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Segelnd Schweden erreichen. Eine neue Erfahrung.

Und plötzlich im Land der der Kinder von Bullerbü.

Unsere Ankerbucht im Norden von Bornholm verlassen wir ohne Bornholm betreten zu haben. Team David hat Prioritäten: Segeln. Mitsegler Martin hat das bestehende Navigationsmaterial gesichtet und den Finger auf die Karte gesetzt: „Tärnö! Da wollen wir gerne hin. Bornholm können wir uns später anschauen.“ Ich nicke. Der Wunsch meiner Gäste ist navigatorisch kein Problem. Nächste Woche Freitag will ich mit der MARLIN auf der YACHT BLUEWATER sein. Die MARLIN kann dort von den Kongressteilnehmern besichtigt werden. Ich halte einen Vortrag und auch ansonsten bin ich ansprechbar. Wer also noch Zeit hat und grade nichts Besseres zu tun hat, meldet sich an dem Kongress heute noch an. Auf dem Weg nach Warnemünde erwarte ich eh westliche Winde. Nicht so stark wie vorgestern, aber gegenan wird es wohl werden. Geplant sind weiterhin Tagestrips mit meiner Schweizer Crew, sollte ich zeitlich in Bedrängung kommen, würde ich einfach einen Übernachtschlag machen.

Anker auf und los. Wir sind wieder die Earlybirds, als der ROCNA aus sieben Meter Tiefe kommt. Es war eine ruhige Nacht und es soll ein neuer wunderschöner Segeltag werden. Aus dem frischen Westwind macht die MARLIN eine schnellen Am-Wind-Kurs. Es geht nach Norden. 50 Meilen sind zu segeln. Der Wind aus West wird weniger, die Fock wird eingeholt, die Genua wird ausgerollt und Co-Skipper David steht mit Spaß in den Backen am Steuer. Die Sonne brennt, Stefanie und Thomas schlafen in der Süllkante liegend ein, Martin und Magrit verlaufen sich auf dem Vordeck. Die Welle ist weg. Ostsee pur von ihrer besten Seite. MARLIN legt sich auf die Backe und schließt dicke Freundschaft mit Co-Skipper-David. Das macht sie sehr elegant mit neu Knoten und meer durch das glatte Wasser. David sieht das Land viel zu schnell auf sich zu kommen, ich kann seine Gedanken lesen. Ob sein Schiff das auch so machen wird, wenn er jetzt hier wäre. „Ja David, Du hast ein gutes Schiff. Auch Deine M13 wird segeln wie Du es Dir wünscht.“ David ist Perfektionist. Sein Schiff ist voll durchgeplant, jedes Teil gewogen und erfasst mit seinen Dimensionen und mit dem Statiker abgesprochen. Da würde ich dann auch gerne mal mitsegeln.

Am frühen Abend, man merkt ja hier im Norden nichts davon, weil es nicht dunkel wird, fallt der ROCNA wieder. Rund herum um uns – runde Felsen. Wir sind in den Schären angekommen. Ob der Anker wohl hält oder auf felsigem Boden kratzt. Gleich wissen wir mehr. David legt 30 Meter Wälder Kette auf 10 Meter Grund. Sobald die blaue Abfenderleine auf der Kette ist um die Winsch beim Rückwärts einfahren zu schützen, kupple ich ein. Keine Bewegung, nur der Bug neigt sich kurz. Kein Rappel an der Kette, kein Rutschen, die Landpeilpunkte shiften nicht. Langsam gebe ich mehr und mehr Gas. „Alles gut!“, ich zeige den Daumen hoch zu David. „Motor aus.“

Das Wetter ist schon fast peinlich gut. Der Himmel ist die reinste Postkarte und wir nix wie an Land. Alles gut ausgeschildert. Wir in Schweden neu landen trotz dem erst mal mitten im Wald, verlieren uns auf der kleinen Insel. Was soll’s. Treffpunkt ist das Dinghy. Ein bisschen alleine die Beine vertreten und das Objektiv in den Himmel, auf die Häuser und Steine halten. Das macht alleine am meisten Spaß. Aus einem Haus kommt die erste schwedische Bewohnerin aus ihrem Haus gelaufen. „Was machen Sie da!“ Upps, denke ich mir. „Fotografieren.“ „Warum?“ „Weil es hier so malerisch schön ist!“ „Ok.“ Anscheinend werde ich nicht als Immobilien Hai klassifiziert und sie erzählt mir unaufgefordert was ich wissen muss. In Kurzform: Tärnö ist die schönste schwedische Insel. Haben wir also Glück gehabt und Martin hat die richtige Insel gefunden. Ich schaue auf den Horizont, die Schornsteine der Papierfabrik und nicke. Der Rest der Crew kommt auch grade um die Ecke. “Können sie das noch mal wiederholen? Für meine Crew? Das sind Schweizer. Ja. Echte. Nein, die kann man nicht essen.” Das schwedische Original hört gar nicht auf zu reden. Prima. 70 Grundstücke gibt es auf Tärnö. Der Rest ist Naturschutzgebiet. Tärnö ist die schönste schwedische Insel. “Sie wiederholen sich!”, grinse ich sie sympathisch an. Ich habe natürlich schon gegoogelt: Zu Schweden gehören etwa 221.800 Inseln. Mensch da haben wir aber ein Glück gehabt. Aber es gibt auch ungewollte Bewohner. Sie weiß das Wort für Zecken nicht und kratzt sich demonstrativ. Ok. Ich weiß es auch nicht, aber es juckt schon. Apropos Bewohner. Wieviele Bewohner gibt es denn, weil alle anderen Häuser sind zwar erstklassig renoviert und in Schuss, aber leider verlassen. „Im July sind alle da!“ „Also 70!“, schlussfolgere ich. „Familien!“, nickt das Original. Die ist ja schnuckelig. „Und im Winter?“ „Ahem. Einer. Aber auch nicht immer. Der hat jetzt eine thailändische Freundin.“ Also noch weniger als jetzt im Juni. „Und die alte Eiche müsst ihr euch anschauen.“ „Machen wir! Danke!“ Das war die Kurzform.

”Wieviel hast Du ihr bezahlt für die Show?”, meint Thomas zu mir als wir außerhalb Hörweite sind. Ich grinse. “Die schönste von 221.800 Inseln! Tja. Musst Du halt mit mir segeln. Da erlebste Sachen!“



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  • 18:18:00
  • 01.06.2017
  • 56°07.5667'N, 14°57.8281’E
  • -°/ -kn Motor
  • Tärnö / Sweden
  • Warnemünde
  • 14,0°C
  • 15kn/W

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