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Einbürgerung

Überwintern in Ushuaia?

Eigentlich stand ja der Plan am Mittwoch weiter nach Puerto Williams zu fahren, unser Bedarf an Stadt ist eigentlich fürs erste befriedigt, es dürfen wieder weniger Autos und mehr Natur sein, denn wirklich raus aus der Stadt und ins Inland kommt man hier nur mit dem Auto, zu Fuß mit den Kindern ist es schon heftig, erst 6 km bis zur Stadtgrenze laufen zu müssen.

Doch kaum sind diese Pläne geschmiedet, kommt ein Anruf von Jaqueline. Die Schweizerin ist vor über 10 Jahren mit ihrem holländischen Mann per Segelboot ans Ende der Welt gekommen und hiergeblieben. Sie gehören mit zu den Seglern, die hier Charter in die Antarktis, ans Cabo de Horno, etc. anbieten. Mittlerweile leben sie in einem Haus außerhalb der Stadt und sind mit ihren drei Kindern vollkommen integriert. Die Mädchen sind 5 und 7 und verstehen zumindest ein bisschen Deutsch, da Jaqueline mit ihnen Schweizerdeutsch redet. „Sollen wir uns am Mittwoch treffen?“ Keine Frage, die Kinder jubeln, der Abfahrtstermin wird verschoben. Zwei Stunden Spielplatz und ein Eisdielenbesuch genügen um aus den Mädchen Freundinnen zu machen und ehe ich mich versehe, sitzen unsere beiden mit auf der Rückbank und verkünden, dass sie nun mit ihren neuen Freundinnen nach Hause fahren werden. Und, weg sind sie, ich darf den Verproviantierungseinkauf machen und den Supermarkt leerfegen. Abends sitzen Micha und ich kinderlos im Cockpit, ein seltsames Gefühl, haben wir seit Wochen nicht gehabt. Die Sonne scheint, es ist windstill und so warm, dass man abends im T-Shirt draußen sitzen kann, was hier nur selten vorkommt.

Plötzlich klopft es an der Bordwand. Sonia von der PIC DE LUNE, eine Spanierin, die hier dreimal die Woche Flamencokurse gibt, ist auf dem Weg zu Unterricht. „Pack Deine Schuhe und nen Rock ein und komm mit, Unterricht startet in 10 Minuten, wir müssen uns beeilen!“ Wie jetzt? Keine Zeit zum Nachdenken, aus der Tiefe der Bilge krame ich die einzigen Absatzschuhe raus, die ich dabei habe und schon lassen wir Micha im Abendlicht sitzen. Bestimmt 11 Jahre ist es her, das ich das letzte Mal Flamenco getanzt habe, aber es ist wie Fahrradfahren, verlernt man auch nicht. Der Rhythmus ist drin, nur meine Muskeln haben wohl vergessen wozu die an bestimmten Stellen gedacht sind, jedenfalls fühlen sie sich heute so an.

Auch heute ging es wieder mit der gesamten Rasselbande auf Tour, diesmal in den nahegelegenen Nationalpark, laufen, picknicken und mit den Füßen in eiskaltem Wasser waten, Calafatebeeren, die allerdings noch sehr sauer sind, von den Sträuchern pflücken, Stöcke sammeln, im Regen bis auf die Haut nass werden und 5 Kinder gemeinsam in der Badewanne aufwärmen, während die Klamotten im Trockner trocknen – schöner kann ein Tag hier unten in Feuerland für die Kinder kaum sein. Und so gehen die Einbürgerungsversuch fort, Antonio, Sonias Mann, organisiert uns eine Mouring, die wir unbegrenzt haben können, Jaqueline lässt beiläufig fallen, dass sie, falls wir im Winter hier wären, noch ein leeres Haus anzubieten hätten, Sonia schreibt mir schon mal den Stundeplan der Tanzschule auf und die Kinder schwärmen von dem Kindergarten auf einem Pferdehof, in den ihre neue Freundin geht. Wir fühlen uns ein bisschen wie damals vor 5 Jahren in Knysna. Aber überwintern in Ushuaia bei 5 Stunden Licht am Tag? Nein, ich glaube, das ist nichts für uns. Und deshalb starten wir morgen den Motor und fahren nach Puerto Williams!




  • 22:01:00
  • 26.01.2012
  • 54°48.6849S, 068°18.5533W
  • -°/-kn
  • Ushuaia / Feuerland / Argentina
  • Puerto Williams / Chile
  • 16°/1001hpa
  • 2-5kn/W
  • -m

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