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schraege Weihnachten

22:33 8 Uhr morgens, ich bringe Micha im Dinghi an Land, der einiges in Whangarei zu erledigen hat, telefoniere nach Hause, sitze fuer einen zweiten Kaffee auf der Anna Maria und mache mich schliesslich auf den Weg zurueck zum Boot. 11 Uhr. Schock Schwerenot. Irgendwie sieht die Lady so komisch aus, irgendwie schraeg, nicht nur ein bisschen schraeg, denn je naeher ich komme, desto schrecklicher sieht es aus und ploetzlich realisiere ich, dass unser Schiffchen trockengefallen ist und auf der Seite liegt. Neumond, Springtide und noch mindestens zwei Stunden bis Niedrigwasser. In Panik fahre ich dreimal um die Lady, eher frustriert ruettel ich ein bisschen an der Reling und verfluche diesen Tag. Natuerlich ist ausgerechnet heute der Micha unterwegs, den ganzen Tag, keine Telefonnummer, keine Moeglichkeit ihn zu erreichen um wenigstens das weitere Vorgehen zu besprechen. In meiner Panik und Hilflosigkeit fahre ich schliesslich zu unserem daenischen Freund Henning.

Erstmal diskutieren und die Kamera klarmachen. Eigentlich kann ja nichts passieren, viel machen kann man auch nicht mehr, nur abwarten. Rueber geht es zur Lady, Fotos schiessen. Dann rein ins Boot, ein Chaos. Auf den Seekojen lag allerhand Elektronikkrempel und mehr, der sich nun in absoluter Unordnung ins Boot ergossen hat. Meine groesste Sorge, dass unser Laptop ebenfalls den Absprung vom Kartentisch gemacht hat, wird Gott sei Dank nicht bestaetigt. Gerade eben kann ich ihn vor dem Niederfall retten.

Und nun? Das Wasser faellt weiter, Henning und ich werden nun doch etwas unruhig und fangen an zu arbeiten. Lady sichern. Zwei zusaetzliche Anker mit dem Dinghi ausbringen, einen ans Fall geschaekelt, den anderen an der Mittelklampe belegt und festzurren. Die beiden Tampen sind gespannt wie Drahtseile, mann koennte fast Bassmusik mit ihnen spielen. Die Lady sieht zum Piepen aus, mit all den Tampen, wie in einem Spinnennetz! Das Wasser faellt immer noch, mittlerweile schwappt die ein oder andere Welle ueber die Suellkante. Son Schiet. Naechste Fotosession. Durch das Salonfenster kann man den Fischen zugucken, wie im Aquarium.

Viel bleibt nicht zu tun, abwarten, Bier trinken und auf die Tide warten. Drei Stunden spaeter steigt das Wasser langsam und gemaechlich wieder, alle Viertelstunde winschen wir die Lady wieder ein bisschen weiter in ihre urspruengliche Position, um halb vier ist es dann endlich soweit. Mit vielen Plopps und Tocks rutscht im Inneren wieder alles an seinen angestammten Platz und der Mast ist wieder gerade. Im Schlick stecken wir zwar immer noch, aber das ist halb so wild.

Um Sechs ist das Chaos beseitigt, die Lady liegt sicher vor ihren drei Ankern und der Skipper trudelt wieder ein.
Mittlerweile ist es kurz vor Hochwasser und ich will nur eins, Ankerauf und in ganz viel Wasser neu ankern, jetzt, sofort, nicht die ganze Geschichte noch mal. Und wie das so unter Seglern ist, als ich Micha an Land abhole, wissen natuerlich alle alles besser, meinen ich haette ueberreagiert und soll mich nicht so anstellen, und so schlimm kann es doch gar nicht gewesen sein. Hat aber keiner unser Schiffchen gesehen, so armselig, wie ein Kaefer auf dem Ruecken. Konnten mir alle gestohlen bleiben, Bier wollte ich auch keins, nur weg da.

Mittlerweile liegt der Anker auf 10 Meter Tiefe, das sollte reichen, selbst bei Superneumond, magnetischer Anziehungskraft und unterirdischen Wasserwegzauberzwergen. Alles gut, hundemuede, wir gehen ins Bett. Echt schraege Weihnachten…

Aber wir sind leider nicht die einzigen, die einen fuerchterlichen Montag hatten. Dem armen Schelmi haben sie das Auto vom Parkplatz vor der Marina geklaut. Seit zwei Wochen war er mit einem Freund erst der stolze Besitzer eines Gelaendewagens und nun ist es weg. Und wie es bei Fahrtenseglern nun mal so ist, alle sind knapp bei Kasse und so war der Wagen natuerlich nicht gegen Diebstahl versichert. Hoffen wir mal sehr, dass es auf dieser doch nicht so grossen Insel eine Chance gibt, dass der Wagen wieder auftaucht! Daumen drueckem.






  • 22:33
  • 22.12.2003
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