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Nachts. Gar nicht so weit weg von mir selbst

Raser unterwegs auf dem großen Teich

Man kann nachdenken oder es manchmal auch einfach sein lassen bei der Nachtwache auf der MARLIN. Entspannen, Seele baumeln lassen, vom Vollmond beleuchtet. Die Passatwolken am Himmel zeigen die Richtung weg vom europäischen Winter an. Ein Delfin schaut vorbei, prustent schwimmt er ein paar Minuten mit der MARLIN mit. Wir rauschen dahin. Das Lenkgetriebe der Steuerung klackert leise von der Rückbewegung vom Ruderblatt, dass fast ohne Ausschlag, ausbalanciert, geisterhaft das große Steuerrad bewegt. Der Ruderschaft quietscht leicht, wenn eine der großen Wellen, die 30 Tonnen unseres Schiffes vom Weg abbringt, Gustav der Autopilot dagegenlenkt. Irgendwas klackert im Schiff in der Küche, eine Weinflasche im Weinkeller, die Flasche mit Fischsauce im Regal. Mit steigender Windgeschwindigkeit nimmt die Geräuschkulisse zu. Man gewöhnt sich an die nächtliche Kulisse. Das Gurgeln am Heck, das vorbeirauschende Wasser tut seinen Rest dazu, das Gesamtergebnis im Kopf zu speiche rn. Offshore segeln. Die zweite Nacht auf See. Kurs Las Palmas liegt an. Oh wie schön ist Panama. Oh wie schön ist der Atlantik – Noch viel mehr.

Meine letzte Crew mit Knoten zu fotografieren und wnukschich verbal kreativ zu portraitieren ist auf wechselnde Kritik gestoßen. Ich bin ein bisschen beleidigt, war es doch aufwendiger für mich als man so denkt. Ich fand das eigentlich eine ganz schöne Idee, jeder hat das Bild und den Text vor Veröffentlichung freigegeben. Konsequent wnukschisch nachtragend halte ich mich mit der Kamera diesmal zurück, beschäftige mich lieber mit mir selber und mit Jan, dem ich noch eine ganze Latte an Wissen über die MARLIN vermitteln muss, damit er glatt über den Atlantik kommt. MARLIN ist vollgestopft mit technischer Ausrüstung, die zu verstehen, den Normalskipper innerhalb eines zweiwöchigen Törns erwartungsgemäß überfordert. Jan versteht die inzwischen fast so gut wie der Alte und kann sich bei den normal aufkommenden Problemen selbst helfen. Selbst helfen heißt: Auf See mit Bordmitteln helfen, nicht im nächsten Hafen Yachttechnik XYZ anrufen. Auch auf dieser Reise kom mt es zu den üblichen Problemen, der ich an dieser Stelle aber gar keine erweiterte Aufmerksamkeit schenken will.

Vor ein paar Minuten kommt ein neue Hiobsbotschaft herein. Marie, ein der beiden Mitseglerinnen von Jan’s ARC Transatlantikcrew fällt höchstwahrscheinlich aus. Der Vater schreibt, dass Marie im Krankenhaus ist. Diagnose Blinddarm. Echt Mist für das junge Mädchen. War es doch ein lang gehegter Traum, den sie unabhängig von ihren Eltern finanziell gestemmt hat. Marie tut mir sehr leid. Vielleicht passieren ja noch Wunder und die Ärzte geben grünes Licht, doch aus meiner eigenen Kenntnis, wird sich kein Arzt bereiterklären die Verantwortung für eine Verschlechterung auf See zu übernehmen. OHA! Arme Marie. Auch für uns ist die Entwicklung langsam ein Problem. Auf der anderen Seite des Atlantiks wartet im Januar neue Crew. Bereits vor Kurzen ist Mitatlantiksegler Ralph ausgestiegen wegen Schlaganfall. Da waren es nur noch drei kleine Negerlein… Jan schaut mich an pragmatisch an: „Da musst Du halt selber mitsegeln.“ Ich nicke nur. „Is mir auch klar. Mach Di r mal keine Sorgen. Ich lasse Dich nicht einfach im Regen stehen.“ Aber warten wir mal ab. Da sind ja noch ein paar Aspiranten. Am Donnerstag sind wir in Las Palmas und ich klemme mich mal ans Telefon und stelle eine Crew zusammen. Ein Kraftakt wird as trotzdem. Als wenn ich grade nicht andere Sachen zu tun hätte.

“Erstes Etmal 178 Meilen“, rufe ich in die Gemeinde. Keiner hört mir zu. Ich wiederhole es noch einmal. „Ah! Ja. Super!“ Man muss seine Mitsegler nehmen wie sie sind. Der erste Tag auf See ist für alle schwer. Seebeine wachsen bei jedem individuell verschieden schnell. Für die erste Nacht hat die Crew Kürbissuppe vorgekocht. Lecker war die. Mit dem Blick auf die Wetterprognose für die nächsten Tage koche ich heute selber akrobatisch in der Küche bei neun Knoten Fahrt durchs Wasser. Fliehkräfte und Schwerkraft machen es dem Koch nicht einfach. Die Salatsoße zum Tomatensalat landet zum Teil auf dem Boden. Dauert halt alles: Doch das Ergebnis ruft Lob und Zufriedenheit hervor. Das indisch angehauchte Gericht, mit viel Ingwer, wird aus Schalen gegessen, natürlich komfortabel im Pilothaus geschützt sitzend. Nur eine satte Crew ist eine glückliche Crew. Kann ich nur immer wieder wiederholen.

Kurze Zeit später piept der Autopilot. Jan ist grade auf Toilette, ich nicht schnell genug aus dem Bett und in die Rettungsweste. Martin ist überfordert, da macht die MARLIN es eben selbst und dreht bei. Stabil liegen wir im Wind nach der Drehung. Eine Q-Wende folgt. „Jetzt sind wir im NE Passat! Der Wind bis zu New Indies.“ Auf dem GPS stehen 10 Knoten. Hat es da jemand eilig?



Atlantiküberquerung mit der MARLIN im Rahmen der ARC

Zwei Plätze sind kurzfristig frei geworden. Für Last Minute Bucher haben wir den Preis runtergesetzt. Du bist dabei. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com




  • 23:00:00
  • 06.11.2017
  • 33°50.1628'N, 013°09.4821’W
  • 190°/ 8kn
  • Atlantic
  • Las Palmas / Gran Canaria
  • 19°C
  • 3

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