuer dieses Island und irgendwie aergere ich mich, das diese Sandhuegel jetzt genau mitten in der Nacht 14 Meilen vor unserer Nase liegt. Tagsueber waere das ja noch ganz lustig, jetzt im Moment heisst das Vertrauen in TRANSAS, auf den elekrtronischen C-mapkarten gibt es das Island ueberhaupt nicht, aber dafuer auf dem Ueberseegler. Also doch besser immer noch mal Papier…

So mein Gehirn faengt sich wieder an zu drehen. Noch sechs Meilen, dann sollten wir den Huegel auf dem Radar sehen und dann koennen wir dran vorbeifahren.

Gruen ist die Farbe der See, die ueber die Lady waescht und nicht nur meines Gesichts in den letzten drei Tagen ;-)

Es soll drei Tage Flaute geben, dann Starkwind aus SW. Segeln ist toll. Es wird zumindest nie langweilig.

21:57 Irgendwo, mitten auf dem Weg von Fiji nach Neuseeland liegt das Riff Ceva-i-Ra. Laut Cruisingguide ein einzelnstehendes Riff, ca, 1 Seemeile breit, von Ost nach West. Eigentlich liegt es so weit im Westen, dass es fuer die Tour keine Gefahr darstellt, wir natuerlich haben seit Abfahrt SSE, koennen unseren Wegpunkt nicht anlegen und kommen zwangslaeufig zu frueh nach Westen. So frueh, dass wir jetzt noch 30 Meilen von eben jenem Riff entfernt sind, auf dem 1983 drei Kokospalmen standen. Stockfinstere Nacht, so ein Mist. Aber laut Pilotbook, soll die Insel, Sandbank oder wie auch immer gut auf dem Radar zu sehen sein.

Und ich dachte, auf diesem Trip waere endlich Schluss mit diesen maritimen Stolpersteinen… ;-)

21:19 Trotz schaeumender See, Racingcharakter und Seekrankheit schafft Micha es am Nachmittag noch, mir zum Geburtstag einen Fisch zu fangen. Barrakuda ist angesagt, 200 Meilen suedlich der fijianischen Kueste. Einzigstes Problem bleibt das geschaeumte Petroleum. Morgen, wenn der Wind laut Wetterfrosch abnehmen soll werden uns mal darum kuemmern. Hoffentlich hilft es, wenn wir einfach ein bisschen nachfuellen, sobald nicht mehr so viele Wellen ins Cockpit einsteigen.

10:59 Ein bisschen anders habe ich mir das ja schon vorgestellt, meinen Geburtstag auf See. Petroleumherd weigert sich nach wie vor mitzuarbeiten, wie gut, dass wir immerhin einen Heisswasserboiler haben, der mit Hilfe von Johann morgens eine Tasse Nescafe zaubern kann!
Zwischendurch reisst die Wolkendecke auf, doch dann kommt der naechste Schauer, brrrrr. Na ja, man kann nichts dran aendern und wenigstens laeuft es gut, wir kommen voran. Gestern 115 Seemeilen Etmal, heute wird es aehnlich sein.
Und all die netten mails und Gaestebucheintraege, die heute morgen schon gekommen sind. Das ist schon ein schoenes Gefuehl, dass irgendwo da draussen so viele Menschen sind, die Daumen druecken, an uns denken und mitfiebern. Wir feiern einfach weiter schraege Parties im 30 Grad Winkel und heben uns den Feensekt fuer die Ankunft auf, denn Micha wird schon gruen, wenn ich nur Sekt sage.

Draussen fliegt gerade ein Toelpelschwarm vorbei, mal sehen, ob wir einen Fisch an die Angel kriegen.

Anbei sei noch bemerkt, dass unsere daypics leider auf sich warten lassen, bis der zustaendige Mitarbeiter wieder laenger als 30 Sekunden auf den Bildschirm gucken kann. Bilder sind im Kasten und gehen nicht verloren…

03:39 Der arme Micha fuehlt sich immer noch nicht richtig wohl in seiner Haut, bewegt sich vom Cockpit in die Seekoje und wieder zurueck, an Computerarbeit ist ueberhaupt nicht zu denken. Aber das wird schon wieder besser werden…

Meine zweite Wache versprach eigentlich ganz ruhig zu werden, sternenklarer Himmel, Skorpion direkt ueber uns, aber nicht fuer lange, schwupps, war der erste Squall von vielen da. Sehr sportliche Wache, Segel rein, Segel raus. Schenit ein richtiger Fitnesstrip zu werden, kochen ist naemlich auch schwierig, da bei dem Gebolze das Petroleum anfaengt im Tank zu schaeumen und nicht mehr ordentlich brennt. Ach ja, der Seilzug der Windfahne ist auch gerade kaputtgegangen, muessen wir uns spaeter im Hellen mal anschauen.

Segeln ist soooo schoen…..






  • 03:39
  • 21.11.2003
  • 20°07.98S, 175°28.79E
  • Suedpazifik
  • Opua/New Zealand
  • 22,4°C
  • SO 4
  • 2,5

LOGBUCH ARCHIV

November 2017
Mon Tue Wed Thu Fri Sat Sun
« Oct    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  
Normale Einträge sind rot
Videoeinträge gelb
Beide Bücher erhaltet Ihr von uns mit Widmung & Signierung. Einfach eine mail schicken.

Der Trailer zum Buch

Mit dieser Website wollen wir Dir, liebe Leserin, lieber Leser, die Welt und unsere Reise ein Stück näher bringen. Deine Spende hilft uns, das weiterhin zu tun.